Eine eigene Volksmusik-CD hat er schon vor Jahren herausgebracht. Eine Fernsehsendung nennt er ebenfalls sein eigen. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez ist immer wieder für eine Überraschung gut. Neuerdings widmet er sich jedoch weder kleinen bunten Scheiben, noch den bewegten Bildern – nein, Hugo will Nummer eins unter den Twitter-Usern werden.
Wie MG Siegler von techcrunch.com berichtet, tobt derzeit ein wirklich “ernstzunehmender Wettstreit” um die meisten Follower auf dem beliebten Microblogging-Dienst. US-Schauspieler Ashton Kutcher hat es schließlich vorgemacht und schon im April 2009 die Eine-Million-Marke geknackt. Heute sind es übrigens mehr als 4,8 Millionen Follower und Britney Spears ist ihm mehr als nur knapp auf den Fersen. Das Rennen um das Erreichen der Fünf-Millionen-Grenze ist in vollem Gange. Die Promis haben ihre Rechnung allerdings ohne Hugo Chavez gemacht. Der verkündet nun, ebenfalls bei Twitter einsteigen zu wollen – neben seiner Tätigkeit als Zeitungskolumnist und Radiomoderator, versteht sich. Überraschend sei das nicht, meint auch Autor Siegler zu diesen jüngsten Ambitionen. “Doch überraschend ist sein augenscheinliches Ziel: ‘Ich bin mir sicher, dass er den Follower-Rekord brechen wird’, erklärte Diosdado Cabello, venezolanischer Regierungsfunktionär und Kommunikationschef heute gegenüber Bloomberg.”
Den Kritikern auf der Spur…
Siegler hat da so seine Zweifel. Von null auf fünf Millionen – für jemanden, der kein Popstar ist, könnte das verdammt schwer werden. Zum Vergleich: Conan O’Brien war ziemlich flott im Aufbau seiner Gefolgschaft. Dennoch bringt er es heute, zwei Monate nach seinem Eintritt, auf “nur” 888.000 Follower. Bill Gates, auch kein Unbekannter, hat rund 775.000 Twitterer, die sich ihm angeschlossen haben. Herrn Chavez dürfte das wenig kümmern. Denn der hat schon einen Plan, der wohl besser zu sein scheint als der seines “Kollegen” Fidel Castro: Er will sich einfach Leuten wie US-Präsident Barack Obama (der hat 3,8 Millionen Follower), dem chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera (der hat 88.000 Follower) und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu (der hat 3.500 Follower) anschließen.
Ganz unverhofft, überlegt Siegler am Ende, kämen seine Bestrebungen in Anbetracht der letzten Ereignisse eigentlich gar nicht. Immerhin hat Chavez erst im Februar versucht, Kritiker, die seinen Rücktritt auf Facebook und Twitter forderten, mundtot zu machen. Der hashtag #freevenezuela war wohl der dritthäufigste Begriff, der zu dieser Zeit auf Twitter verwendet wurde. Jetzt bietet er dem Kapitalismus eben kurzerhand auch hier die Stirn.
Photo Quelle/Copyright: Que communismo, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
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