Die Grenzen der Größe

Es gab Zeiten, da waren die Großraumflugzeuge mit amerikanischen und europäischen Managern ausgebucht. Alle pilgerten nach Japan, um die Geheimnisse der Toyota-Qualitätsphilosophie zu ergründen. Die Toyota-Story war ein fixer Bestandteil der Managementliteratur. Was Zuverlässigkeit und Langzeitqualität angeht, hatte sich Toyota ein Image der Unfehlbarkeit aufgebaut. Es gab über Jahre keine

tieotr.jpgEs gab Zeiten, da waren die Großraumflugzeuge mit amerikanischen und europäischen Managern ausgebucht. Alle pilgerten nach Japan, um die Geheimnisse der Toyota-Qualitätsphilosophie zu ergründen. Die Toyota-Story war ein fixer Bestandteil der Managementliteratur. Was Zuverlässigkeit und Langzeitqualität angeht, hatte sich Toyota ein Image der Unfehlbarkeit aufgebaut. Es gab über Jahre keine Pannenstatistik der Autofahrerclubs, welche Toyota nicht als zuverlässigsten Autobauer auswies.

Der Erfolg war riesig und Toyota hat innerhalb weniger Jahre seine Mitbewerber überholt und wurde zum größten Autobauer der Welt. Wie die Pilze nach einem warmen Sommerregen schossen die neuen Produktionsstätten in aller Herren Länder aus dem Boden. Mitten in der Überholspur-Euphorie gab es aber bereits warnende Stimmen. “Die Firma könne Opfer des eigenen Erfolgs werden, der Gigant gebe zu viel Gas, kaum zu halten sei die sprichwörtliche Toyota-Qualität, speziell in den vielen neuen Werken außerhalb Japans. Und, auch die Modellpolitik zeige Schwächen”.

Nun sind die Warnungen in der Realität angekommen.

Toyota hat die Grenze der Überschaubarkeit überschritten. Innerhalb kurzer Zeit mussten weltweit mehr als acht Millionen Autos zurückgerufen werden. Die Probleme haben bereits mehrere Menschenleben gekostet.

Das Wirtschaftswachstum hat seine natürlichen Grenzen, in der Geschwindigkeit und in der Größe, wie auch die Natur selbst ihre Grenzen hat. Auch Bäume können nur 130 Meter groß werden. Höher kann das Wasser in den Stämmen gegen die Schwerkraft nicht steigen. Die Menschheit wird sich darauf einstellen müssen, dass es nicht endlos Steigerungsraten im Wachstum geben kann. Die Bremsen dazu sind die Grenzen der Überschaubarkeit, die Verfügbarkeit von Ressourcen, die begrenzt belastbare Umwelt, die gesättigten Märkte und die nicht mehr möglichen Produktivitätssteigerungen. Nicht für die Erde aber für den Menschen wäre es wichtig, mit Einsicht und Weisheit rechtzeitig das richtige Maß zu finden.

Aus: Ein Plädoyer für das richtige Maß. SHAKER media.
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Photo Quelle/Copyright: kenjonbro, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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