Ein ganz normaler Titel?

Nach schleppendem Saisonbeginn hat Rekordmeister FC Bayern München die Kräfteverhältnisse in der Fußball-Bundesliga wieder zurecht gerückt und sich durch einen beeindruckenden Schlussspurt auf der Zielgeraden die 22. Meisterschaft (praktisch) gesichert. Dabei wackelte der Stuhl von Trainer Louis van Gaal nach dem 8. Spieltag und ebenso vielen Punkten Rückstand auf Bayer

Nach schleppendem Saisonbeginn hat Rekordmeister FC Bayern München die Kräfteverhältnisse in der Fußball-Bundesliga wieder zurecht gerückt und sich durch einen beeindruckenden Schlussspurt auf der Zielgeraden die 22. Meisterschaft (praktisch) gesichert. Dabei wackelte der Stuhl von Trainer Louis van Gaal nach dem 8. Spieltag und ebenso vielen Punkten Rückstand auf Bayer Leverkusen, sowie dem drohenden Aus in der Champions League in der Vorrunde, bereits gewaltig. Erst nach der Winterpause brillierte das Starensemble von der Säbener Straße und liefert diesmal nicht einmal der Konkurrenz Anlass zur Missgunst.

Jugend forscht

Was bleibt also von dem letzten Raubzug der dominierenden deutschen Mannschaft neben den regelmäßigen Geniestreichen von Arjen Robben und den launischen Auftritten seines französichen Pendants Ribéry am meisten im Gedächtnis? Zum einen sicherlich die geglückte Umschulung von Bastian Schweinsteiger vom limitierten Flügelflitzer zum zentralen Fixpunkt des Bayern-Spiels. Eine derartige Entwicklung zum Führungsspieler neben Leitwolf und Kapitän Mark van Bommel hätten dem Eigengewächs wohl nur die Wenigsten zugetraut. Die wohl größte Leistung van Gaals besteht aber in dem beinahe reibungslosen Einbau diverser Nachwuchsspieler wie Müller, Badstuber, Contento oder Alaba, die vor Saisonbeginn höchstens 3.Liga-Experten auf dem Zettel hatten. Bezeichnenderweise war es dann auch Thomas Müller, der die Bayern mit einem Hattrick gegen Bochum auf den Olymp hievte.

Was soll das noch enden?

Nun wären die Bayern nicht der mit großem Abstand erfolgreichste Verein in Deutschlands, hätten sie das von Oli Kahn proklamierte Credo (“Weiter immer weiter machen”) nicht in gleicher Art verinnerlichert, wie zum Beispiel José Mourinho sein Sicherheitskonzept bei Inter Mailand. Zwei Spiele zur Unsterblichkeit stehen für die Münchner noch aus: Zum einen das Pokalfinale in zwei Wochen in Berlin gegen Werder Bremen. Eine Woche später folgt die Kür gegen eben jenes von Mourinho trainierte Inter im Finale der Königsklasse, wo die Bayern erstmals in ihrer Historie das Triple realisieren könnten. So selbstverständlich selbstbewusst, spielerisch überlegen, ohne dabei arrogant zu wirken und taktisch perfekt eingestellt, haben sich die Bayern in der Vergangenheit selten präsentiert und so scheint ein Ende des Höhenfluges derzeit nicht absehbar.

Triple nicht genug?

Selbst für die zuletzt etwas ins Abseits geratenen arrivierten Nationalstürmer Gomez und Klose ist noch ein versöhnliches Saisonende in Sicht. Nachdem im Verein zunächst Müller und nun auch Olic die Plätze im Rampenlicht einnehmen, könnte für das Duo spätestens bei der Weltmeisterschaft in Südafrika die Stunde schlagen. Die Liste der WM-Fahrer im Kader der Bayern ist lang und wer weiß, ob für einige das Triple der letzte Titel in der Saison bereits das Ende der Fahnenstange bedeutet?

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