Lokales Wetter und globales Wetter

Der Winter 2009/2010 war in weiten Teilen von Nordamerika, Europa und Asien zu kalt. Im Zentral- und Ostpazifik und in weiten Teilen der Arktis war und ist es hingegen zu warm. Warum ist das so? Verantwortlich dafür sind vor allem die lokalen Wettersysteme. Für das Wettergeschehen auf der Nordhalbkugel sind

Der Winter 2009/2010 war in weiten Teilen von Nordamerika, Europa und Asien zu kalt. Im Zentral- und Ostpazifik und in weiten Teilen der Arktis war und ist es hingegen zu warm. Warum ist das so?

Verantwortlich dafür sind vor allem die lokalen Wettersysteme. Für das Wettergeschehen auf der Nordhalbkugel sind vor allem die Arktische Oszillation (AO), die Nordatlantische Oszillation (NAO) und die Pazifische-Dekaden-Oszillation (PDO) wetterbestimmend. Auf der Südhalbkugel ist vor allem die El-Niño-Südliche-Oszillation (ENSO) wetterbestimmend.

Der mittlere und östliche Pazifik befindet sich derzeit in einer El Niño Phase. Diese geht mit besonders warmen Temperaturen im mittleren und östlichen Pazifik einher. Während der El Niño Perioden sind die östlichen Passatwinde abgeschwächt/ bzw. umgedreht und der Auftrieb kalten Wassers entlang des Äquators und vor der Küste Südamerikas nimmt ab. Das Oberflächenwasser wird somit durch die Sonne erwärmt. Diese Situation haben wir gerade. Über die letzten Jahrzehnte hinweg überwiegen die positiven ENSO-Phasen. Auf ein El Niño Ereignis folgt oft ein La Niña Ereignis. Während der La Niña Perioden sind die östlichen Passatwinde stärker ausgeprägt und der Auftrieb kalten Wassers entlang des Äquators und vor der Küste Südamerikas nimmt zu. Das Oberflächenwasser kühlt sich somit ab. Diese Situation könnte uns im Laufe des Jahres erwarten. Sowohl El Niño Ereignisse, als auch La Niña Ereignisse wirken sich maßgeblich auf die Globaltemperatur aus.

Auf der Nordhalbkugel haben wir gerade eine ganz besondere Situation erlebt. Der Winterindex der Arktischen Oszillation (AO) lag auf einem Rekordminimum.

Die Arktische Oszillation ist Ausdruck des Luftdruckgegensatzes zwischen den arktischen und den mittleren Breiten auf der Nordhemisphäre. In der negativen Phase steigt der Luftdruck in der Arktis, während er in den mittleren Breiten fällt. Negative Phasen der NAO und der AO fallen in der Regel zusammen. Das Island-Tief, dass Biskaya- und Aleuten-Hoch sowie das Azorenhoch sind dabei schwach ausgebildet. Es herrscht ein instabiler Nordpolarwirbel vor. Der Westwindgürtel beginnt zu mäandrieren. In der positiven Phase stellt sich die Situation entgegengesetzt dar. Über die letzten Jahrzehnte hinweg überwiegen die positiven Phasen. Der aktuelle Winter wies aber eine stark negative Phase auf. In einer negativen Phase der NAO und AO kommt es zu Kaltluftvorstößen aus der Arktis in den Osten und Süden der USA. In Asien und Europa kommt es zu Kaltluftvorstößen aus der Arktis nach Westeuropa. In der Arktis ist es durch den Luftmassenaustausch zu warm. Diese Situation konnten wir gerade beobachten. Auch die AO wirkt sich maßgelblich auf die Globaltemperatur aus.

Fazit: Sowohl der aktuelle El Niño, einhergehend mit warmen Temperaturen im mittleren und östlichen Pazifik, als auch das winterliche Rekordminumum der AO, einhergehend mit besonders warmen Temperaturen in der Arktis, wirken sich maßgeblich auf die Globaltemperatur aus. Beide Ereignisse sind auf natürliche Wettersysteme zurückzuführen. Der sich ändernde CO2-Gehalt der Atmosphäre spielt dabei, wenn überhaupt, eine untergeordnete Bedeutung. Eine Häufung der Extremwetterereignisse und eine Umstellung der Wettersysteme, infolge einer Erhöhung des CO2-Gehaltes der Atmosphäre, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass sich gegen Ende des Jahres eine La Niña Phase einstellen könnte. Auch die Negativphase der AO ist langsam am ausklingen. Infolge dessen könnte gegen Jahresende die Globaltemperatur wieder sinken.

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