Hygiene des Verdauungstrakts. Bedienungsanleitung für unser Versorgungssystem. Teil I.

Von Körper- und Mundhygiene haben wir alle schon gehört. Aber was ist die Hygiene des Verdauungstrakts? Die richtige Bedienung unseres Versorgungssystems? Ein wenig ist doch auch alles mehr oder weniger “Igitt”, was mit den Vorgängen im Körper zu tun hat, besonders mit Verdauung und Ausscheidung, nicht? Und überhaupt €“ gibt

darm.jpgVon Körper- und Mundhygiene haben wir alle schon gehört. Aber was ist die Hygiene des Verdauungstrakts? Die richtige Bedienung unseres Versorgungssystems? Ein wenig ist doch auch alles mehr oder weniger “Igitt”, was mit den Vorgängen im Körper zu tun hat, besonders mit Verdauung und Ausscheidung, nicht? Und überhaupt €“ gibt es nicht größere Probleme auf dieser Welt, als dass der eine oder der andere einfach nicht mit seiner Nahrungsaufnahme und seiner Verdauung klar kommt?

Wenn nur der Einzelne rülpst und pupst, wenn er mal obstipat ist oder laufend “müssen muss”, bewegt das die Welt nicht, selbst dann nicht, wenn die Fehlbedienung seines Verdauungstrakts die Verstoffwechslung der Nahrung einschränkt und er sich eine Krankheit nach der anderen zuzieht. Die fehlerhafte Nutzung des uns von der Natur mitgegebenen Verdauungstrakts ist aber beileibe kein Einzelproblem. Mehr als ein Drittel der Deutschen hat häufig Stress mit der Verdauung, die meisten anderen zumindest gelegentlich.

Wenn die Allgemeinheit besser Bescheid wüsste, wie leicht es ist, all diesen Ärger zu vermeiden, wäre die richtige Verdauung nicht zu einem wichtigen gesellschaftlichen Problem geworden. Die Bedeutung des Problems wird unterstrichen durch den in ein paar Wochen  wieder bevorstehenden Weltverdauungstag am 29. Mai 2010. Rechtzeitig zu diesem Termin will ich dazu beitragen, dass über das wichtige Thema nicht dumm gelacht wird, sondern dass allgemein erkannt wird, dass dies ein Schicksalsthema für jeden von uns und für die ganze menschliche Gemeinschaft wie auch für die Länder und ihre Gesundheitssysteme ist.

Zählt man einmal grob zusammen, welche sog. Volkskrankheiten sich an die fehlerhafte Nutzung unseres Verdauungstrakts anschließen, begreift auch der letzte Zweifler, dass es bei diesem Thema wirklich um die Wurst geht. Die Schäden direkt am Verdauungssystem von Karies, Parodontose, Reflux, Speiseröhrenkrebs, Magengeschwüre, Enzündungen der Bauchspeicheldrüse, Lebererkrankungen von Gelbsucht bis Leberzirrhose, Reizdarm, Morbus Crohn, Blähbauch, Leaky Gut Syndrom, die Unterversorgung der Darmflora mit dem folgenden Abbau der Immunantwort des Körpers und mehr sind nicht einmal die gravierendsten Probleme. Die Fehlversorgung unserer Körperzellen mit den in ihnen gefangenen Trillionen Mitochondrien, den Verbrennungskammern des Körpers, in denen in der sog. Atmungskette durchschnittlich täglich 70 kg (!) Adenosintriphosphat (ATP) aufgebaut und sofort als unsere eigentliche Körperenergie verbraucht werden, greift wie nichts anderes fundamental in die Funktionsfähigkeit unseres Körpers und seiner Organe und Einrichtungen ein. Nicht zu vergessen die Notwendigkeit, mit ausreichender Menge an Vitalstoffen die in der Atmungskette entstehenden Freien Radikale abzufangen! Dazu kommt die Störung unseres mental-hormonellen Gleichgewichts durch den unzureichenden Aufbau der Neurohormone wie insbesondere des Schlüsselhormons Serotonin mit endlosen neurologischen und psychischen Auswirkungen von Depression, Migräne, Fibromyalgie, AD(H)S, Zwangsstörungen, Unfähigkeit zum Stressabbau usw. €“ der ganze Formenkreis der Störungen, die der Arzt in Molières “Eingebildetem Kranken” als “vegetative Dystonie” beschreibt.

“Der Tod sitzt im Darm!”

Der Volksmund weiß das längst. Die endlosen Schäden in der Funktion des Darms und ihre Folgen sind aber auch der Tod unseres Gesundheitssystems.

Zur Erhaltung dieses voll aus dem Ruder gelaufenen Systems schröpft der Staat seine Bürger immer weiter. Jeder Arbeitnehmer arbeitet bereits zu einem Sechstel seiner Arbeitskraft dafür, dass er im Krankheitsfall vom System mit ärztlichen Leistungen und Medikamenten bedient wird. Weil das alles zu teuer geworden ist, stehen wir vor einem medizinischen Zweiklassensystem mit deutlich besseren Leistungen für die “Leistungsträger” in der Wirtschaft. Weitere Unsummen geben die Bürger privat aus für neue Wege außerhalb der orthodoxen Medizin, die die Gesundheit bringen sollen wie, z.B., die immer mehr zunehmende Substituierung einzelner Bestandteile der Nahrung, die angeblich oder wirklich fehlen. Wir zahlen auch bei einfachen Lebenmitteln kräftig dazu, weil die Industrie sie wie wild mit Vitaminen anreichert und uns das natürlich in Rechnung stellt.

All diese Bemühungen sind aber fruchtlos. Die “großen” Krankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen vom Bluthochdruck bis zu Herzinfarkt und Hirnschlag, Krebs, Diabetes, Rheuma, Asthma, Gicht und eben auch die Summe der psychischen Störungen greifen immer weiter um sich. Kaum jemand stirbt noch von Alters wegen. Die Krankheiten schlagen in immer jüngeren Jahren zu (schon Kinder erkranken an Altersdiabetes!) und begleiten uns unweigerlich bis zum viel zu frühen Tod. Dabei ist die Medizin nicht insgesamt erfolglos. Schließlich ist in den letzten 100 Jahren die Lebenserwartung laufend gestiegen, weil die Kindersterblichkeit eingedämmt wurde und Arzneien entdeckt wurden, die die schlimmsten Folgen vieler Krankheiten einschränken können, wenn sie auch in ihrem Entstehungsgrund nicht verstanden sind und in Wahrheit nicht durch “Heilmittel” beseitigt werden können. Heute indessen sinkt in den westlichen Industrieländern wieder die Lebenserwartung. Das System zerstört sich selbst und seine Leute.

Bei einer Reise durch die vielen Stationen, die unsere Nahrung vom Mund bis zum Darmausgang macht, wird bei genauer Beobachtung klar, wie die Fehlbedienung unseres Verdauungstrakts im Einzelnen die Entstehung der endlosen gesundheitlichen Störungen verursacht und wie die Vermeidung der Fehler die Gewissheit verschafft, unbehindert durch die vielen möglichen menschlichen Krankheiten in voller Funktionsfähigkeit und bei bestem Wohlbefinden ein hohes Alter erreichen zu können.

Dies sind die Stationen zwischen den beiden Ein- und Ausgangsverschlüssen Mund und After:

1. Mundraum

2. oberer Schlundschnürer

2. unterer Speiseröhrenverschluss (Cardia)

4. Pförtnerhöhle

5. Magenpförtner

6. Ileozäkalklappe (Verschluss zwischen Dünn- und Dickdarm)

Auf diese sechs Bereiche hat jeder von uns maßgeblichen Einfluss und kann mit ihrer richtigen Nutzung weitgehend selbst bestimmen, welche Qualität sein restliches Leben haben wird. Wie das leicht zu schaffen ist, werde ich in Teil II erläutern.

Vorab noch ein Hinweis: Wir Menschen sind die einzigen Wesen auf dieser Erde, die ständig diese Fehler machen. Wir sind auch die einzigen Lebewesen, die so massiv von endlosen Krankheiten betroffen werden. Wir sonnen uns in einer Einmaligkeit unter allen Lebewesen, weil wir über den am besten ausgebildeten Intellekt verfügen und in der Lage sind, uns die Natur zu unterwerfen. Unsere Vernunft muss uns aber endlich die Einsicht bringen, dass wir es mit der Abweichung unserer Ernährung in der Frage der Auswahl der Nährstoffe, ihrer Behandlung und der Hygiene unseres Verdauungstrakts von den von der Natur für uns bestimmten Normen und Gesetzmäßigkeiten weit übertrieben haben.

Um ein Gleichnis zu bemühen, erinnere ich an die letzten Worte Jesu Christi am Kreuz:  “Herr vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!” Nicht, dass ich für die Wahrheit dieser Geschichte werbe. Es geht mir nur um das Bild: so wie in der biblischen Geschichte die Schergen den Gottessohn getötet haben ohne zu wissen was sie da taten, haben wir Menschen seit es uns gibt die Natur vergewaltigt €“ allem voran unsere eigene Natur als geborenen Pflanzenfressern. Das will ich abschließend in Teil II thematisieren.

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