Chavez auf allen Kanälen – Jetzt ist er Blogger

Musik, Radio, Fernsehen, Twitter: Das Kommunikationspaket des venezolanischen Staatsschef Hugo Chavez ist breit aufgestellt. Erst Ende April ging der 55-Jährige samt seiner 200 Mann starken “Hilfsmannschaft” auf dem Microblogging-Dienst an den Start. Jetzt hat er bereits den nächsten Kanal für sich entdeckt. Hugo Chavez ist unter die Blogger gegangen. “Für

hugoc.jpgMusik, Radio, Fernsehen, Twitter: Das Kommunikationspaket des venezolanischen Staatsschef Hugo Chavez ist breit aufgestellt. Erst Ende April ging der 55-Jährige samt seiner 200 Mann starken “Hilfsmannschaft” auf dem Microblogging-Dienst an den Start. Jetzt hat er bereits den nächsten Kanal für sich entdeckt. Hugo Chavez ist unter die Blogger gegangen.

“Für jemanden, der bekannt dafür war, dem Netz mit Skepsis zu begegnen – konkret hat er Twitter als ein ‘tool of terror‘ bezeichnet – ist der venezolanische Präsident Hugo Chavez ziemlich schnell zu einem Experten der Sozialen Medien geworden”, urteilt dazu Brenna Ehrlich auf mashable.com, die heute die Nachricht von den jüngsten Aktivitäten des linksnationalistischen Chavez’ weitergibt. Dieser hat nun nicht nur einen eigenen Twitter-Account, “@chavezcandanga”, sondern auch seinen eigenen Blog. Doch Vorsicht, mahnt die Autorin an: Bevor der Blog in Erwartung reizvollen Geschwätzes oder unterhaltender Kommentare abonniert wird, sollte klar sein, dass dort in erster Linie Neuigkeiten über Treffen mit Chinas Offiziellen oder Beiträge von Fidel Castro zu finden sind. Daneben gibt es Reden, Fotos und Videos. Zusammengefasst handelt es sich also um eine ziemlich gewöhnliche politische Website. Es gibt sogar einen Kommentarbereich (obwohl alle Wortmeldungen verdächtig positiv ausfallen).

“Ideologische Schlacht” im Internet

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wurde die Internetseite samt dazugehörigem Blog am 25. Mai 2010 gelauncht. Und auch diesmal liegen die Beweggründe auf der Hand: Wie schon auf Twitter, so will der Präsdient auch auf diesem Weg gegen vermeintliche Unwahrheiten vorgehen, die die Menschen im Netz über ihn verbreiten. Dementsprechend passt sein jetziger Schritt zu Aussagen, die er bereits vor zwei Monaten gemacht hat. Als er sich für eine stärkere Regulierung des Internets aussprach. Reuters zitiert ihn mit den Worten: “Das Internet kann keine offene Angelegenheit sein, wo alles gesagt und gemacht werden darf. Jedes Land hat hier seine eigenen Regeln und Normen anzuwenden.”

Knapp vier Monate vor den Parlamentswahlen am 26. September sieht es also so aus, als würde Chavez seine Gegner mit deren eigenen Waffen schlagen und kurzerhand selbst die Kontrolle über sein Image im Netz zurückgewinnen wollen. Und sein “politisches Kommando im Cyberspace” ist noch lange nicht am Ende: “Erst vor kurzem hatte er den Untergang einer Gas-Bohrplattform vor Venezuelas Küste als erster über Twitter gemeldet. Seinem bolivianischen Amtskollegen Evo Morales und Kubas Revolutionsführer Fidel Castro riet der Internet-begeisterte Chávez bereits, auch sie sollten die sozialen Netzwerke als revolutionäre Instrumente für die ‘ideologische Schlacht’ nutzen.”

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