Ohnmacht?

Nähert sich die Kultur der gesamten Menschheit dem Niedergang? Nicht nur die historische Altstadt Algiers zerfällt. Auch die Bäder in unserer Nähe werden nach und nach geschlossen, Denkmäler werden dem wirtschaftlichen Interesse der Kommunen unterworfen, Schlaglöcher in den Straßen werden unternehmungslustig verkauft, unsere Kinder spielen ohne jede Vorwarnung unter einem

Nähert sich die Kultur der gesamten Menschheit dem Niedergang? Nicht nur die historische Altstadt Algiers zerfällt. Auch die Bäder in unserer Nähe werden nach und nach geschlossen, Denkmäler werden dem wirtschaftlichen Interesse der Kommunen unterworfen, Schlaglöcher in den Straßen werden unternehmungslustig verkauft, unsere Kinder spielen ohne jede Vorwarnung unter einem Schuldenberg, der gerade einzustürzen droht. Wir alle warten Gott ergeben darauf, dass es irgendwann wieder aufwärts geht, obwohl eher die allgemeine Verwahrlosung auch auf unseren Schulen baulich und menschlich Fortschritte macht.

Um uns die Zeit bis zum Untergang gemütlicher zu gestalten, streiten wir als moderne Menschen nicht mehr über die Existenz Gottes, sondern über die Existenz einer Aschenwolke aus einem längst vergessenen Vulkan. Wir streiten über die Existenz der Ozonlöcher und des Klimawandels, obwohl wir eher über Existenz unserer berühmten Weisheit streiten sollten, über den Homo sapiens, der sich selbst bereitwillig als Maßstab der umliegenden Welt erklärt, während sein eigenes erfolgreiches Werk im Staub der Geschichte verrottet.

Nach uns Sintflut?

Die Einen stehen ratlos vor dem um sich greifenden Zerfall, die Anderen scheinen zu wissen, was zu tun ist. Die Bänker stehlen weiterhin gewissenhaft unser Geld, um die Zukunft wenigstens eines kleinen Teiles der Menschheit zu sichern. Die Hoffnung, die Wohlhabenden werden den Niedergang der Menschheit überleben, um als Sieger der Evolution in den Himmel zu kommen, besteht ja immer noch. Wer nicht aufgibt, der hat die Chance ergriffen! Das ist die Regel, die auch unsere Politiker zum Weitermachen treibt, wohlwissend, dass wir die Zukunft nicht voraussehen können, einfach deswegen, weil wir nicht im Stande sind, die Gegenwart richtig zu verdauen.

Also ignorieren die meisten Menschen die Gegenwart, in dem sie sich nur winzige Details der gegenwärtigen Hoffnungslosigkeit anschauen, um darüber zu reden. Die Diskussion werden wir wohl auch dann fortsetzen können, wenn die Mehrheit der Bevölkerung arbeitslos wird, wegen der klug vorbereiteten Krise, die auf uns aus der bereits erwähnten Aschewolke herunter regnet. Weil wir auf nichts, aber auch gar nichts vorbereitet sind. Wir haben keine Reserven oder Rücklagen für unvorhersehbare Ereignisse, die unser Niedergang beschleunigen können. Den wirtschaftlichen Schaden, der wegen dem Flugverbot entsteht, werden wir nur durch neue Schulden bewältigen können.

Eine lange Geschichte

Es hat sehr lange gedauert, bis das Kristallwasser durch das Gestein zu uns hervorgedrungen ist, bis die Gerste herangereift ist, und bis wir gelernt haben, das Bier zu brauen. Wir können das Bier aber nur so lange trinken, bis der Krug zerbricht. Wir haben sehr lange in der Schuld gegenüber Gott gestanden, nun übernahmen diese gewaltigen Schulden die Schuldeneintreiber, die es in unserer langen Geschichte auch schon vor der Erfindung des Geldes gab. Also nichts Neues unter der Sonne. Das Geld macht nicht glücklich, es regiert aber die Welt und deswegen werden wir alle durch die Macht des Geldes ins Unglück gestürzt.

Dank dem Fernseher können wir dem Zerfall der Kulturen live zusehen, das Bier in der Blechdose gegen jedes Unglück gut abgesichert, lassen wir uns durch den eigenen Untergang anspruchsvoll unterhalten. Wir schauen gut zu, um die Welt zu verstehen, wird denken sogar über viele Dinge nach, unsere gesamte Geschichte lang sind wir dabei, über Gott und die Welt nachzudenken. Leider ohne Ergebnis…

Kommentare

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  1. Muss es gleich der Untergang des Abendlandes sein? Tatsächlich häufen sich derzeit die richtig aufgezeigten Unzulänglichkeiten in Politik und Gesellschaft. Aber es hat nicht alles mit allem zu tun und lässt sich auch nicht beliebig miteinander verknüpfen.