Am Donnerstag-Abend kämpfen zwei in der Bundesliga deutlich hinter den Saisonzielen herhechelnde Mannschaften um die Rettung einer verkorksten Saison. Der Hamburger SV und der amtierende Deutsche Meister, VfL Wolfsburg, wollen in der UEFA Europa League ihre letzte Chance auf einen Titel wahren und stehen unter Erfolgsdruck
HSV träumt vom Finale im “Wohnzimmer”
Besonders der HSV, der im Hinspiel des Viertelfinales den belgischen Meister Standard Lüttich empfängt, will am 12. Mai im eigenen Stadion im Finale der Europa League Geschichte schreiben. “Eine Stadt, ein Finale, ein Ziel”, prangt es von einer großen Tafel der HSV-Arena und soll auch dem letzten Profi die Wichtigkeit und Bedeutung der Aufgabe für eine nach großen Erfolgen lechzenden Fußball-Stadt eindringlich vor Augen führen. Dazu ein Bild mit jubelnden HSV-Spielern, dem Pokal und einer Uhr, auf der die Tage und Stunden bis zum Anpfiff des Endspiels in großer Dramaturgie heruntergezählt werden. In Zeiten grauer Alltags-Tristesse und Depression mobilisiert den Bundesliga-Dino alle Kräfte und Emotionen, um die enttäuschenden Rothosen-Kicker bei der Ehre zu packen und die Motivation hochzuhalten. “Lüttich ist ein Existenzspiel, wir müssen gewinnen”, brachte es Kapitän David Jarolim auf den Punkt, um vielsagend anzufügen: “für uns, für den Trainer.”
Kein “Persilschein” für Labbadia
Bruno Labbadia gerät nach den schwachen Ergebnissen der Rückrunde und dem Abrutschen in der Tabelle auf Platz 6 zunehmend in den Fokus der Kritik. Innerhalb Teilen der Anhängerschaft werden die Rufe nach einer Demission des Fußball-Lehrers, der mit auffallender Regelmäßigkeit mit seinen Mannschaften in der Rückrunde abstürzt, immer lauter. “Fakt ist, dass wir unbedingt mit Labbadia weiter zusammenarbeiten wollen”, erklärte HSV-Chef Bernd Hoffmann zur Causa, “es gibt aber in diesem Geschäft keine Persilscheine.” Uneingeschränkte Rückendeckung hört sich zweifelsfrei anders an, eher erinnern die Worte an die üblichen Floskeln im schnelllebigen Fußball-Business.
Nach der jüngsten Bundesliga-Pleite bei Borussia Mönchengladbach kam es zu einer Aussprache innerhalb der Mannschaft, nach der zu hoffen bleibt, dass sich die zweifellos vorhandene Qualität der Einzelspieler wieder zu einer vernünftigen und durchschlagskräftigen Mannschaftsleitung addiert. Die Unterstützung der Fans ist den Hanseaten dabei gewiss, erstmals in der Europa League wird die HSV-Arena wohl ausverkauft sein.
Änderungen in der Startelf
Labbadia wird seine Startformation vermutlich erneut ändern, Joris Mathijsen kehrt auf seine angestammte Position im Abwehrzentrum zurück und wird wohl an der Seite von Jerome Boateng auflaufen. Der Nationalspieler hat aufgrund seiner Flexibilität in der Defensive gute Chancen auf einen Platz im Nationalteam bei der Weltmeisterschaft. Im offensiven Mittelfeld hat sich zuletzt Jonathan Pitroipa wieder in Position gebracht und hat gute Karten neben Piotr Trochowski, der noch um sein WM-Ticket kämpft, das Flügelspieler des HSV anzutreiben.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellung:
Hamburger SV: Rost – Demel, Boateng, Mazhijsen – Aogo -
Jarolim, Ze Roberto – Pitroipa, Trochowski – van Nistelrooy,
Petric. – Trainer: Labbadia
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.