Russland: Hohe Taxikosten und SMS-Betrug nach den Bombenanschlägen in Moskau

Die Nachwirkungen der jüngsten U-Bahn-Bombenanschläge in Moskau sind weit verbreitet. Die Menschen trauern um Opfer, suchen nach Antworten auf zahlreiche Fragen, betrachten die Zukunft Russlands und drücken ihren Ärger aus €¦ Taxifahrer und SMS-Betrüger scheinen die Tragödie zu ihrem Vorteil zu nutzen. Direkt nach den Anschlägen erschienen mehrere Blog-Beiträge, die

Die Nachwirkungen der jüngsten U-Bahn-Bombenanschläge in Moskau sind weit verbreitet. Die Menschen trauern um Opfer, suchen nach Antworten auf zahlreiche Fragen, betrachten die Zukunft Russlands und drücken ihren Ärger aus €¦ Taxifahrer und SMS-Betrüger scheinen die Tragödie zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Direkt nach den Anschlägen erschienen mehrere Blog-Beiträge, die darüber berichteten, dass Taxifahrer ihre Tarife für die Leute erhöhten, die versuchten, innerhalb der ersten paar Stunden nach der Tragödie nach Hause oder an ihre Arbeitsplätze zu kommen. Laut diesen Bloggern kostete eine Taxifahrt von der Gegend, in der die Anschläge stattfanden bis zur Innenstadt (eine Fahrt von 10 Minuten) im Durchschnitt 3.000 Rubel (‚¬75.00). Das ist achtmal so viel wie der durchschnittliche Tarif für dieselbe Strecke vor der Tragödie.

Der beliebte (und ehemalige) TV-Nachrichtensprecher und gegenwärtige Radiomoderator Vladimir Solovyev schrieb in seinem Blog [RUS] zu diesem Thema:

“Ich möchte insbesondere über die Gauner berichten, die versuchen, Geld für eine angebliche Hilfe für die Opfer zu sammeln. Sie sollten als Komplizen der Terroristen vor Gericht gestellt werden. Nach dem Terroranschlag in New York City (9/11) arbeiten die Taxifahrer dort umsonst; unsere erhöhten ihre Preise. Sie sollten von den Taxi-Unternehmen überprüft und bestraft werden. Bastarde. Ihre Nummernschilder und Namen sollten Online, im Radio und im Fernsehen veröffentlicht werden. Sie sollten an der Mauer der Schande angeprangert werden.”

Andere Blogger (hier, hier und hier zum Beispiel) drückten ebenfalls ihre Empörung über diese Taxifahrer aus und zitierten hin und wieder das gleiche Beispiel der New York Taxifahrer während der 9/11 Tragödie.

Das Problem wurde so dringlich, dass der russische Ministerpräsident Vladimir Putin die Fahrer dazu aufforderte [RUS], die Situation nicht zu ihrem Vorteil auszunutzen, sondern “Solidarität mit den Menschen, die unter dieser Tragödie gelitten haben, zu zeigen.€ Um dieses Transportproblem zu lösen, setzte das Bürgermeisteramt später 131 Minibusse für freie Fahrten im Bereich der Tragödien ein.

Ein anderer Fall von Plünderei ereignete sich über Handys.

LJ-Benutzer molnija warnte {RUS] Moskauer über SMS-Nachrichten, die um Spenden für die Opfer der U-Bahn-Anschläge baten:

“Trauen Sie bitte keiner SMS von unbekannten Nummern!
Ich erhielt heute Mittgag eine SMS:
“Liebe Russen, wir bitten Sie, den Opfern der Terroranschläge in der Moskauer U-Bahn zu helfen. Alle Gelder werden dem Forschungs Institut überwiesen, dass nach Sklifosovsky (Moskauer Institute für Nothilfe auch als “Sklif€ bekannt) benannt wurde. Eine SMS kostet 45 Rubel (‚¬ 1,13) vor Steuern.€
Ich rief die Mobiltelefon-Gesellschaft an und die sagten mir, dass weder Sklif noch eine andere legitime Hilfsorganisation etwas darüber wussten. Das Interessante daran ist, dass eine SMS-Nachricht an diese mysteriöse Nummer keine 45 Rubel sondern 100 Rubel (‚¬ 2,52) kostet.”

Ein anderer Blogger, Apaxis fügte auf seinem Blog {RUS} hinzu, dass dies auch die Leute betrifft, die in St. Petersburg leben.

Etwas später gaben die drei größten Mobilfunk-Unternehmen Russlands ihre Entscheidung bekannt [RUS] allen, die auf diese SMS-Nachrichten-Betrug geantwortet hatten, die Kosten zurück zu erstatten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Hans H. Knauf, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.