Es gibt ein fiktives Land, das wird von einer Königin regiert. Sie hatte das Regieren wohl von ihrem Vater gelernt, der zuvor von seinen Untertanen aus dem Amt gejagt wurde. Er war ein großer Verehrer spezieller Fleischpasteten, zu denen er hochgestellte Persönlichkeiten einlud und von denen er reichliche Gastgeschenke erhielt, die er wiederum zur Erlangung von Gefälligkeiten benutzte. Da jedoch auch ein König von seinem Zuwendungen Abgaben leisten muss versteckte er diese bei fremden Potentaten und ersparte seiner Regierung so diese Abgaben. Nachdem er verjagt worden war, übernahm für kurze Zeit der König eines anderen und, so sollte man meinen, untertanenfreundlicherem Clan die Führung der Regierung. Einmal an der Macht jedoch, gab der neue König dem Volke so viele schlechte Gesetze, dass auch er wieder verjagt wurde.
Nun war der Tag gekommen, dass die Tochter des ehemaligen, des pastetenverzehrenden Königs, an die Regierungsgewalt kam. Da sie eine angeheiratete Tochter war, bemühte sie sich zu Beginn ihrer Regierung, Allen Alles gerecht zu machen. Dabei stellte sie jedoch sehr schnell fest, dass ein solches Tun einer Königin nicht würdig ist. Sie sortierte zuerst einmal in ihren Höflingen die Unterwürfigsten für ihre persönlichen Dienste aus.
Sie musste auch weiterhin sehr schnell erfahren, dass es, im Gegensatz zu vielen Nationen ihrer Nachbarländer, für sie nur einen Staat aus vielen Einzelstaaten gab, in denen sie jedoch nicht allzuviel anzuordnen hatte, denn diese Kleinstaaten hatten dafür einen Thing eingerichtet. Dort durfte ein Jeglicher reden, auch wenn es der größte Unsinn war. Jeder Clan brachte in diesen Thing seine eigenen Claqueure mit und selbst dann, wenn dort eingebrachte Vorschläge auch von anderen Clans gutgeheißen wurden, war es strengstens untersagt dem Anderen Beifall zu zollen!
Eine Zeitlang war die Königin bei ihrem Volke in Ungnade gefallen, weil ihre Kleidung und ihre Haartracht nicht dem königlichen Stande entsprachen; daher entschloss sie sich, ihre Kleidung auf die Farben Laubfroschgrün und Sonnenblumengelb abzustimmen. Sie bemerkte schnell, dass einige Ochsenfrösche der weiteren Welt ihr daraufhin neue Sympathien entgegenbrachten, was wiederum sie mit vollmundigen Versprechungen honorierte; allerdings nur, sofern es sie nichts kostete. Auch das Sonnenblumenäußere gefiel, weil es im Inneren der Sonnenblume schwarz ist; die braunen, äußeren Ränder hielt sie eh für vernachlässigbar.
Doch eines Tages und das hatte sich eigentlich schon vor längerer Zeit angekündigt, tauchte der Clan, dem sie einst entstammte, aus der Versenkung und forderte eigene linke Rechte ein.
Das jedoch gefiel keinem der bisherigen, angestammten Clans und so formierten sie sich zu erbittertem Widerstand gegen den “Neuen”; und obwohl manches was von dem Neuen gefordert wurde, auch in den Augen anderer Clans seine Berechtigung hatte, wurde es von den Clanchefs, aus Trotz , abgelehnt. Dabei spielten insbesondere die Befindlichkeiten eines der Clans, gegen einen Abtrünnigen der Ihren, der die “Neuen” mit anführte.
Die Königin, des vielen Hin- und Her in ihrer Amtsführung etwas müde geworden, beschloss nun immer öfter, auf einem Stuhl zu sitzen und über immer längere Perioden, nachzudenken ohne zu regieren. Dabei hatte sie nicht bemerkt, dass einige der Ochsenfrösche aus anderen Ländern sich inzwischen in ihrem Lande breit gemacht hatten und die miserablen Gesetze ausnutzten, um sich die eigene Ernährung, nämlich seltsame Bullen und besonders eine gefrässige Heuschreckenart, mitzubringen als Nahrung für sich. Dem schlossen sich unverzüglich die eigenen Höflinge und Kaufleute an, verkauften ihre Bären und verdienten sich durch Losverkäufe an die Untertanen beträchtliche Summen und machten es gleich dem Vater der Königin nach, indem sie Summen in anderen Ländern versteckten um ihrer Königin den ”Zehnten” vorzuenthalten.
Doch ganz plötzlich, ohne das jemand damit gerechnet hatte, war der ganze Spuk verschwunden. Weil die, auf die Lose gedruckten Summen überhaupt nicht vorhanden gewesen waren, hatte die Königin keine Mittel mehr und ihre Untertanen noch weniger.
Nun versprach die Königin, so etwas solle nie wieder vorkommen und sie würde sofort Gesetze erlassen, die ein solch schäbiges Tun zukünftig verhindern sollten. Deshalb nahm sie all das Geld, das dem Zwecke der Untertanen dienen sollte und gab es nicht etwa den Losinhabern, sondern den obersten Losverkäufern, die sich darüber natürlich riesig freuten und ihren verdientesten Unterverkäufern ein fürstlich Honorar genehmigten.
Um größeren Rückhalt besorgt, tat sie sich mit einem kleinen Clan fest zusammen, um das zuvor Versprochene auch in die Tat umzusetzen. Leider hatte sie dabei übersehen, dass der Clan von einem Oberhaupt angeführt wurde, das sich wie kaum ein anderes, mit dem höfischen Intrigantentum bestens auskannte und dessen Clan sich bereits seit Jahrzehnten heimlich an der Erstellung von Abgaben- Gesetzestexten für die jeweils Regierenden mitbeteiligte.
So forderte dieser Clan als Einstand, zuerst eine Abgabenerleichterung bestimmter Clan-Angehöriger, was ihm auch sofort gewährt wurde. Das dabei der Unwillen der Untertanen immer mehr zunahm, schien die Königin kaum noch zu interessieren; ihr war nun der reine Machterhalt die oberste Devise. Inzwischen unterscheidet sich die Königin in Nichts mehr von Ihren Vorgängern und regiert nicht mehr, sondern versucht nur noch zu reagieren auf Vorkommnisse und Fehler, die bereits erfolgt sind
Da auch die Ochsenfrösche mit ihrer Nahrung zu den Freunden ihres neuen Clanpartners gehörten, blieben all die hehren, vorher gemachten Versprechungen nur leere Worte.
Deshalb ließ die Königin den Höfling für sich sprechen, von dem sie glaubte er sei der vertrauenswürdigste in ihren Augen. Dieser erzählte den Untertanen die unglaubwürdigste und unlogischste Verdrehung der Tatsachen, das selbst der naivste der Untertanen hellhörig werden musste; so wurde einen Wortschöpfung genutzt, die einigen Bestand haben wird und da heißt: ”Kauderwelsch”!
Und wie in diesem Märchen; weil sie leider nicht gestorben sind, leben sie noch heute!
Die Moral von der Geschicht: So sorgen Untertanen, wie Sklaven, für den Machterhalt der Regierenden und der Ochsenfrösche mit ihren Heuschrecken und werden, wenn sie nicht mehr arbeiten können, dafür auch noch beschimpft.
Dass sie infolge zunehmender Armut immer früher sterben ist so gewollt, damit die Kosten für deren staatliche Versorgung eingespart würden, weil auch die Arbeitsplätze ebenso endlich sind wie die Ölvorkommen; und Straßenschlachten, wie im Urstromland der Demokratie, möchte man tunlichst vermeiden.
Das Märchen hat einen Webfehler. Es geht davon aus, dass die Tochter des pastetenverzehrenden Königs guten Willens gewesen wäre und gern dem Volke gedient hätte! Es versäumt mitzuteilen, dass sie noch vor ihrer Amtseinführung zum König des übermächtigen Landes am anderen Ende des Ozeans geflogen war und ihm sonst wo reinkroch, um ihn für sich günstig zu stimmen!