Verwundert werden sicherlich nicht wenige unter Ihnen heute Mittag versucht haben eine Internetseite mit der deutschen Endung “.de” aufzurufen. Immer und immer wieder hämmerten Sie die URL in die Adressleiste Ihres Browsers. Nichts tat sich und guter Rat war teuer. “Denic macht das Internet kaputt” ist inzwischen ebenso als Erklärung zu lesen wie “Internet-Ausfall: Denic mit DNS-Problemen” oder “Ausfall bei der Denic sorgt für Nichterreichbarkeit vieler de-Domains“.
“Gut, dass ich den bei-nahen Weltuntergang verpasst habe”
Kurz vor 14.00 Uhr soll es gewesen sein, vielleicht auch früher, als die Nation ein Gefühl beschlich: “Das halbe Internet ist tot“. Gut, vielleicht mag dieser Eindruck etwas übetrieben erscheinen, doch der Ausfall der wichtigsten Nameserver der Denic, der zentralen Registrierungsstelle für die Toplevel-Domain .de, sorgte nicht nur unter Bloggern für einige Unruhe. Während sich einige nun achselzuckend zurücklehnten, gaben andere praktische Tipps und lieferten Erklärungen für das ungewohnte Phänomen. So schreibt etwa Enno Park von yuccatree.de: “Schuld sind Fehler bei der Denic, deren Server falsch auf Anfragen antworten. (…) man kann (…) sich leicht helfen, indem man alternative DNS-Server verwendet.” Dass nicht mit einem Schlag alle Webseiten gesperrt seien, liege jedoch daran, dass kaum jemand die Server der Denic direkt benutzen würde, sondern die des Providers, die derzeit noch korrekt arbeiteten. Da sich diese Server allerdings permanent mit den fehlerhaften Servern austauschten, sickere der Fehler nach und nach durch das ganze System. Der Autor folgert: “Deshalb ist auch für die nächsten Stunden oder sogar Tage mit Störungen zu rechnen.” Er rät, sich derweil mit dem DNS-Server von Google zu behelfen.
Nun ist aufatmen angesagt
Der vorübergehende Ausfall hat jedoch auch Kurioses zu Tage gebracht. So waren plötzlich eine ganze Reihe DE-Domains bei Domainhändlern als frei angezeigt. Darunter zum Beispiel auch google.de. Und auch auf Twitter wird unter dem Hashtag #denic fleißig weiter spekuliert. “Ich sehe es schon kommen. In 9 Monaten steigt die Geburtenrate massiv an” ist da zu lesen. “Gut, dass ich den bei-nahen Weltuntergang verpasst habe
”, witzelt ein anderer und ein Dritter prophezeit: “Morgen stehen die wichtigsten ip Adressen in der Zeitung.” Jetzt schon zusehen sind allerdings die “besten 404-Fehlerseiten im Netz” bei Chip Online und wie heise.de nun berichtet, kann wohl von Entwarnung gesprochen werden: “Mittlerweile funktionieren alle DeNIC-Nameserver wieder”, heißt es dort. Durch die defekten Zone-Files hätten die DNS-Server nicht nur einfach gar keine Antwort geliefert, sondern behaupteten auf Anfrage schlicht, die angefragte Domain existiere nicht (NXDOMAIN). “Dadurch wurden nicht einfach weitere, während der Störung noch funktionierende Server abgefragt; außerdem wurde der Mail-Verkehr durch nicht auflösbare Adressen massiv gestört” Eine offizielle Pressemitteilung der DENIC gibt es unterdessen noch nicht. Sie wurde für den Abend angekündigt.
Pingback: Internet Crash: DNS Probleme bei Denic tötet das Internet .. kurzzeitig