Erinnern Sie sich an das Zauberwort aus Ihrer Kindheit? Ein kleines Wort, das Türen öffnete. Zuweilen auch Opas Geldbeutel, wie wir als Kinder schnell herausfanden. Heute haben viele Menschen vergessen, welche magische Anziehungskraft das schlichte Wörtchen €šDanke€˜ hat. Danke zu sagen ist indes das größte Kompliment, das wir dem Leben machen können. Tief empfundene Dankbarkeit ist ein Gefühl mit einer gewaltigen Wirkung. Bis ins kleinste Atom kann es Menschen, Tiere und Materie verändern.
In der Regel bedanken wir uns, wenn wir ein Geschenk erhalten haben. In dieser Reihenfolge. Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf: Was wäre, wenn wir uns für etwas bedanken, das wir noch gar nicht besitzen, es aber gerne haben möchten? Könnten wir mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit die Erfüllung eines Wunsches beschleunigen?
Angenommen, wir könnten mit einem aufrichtig gesprochenen Dankeschön positiv in unser Leben eingreifen. Wem hätten wir denn zu danken? An erster Stelle unserem Schöpfer, denn ohne ihn würden wir nicht existieren. Dann dem Leben selber, das uns so reich beschenkt €” mit Augen, Ohren, Händen, Talenten, einem lieben Menschen oder einem schönen Auto. In “Empfänger unbekannt” dankt der Dichter Hans Magnus Enzensberger dem Leben auf seine ganz eigene Art: “Vielen Dank für die Wolken. Vielen Dank für das Wohltemperierte Klavier und, warum nicht, für die warmen Winterstiefel. Vielen Dank für mein sonderbares Gehirn und für allerhand andere verborgene Organe, für die Luft, und natürlich für den Bordeaux. Herzlichen Dank dafür, dass mir das Feuerzeug nicht ausgeht, und die Begierde”, dichtet Enzensberger. Und weiter: “Und das Bedauern, das inständige Bedauern. Vielen Dank für die vier Jahreszeiten, für den Buchstaben e und für das Koffein, und natürlich für die Erdbeeren auf dem Teller, gemalt von Chardin, sowie für den Schlaf, für den Schlaf ganz besonders, und, damit ich es nicht vergesse, für den Anfang und das Ende und die paar Minuten dazwischen inständigen Dank, meinetwegen für die Wühlmäuse draußen im Garten auch.”
Eigentlich gibt es nichts, wofür wir nicht dankbar sein können.
Selbst eine unangenehme Erfahrung würde in uns ein Dankgefühl erzeugen, könnten wir nur immer ihren tiefen Sinn erkennen.
Türöffner
Dankbarkeit öffnet die Herzenstüren der Mitmenschen. Sie gewährt uns Zugang zu allem Schönen und Lichtvollen. Dankbarkeit ist eine Gefühlsqualität, die zum Wesen göttlicher Liebe gehört. In ihr liegt ein großer Segen. Wenn wir für etwas dankbar sind, harmonisiert sich in diesem Moment die Energie in unserem Lebensstrom. Das Licht im Herzen, unserem großen Lichtzentrum, wird intensiver. Vom Herz strahlt es in kleinere Lichtzentren oder Lichtpunkte aus, die über den ganzen Körper verteilt sind. Diese wiederum versorgen jede Zelle unseres Körpers. Wird einer Zelle Licht zugeführt, kommt drinnen Partystimmung auf. Warum? Weil in ihr ein winzig kleines Lichtwesen wohnt. Dieses Wesen geht einer Art Hausmeistertätigkeit nach. Es überprüft die Zellvorgänge und sorgt für eine reibungslose Funktion. Unermüdlich hält es von seiner Körperzelle jeglichen Unrat fern, den der Mensch ständig hineinkippt €” durch Gefühle von Unzufriedenheit, Unglücklichsein, Ärger oder Verzagtheit. Mit dem ihm zur Verfügung stehenden Licht polt das kleine Wesen die negativen Energien in positive um und stellt sie der Zelle anschließend wieder zur Verfügung. Fließt der Zelle von außen kein Licht mehr zu, kann sein Bewohner nur noch solange seine Tätigkeit ausüben, bis das vorhandene Licht aufgebraucht ist. Geht in zu vielen Körperzellen das Licht aus, kann die Diagnose €šKrebs€˜ lauten. Freuen wir uns also, wenn die Lichtwesen in den Zellen Party feiern!
Dankbarkeit zieht Engel an
Wer dankbar ist für alles, was ihm das Leben täglich schenkt, zieht automatisch Liebe, Harmonie und Wohlstand an. Er trägt zur Erfüllung des göttlichen Planes bei. Fühlen wir tiefe Dankbarkeit, sind wir automatisch geschützt. Störende Gefühle wie Ärger oder Unzufriedenheit, die unser natürliches Schutzschild durchlöchern, können gar nicht erst entstehen. Beobachten Sie sich: Können Sie sich ärgern, wenn Sie gerade richtig dankbar sind? Auch Engel sind nicht weit von einem dankbaren Herzen entfernt. Dankbarkeit verstärkt das Licht in uns. Je länger dieser Zustand ohne Unterbrechung anhält, umso mehr Licht wandert auch in die abgelegensten Regionen unseres Körpers, strahlt in unsere Aura hinaus und berührt alle Lebewesen und Dinge um uns herum. In jedem dankbaren Moment werden wir also zu einem Segen für unser Umfeld.
Wenn wir anderen Menschen, Orten, Situationen oder Dingen Gedanken der Liebe und Dankbarkeit schicken, führen wir ihnen Licht zu. Wir entzünden dort ein Feuer, das reinigt, harmonisiert und schließlich eine vollkommene Verwandlung in einer Person, an einem Ort, in einer Situation oder einer Sache auslösen kann. Dankbarkeit kann so wie ein Radiergummi wirken, der Selbstsucht ausradiert. Egoistische Menschen sind egoistisch geworden, weil sie vergessen haben, dem Leben Danke zu sagen. Damit haben sie nach und nach die Türen zu den Segnungen des Lebens geschlossen. Ein wahrhaft dankbarer Mensch verschenkt das Licht und die Liebe seines eigenen Lebensstromes an jeden Menschen €” ohne Vorbehalte. Doch was passiert mit raffgierigen Zeitgenossen, die immer mehr für sich behalten möchten? Sie setzen eine zentripetale, nach innen gerichtete Kraft in Gang, die wie eine Spirale zum Mittelpunkt hin stärker wird. Irgendwann hält der Mensch diesen Druck nicht mehr aus. Unkontrollierte Ausbrüche verschiedenster Art sind die Folge€”unsere Zeitungen sind voll davon. Gott sei Dank gibt es unzählige Menschen mit dem Wunsch, ihre Mitmenschen aus dem selbstgemauerten Ego-Gefängnissen zu befreien. Solche Menschen zeichnet ein unerschöpfliches Energiereservoir an Liebe und Dankbarkeit aus. Sie verschenken ihre Energie jedem in ihrer Umgebung, ohne ihren Vorrat jemals aufbrauchen zu können. Energie fließt immer in einem Kreis. Das Sprichwort “Wie man in den Wald hineinruft, so schallt€˜s heraus” verdeutlicht dieses Lebensgesetz. Irgendwann kehrt also die Energie wieder an ihren Ausgangsort zurück. Weil der liebe Gott das gut findet, legt er diesen Menschen eine himmlische Rendite in Form von noch mehr Energie wie Reichtum oder Harmonie dazu.
Maschinen sei Dank
Zufriedenheit und Dankbarkeit sind ein unzertrennliches Paar. Auch Dankbarkeit und Glück hängen zusammen. Glücksforscher €” ja, die gibt es tatsächlich €” kommen zu dem Ergebnis, dass glückliche Menschen dankbarer sind als unglückliche. “Menschen, die mit dem Schicksal hadern, richten ihre Aufmerksamkeit auf das, was sie unzufrieden macht”, fasst ein amerikanischer Forscher das Ergebnis einer Studie zusammen. “Die Glücklichen hingegen haben ihren Blick trainiert für die erfreulichen Dinge des Lebens.” Deshalb ist es für unser Wohlbefinden so wichtig, unsere Fähigkeit für Dankbarkeit täglich zu trainieren. €šIch bin dankbar€˜ ist ein kleiner Satz mit großer Wirkung. Ein dankbarer Mensch denkt, fühlt und lebt freier! Danken Sie ihrer Waschmaschine für all die Schwerstarbeit, die sie täglich leistet. Bedanken Sie sich beim Kühlschrank, Ihrem Auto, dem Busfahrer €” und in Enzensberger Art “meinetwegen für die Wühlmäuse” und das Gänseblümchen am Wegrand.
Leider hat der Mensch eine ausgeprägte Fähigkeit, aus Erfahrungen nichts zu lernen. Wenn Ihnen jemand für etwas dankt, wie fühlen Sie sich? Sie freuen sich, und Sie geben gerne wieder. Wenn Sie schenken und schenken, doch Zeichen der Anerkennung und des Dankes bleiben dauerhaft aus, dann wissen Sie nicht, ob diese Person Ihre Zuwendungen tatsächlich schätzt. Irgendwann hören Sie einfach auf damit. Sie verlieren Ihr Interesse. Können Sie sich vorstellen, dass Pflanzen, Tiere und alles Leben auf diesem Planeten genauso reagieren? Deswegen: Bedanken Sie sich bei der Natur und den Wesen der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft für ihre unermüdlichen Dienste. Würden die Natur €“ und Elementarwesen in Streik treten, dann wäre unsere Erde in kürzester Zeit unbewohnbar.
Jedem Menschen, der unseren Weg kreuzt, sollten wir dankbar sein. Es kann nämlich durchaus sein, dass genau dieser Mensch uns früher, vielleicht in einem zurückliegenden Leben, einen großen Dienst erwiesen hat. Natürlich müssen wir diese Person nicht unbekannterweise mit Geschenken überhäufen. Respekt, Anerkennung und Lob sind ein Ausdruck von Dankbarkeit. Sie kosten nichts und tragen zu einem liebevollen Miteinander bei.
Dankbarkeit macht stark
Dankbarkeit ist die Währung, die uns eine angenehme Lebensreise ermöglicht. Wollen wir unser Leben in Wohlstand, Freude und Schönheit genießen, dann schulden wir dem Leben €” allem Leben €” Dank. Danke, dass wir eine Wohnung mit vielen Annehmlichkeiten haben. Danke, dass wir diese oder jene Lebenserfahrung machen durften. Danke, dass wir an diesem Ort zu dieser Zeit in dieser Familie leben dürfen, denn hier können wir unsere Lebensaufgabe am besten erfüllen. Wie viele Millionen Menschen sind obdachlos und haben keinen sauberen Ort zum Leben. Sie gehen hungrig ins Bett und wachen seelisch verkümmert auf. Wie in einem Blinde-Kuh-Spiel werden sie von ebenso blinden Regierungen in Kriege geschubst. Wir hingegen leben in Frieden und sind unzufrieden. Wir haben warme Kleider und frieren aufgrund unserer eigenen Gefühlskälte. Wir sind übersättigt und hungern nach Besitz. Mensch, es ist Zeit zu danken. Goethe wusste, dass “Undank immer eine Art Schwäche ist. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären”.
Dankbarkeit ist eine Grundvoraussetzung für ein erfülltes Leben. Wenn wir uns im voraus für etwas bedanken, dann haben wir in diesem Moment die greifbare Wirkung eines Wunsches akzeptiert. Wir haben die Kraft für eine baldige Erfüllung in Bewegung gesetzt. Was wusste der Dichter Joseph von Eichendorff von der Kraft der Dankbarkeit? “Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort”, schrieb der romantische Lyriker. Meinte er DAS Zauberwort aus unserer Kindheit?
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