“Ich hatte zum ersten Mal auf einem großen öffentlich-rechtlichen Publikumssender die Möglichkeit auf das Zinseszinsproblem und das bevorstehende Ende des Lebenszyklus dieses Zinseszinssystems hinzuweisen, ohne dass Eichel oder Henkel widersprochen haben. …”
So Dirk Müllers Kommentar zur Sendung “Markus Lanz” am 29.04.2010.
Neben Erläuterungen zur Frage “Griechenland” im Speziellen, zeigte Müller im Zweiten Deutschen Fernsehen mit ungewöhnlich ehrlichem, präzisem und dabei fast schon fatalistischem Ton die Grundproblematik des Zinseszins-/Schuldsystems auf, welches letztlich sowohl auf weltökonomischem wie auch privatökonomischem Niveau die mathematische Grundlage allen Wirtschaftens darstellt.
Das Phänomen der exponentiellen Verschuldung wie des exponentiellen Anstieges von Vermögen erläutert Müller hier anhand des “Josephspfennigs”:
Hätte Joseph seinem Sohn Jesus zu Lebzeiten ein Konto eröffnet und auf dieses einen einzigen Cent eingezahlt, und würde man heute sich die Zinsen und Zinseszinsen – bei angenommenen 5% – auszahlen lassen, müsste die Bank einen Betrag auszahlen, welcher den Gegenwert von 295 Milliarden Erdkugeln aus reinem Gold hätte.
Diese Emergenz lässt sich wie erwähnt nicht nur hinsichtlich finanzwirtschaftlich erzielter Gewinne beobachten. Auch – und das ist das eigentliche Problem – wirkt dieses Prinzip auf Schulden. Anfangs lässt sich hüben wie drüben ein sanfter Anstieg beobachten. Je weiter jedoch die Zeit auf der X-Achse voranschreitet, desto steiler wird die Kurve. Bis schließlich die Schulden nicht mehr bezahlbar sind und die vorhandene Geldmenge umgeschichtet ist.
Die Folge hiervon sehen wir – so Müller – nun z.B. in Griechenland. Der Lebenszyklus des Systems geht auf sein verdientes Ende zu und das System braucht einen Reset. Dass diesen am Ende, und es klingt schon nach Klischee, die Bürger – ob nun die Griechen selbst und die Bürger anderer Teilnehmer der gemeinsamen Währungszone – stemmen müssen, ist ebenso systeminhärent wie traurig.
Einen Lösungsansatz für diese Problematik könnte man – freilich je nach Geschmack – in einer Systemfrage sehen.
Danke Dirk Müller für diese präzise Darstellung!
Eine lange bekannte Wahrheit wird hier noch einmal schön zusammengefasst. Das die Herren Eichel und Henkel nicht widersprochen haben, liegt daran, dass beiden dieser Umstand bekannt ist. Das Abmelken der Finanzmärkte läuft auf Hochtouren ohne Rücksicht auf Bevölkerungen, Politiker oder Staaten. Mit Einführung des Euros konnte der Zusammenbruch des Systems noch ein paar Jahre hinausgezögert werden. Jetzt ist es soweit. Die Großfinanz hat beschlossen, alle Gewinne einzusammeln die noch realisiert werden können. Daher hat es in den zurückliegenden Jahren auch die Privatisierung der Daseinsvorsorge in vielen europäischen Staaten gegeben. Alle Werte in die Taschen weniger – nur das Volk hat die Kraft, die Länder aus den hinterlassenen Ruinen wieder neu aufzubauen; erst dannach werden die Kaputtmacher wieder aktiv bzw. werden versuchen, nach den USA und Europa, zwischenzeitlich Asien zu zerstören.
Wer stoppt endlich diese Verbrecher? Das griechische Volk hat bereits damit begonnen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und tötet die Banker. Ich hoffe, dass wir noch eine Weg der Vernunft finden, um dieses Problem zu lösen!