Windenergie ist gut für das Klima, so die lautet die einhellige Meinung. Aber was bringt ein Windpark wie Alpha Ventus wirklich für das Klima? Was kostet der produzierte Strom? Und wie wirken sich die Windräder auf unsere Umwelt aus?
Am 27. April eröffneten Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und die Vorstandsvorsitzenden von EWE, Dr. Werner Brinker, E.ON, Dr. Wulf Bernotat sowie Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, im Rahmen einer Festveranstaltung in Norddeich Deutschlands ersten Offshore Windpark Alpha Ventus.
Gebaut wurden die zwölf Windkraftanlagen der 5 MW-Klasse (Nennleistung) 45 Kilometer vor der Küste der Insel Borkum von einem gemeinsamen Konsortium der Unternehmen EWE, E.ON und Vattenfall Europe, die hierfür die Investitionssumme in Höhe von 250 Millionen Euro aufgewendet haben. Einst waren die Kosten mit 189 Millionen Euro veranschlagt, aber Pannen und Verzögerungen haben die Kosten in die Höhe getrieben. Im Spätsommer/ Herbst 2008 machte das Wetter ein Aufstellen der ersten sechs Anlagen unmöglich. Zudem standen notwendige Gerätschaften nicht zur Verfügung. Weiter gab es Probleme mit dem Umspannwerk.
Nach Angaben der Betreibergesellschaft sind die gestiegenen Kosten auf höhere Stahlpreise und Mehrausgaben bei der Erschließung zurückzuführen.
Die wirtschaftliche Bilanz
Der Windpark “Alpha Ventus” mit 12 Anlagen je 5 MW Nennleistung kostet 250 Mio. EURO.
Die Betreiber rechnen mit 3.800 Volllaststunden im Jahr.
12 €¢ 5 MW €¢ 3.800 h = 228.000 MWh pro Jahr.
Die veranschlagte Lebensdauer der Ablagen beträgt 20 Jahre. Somit werden ca.
4.560.000 MWh (4.560.000.000 kWh) Strom produziert.
Das macht
250.000.000 EUR Baukosten / 4.560.000.000 kWh = 0,055 EUR/kWh (5,5 Cent/kWh).
Alleine die Baukosten veranschlagen also 5-6 Cent pro produzierter Kilowattstunde Strom. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Handelspreis von Strom an der deutschen Strombörse. Hinzu kommen noch die Kosten für Betrieb, Wartung und Rückbau der Windkraftanlagen in einem Lebenszyklus von 20 Jahren. Der erforderliche Ausbau der Stromnetze und die Bereitstellung von Strom-Speichern verursachen weitere Kosten. Der produzierte Windstrom wird dadurch überdurchschnittlich teuer und kann normalerweise keine Gewinne abwerfen.
Wirtschaftlich arbeiten kann Alpha Ventus nur aufgrund der Rahmenbedingungen die durch das so genannte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geschaffen worden sind. über das EEG werden die Abnahme und ein Festpreis für Strom aus EE gesetzlich garantiert. Die überhöhten Preise werden als so genannte Umlage an die Stromkunden, also an Sie, weiter gegeben. Der Windstrom aus Offshore-Anlagen wird nach dem EEG mit bis zu 15 Cent/kWh vergütet (Anfangsvergütung). Die Gewinne streicht das Konsortium um EWE, E.ON und Vattenfall Europe ein. Also jene Großkonzerne, welche den Strommarkt bisher beherrschen.
Was bringt Alpha Ventus für das Klima?
Zunächst einmal gar nichts, da durch den europaweiten Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten CO2 nur umverteilt, aber nicht eingespart wird. Was würde es aber bringen, wenn der produzierte Windstrom tatsächlich Strom aus Kohlekraft ersetzen würde?
Ein Kohlekraftwerk emittiert ca. 1 kg CO2 pro Kilowattstunde erzeugten Stroms.
Bei 4.560.000.000 kWh Strom, die von Alpha Ventus in 20 Jahren “CO2-neutral” produziert werden, ergibt sich also eine Einsparung gegenüber Kohlekraftwerken von ca. 4.560.000.000 kg CO2. (4,56 Mio. Tonnen CO2 in 20 Jahren).
Global werden ca. 30.000 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr (anthropogen) ausgestoßen, die eins zu eins umgerechnet, einen jährlichen Anstieg im CO2-Gehalt der Atmosphäre von derzeit ca. 2 ppm (Teile CO2 pro Millionen Luftteilchen) bewirken. In 20 Jahren wären das, bei unveränderten Emissionsverhalten und Anstieg, ca. 600.000 Mio. Tonnen CO2, die einen Anstieg um ca. 40 ppm CO2 in der Atmosphäre bewirken würden. Also einen Anstieg von derzeit ca. 390 ppm auf ca. 430 ppm.
Der Anteil von Alpha Ventus daran beträgt, eins zu eins umgerechnet, ca. 0,00076%, oder 0,0003 ppm.
Mit Hilfe der überschlagsrechnung aus dem 3. Weltkimabericht (Tabelle 6.2) erhalte ich einen langfristige Ersparnis im Temperaturanstieg (ohne Rückkopplungseffekte) von:
d T = λ €¢ d FR = 0,27 €¢ a €¢ ln [CO2 / CO20] = 0,27 €¢ 5,35 €¢ ln [CO2 / CO20]
= 1,4445 €¢ ln [(390+0,0003) / 390]
= 0,000001 °C
Bzw. mit Rückkopplungseffekten wie Wasserdampf und Wolken (mit λ= 0,4 1,2)
dT = 0,000002 0,000005 °C
Alpha Ventus könnte den Anstieg der Globaltemperatur also im millionstel Grad Bereich vermindern. Ein nicht messbar kleiner Betrag.
Welche Auswirkungen hat Alpha Ventus auf die Umwelt?
Die Folgen für die Umwelt sind dramatischer, als bisher angenommen wurde. Nicht nur Zugvögel werden durch die Rotorblätter und die Beleuchtung der Windkraftanlagen in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch Meeresbewohner, wie z.B. Schweinswale, u.a. durch das Rammen der Fundamente.
Auch für den Schiffsverkehr stellen die Windräder eine Gefahr dar. Sollte sich durch eine Havarie eine Ölkatastrophe, wie z.B. der Pallas ereignen, so wird das unmittelbar angrenzende Weltnaturerbe, der Nationalpark Wattenmeer, in Mitleidenschaft gezogen.
Zusammengefasst nützen die Offshore-Windparks wenig dem Klima, aber schaden unmittelbar oder potentiell der Umwelt. Der produzierte Strom ist aktuell nicht wettbewerbsfähig. Ein Ausbau der Windenergie ist nur durch Subventionen über das EEG möglich. Die Gewinne fließen von den Stromkunden, die das EEG tragen, direkt in die Taschen der großen Stromkonzerne. Es stellt sich die Frage; ist das im Sinne der Klimaschützer? “Cui bono”?
Das nutzt E-ON, Borkum, vielleicht, dem “Gewissen”, aber dem Klima nicht die Bohne, der Umwelt ebenfalls nichts, dafür den Banken und Betreibern ;.)
Wem sonst ?
Und Thorsten macht einen auf frierenden Vogel und plustert sich auf, nachdem er an der Garderobe wieder alles abgegeben hat.