Jeder mag sie und alle gönnen es ihnen: Wenn man sich innerhalb der Fußballszene etwas umhört, gilt der FC St. Pauli als wohl beliebtester Verein in ganz Deutschland. Grund dafür war schon immer die etwas andere, lockere, ungezwungene Art, mit der sie im hohen Norden arbeiten. Seit Sonntag steht der ewige Underdog vor der Rückkehr in die 1. Bundesliga, will dort aber nach dem fünften Aufstieg (letztmals 2001) mehr als nur nett mitspielen und sich Komplimente abholen.
Vorgezogene Aufstiegsfeier am Flughafen
Knapp 1000 Fans der Kiezkicker versammelten sich am frühen Montagmorgen bei Schmuddelwetter am Flughafen, um ihre Helden begeistert zu empfangen. Den Klassiker “Nie mehr 2. Liga”, bekamen die übermüdeten Protagonisten standesgemäß vorgetragen, die durch den 4:1-Erfolg bei der SpVgg Greuther Fürth ebenso sicher aufgestiegen sind, wie der FC Bayern am Wochenende Deutscher Meister wurde – also zu 99,9 Prozent.
“Im Flugzeug gab’s nur Kaffee und Wasser. Das war ein kleiner Abturner. Aber nachher geht’s wieder richtig los”, sagte der Architekt des jüngsten Erfolges, Trainer Holger Stanislawski, der so perfekt zum Punk-Klub passt, wie Bohlen zu RTL oder Englands Aus bei der WM im Elfmeterschießen. Bis einschließlich Mittwoch gab es trainingsfrei, feiern konnte man schließlich beim FC St. Pauli schon immer wie die Weltmeister.
Mehr als ein Betriebsunfall
St. Pauli, das in den 80er und 90er Jahren bereits regelmäßiger Kurz-Gast in der Liga war und immer den Ruf des Paradiesvogels genoss und damit kokettierte, hat sich einiges vorgenommen. Im Gegensatz zu früheren Jahren begnügt man sich nicht mit der Rolle des gern gesehenen Gastes, der aufgrund seiner lebendigen und vielfältigen Fankultur zwar die Stimmung in den Stadien bereichert, auf dem grünen Rasen jedoch meist nicht mehr als zuverlässiger Punktelieferant war. Vor vier Jahren noch stand der Verein vor der Bedeutungslosigkeit, man dümpelte in der Regionalliga umher und war wie so oft hoffnungslos überschuldet. Neben Stanislawski hat vor allem Sportchef Helmut Schulte für professionelle Strukturen gesorgt. Das Stadion wurde erneuert und 1. Liga tauglich gestaltet, genauso wie Trainingsgelände und Nachwuchsförderung zukunftsfähig ausgerichtet. Da wohl kein Leistungsträger den Verein verlassen wird, kann Pauli im überlebenskampf auf eine gewachsene Mannschaft bauen und hat mit Deniz Naki vielleicht schon den nächsten Nationalspieler in den eigenen Reihen.
Schön, dass ihr wieder da seid
Endlich sind sie wieder zurück!
Ich freue mich auf die Spiele von St. Pauli… Besonders zu Hause sind sie schwer zu knacken. Werde auf jedenfall zum St. Pauli – Schalke spiel vorbeischauen.
Mal schauen wie lange sie sich in der 1. Liga halten können.
LG
Jan-Philipp