Weniger ist manchmal mehr: Facebook rudert zurück

In aller Munde schien das größte und bekannteste Soziale Netzwerk Facebook in den letzten Wochen gewesen zu sein. Datenschutz und Privatssphäre der Nutzer – das haben Gründer Mark Zuckerberg und sein Team offensichtlich auf die leichte Schulter genommen. Jetzt rudern sie zurück, wie der Chef nun persönlich in seinem Blogeintrag

zucier.jpgIn aller Munde schien das größte und bekannteste Soziale Netzwerk Facebook in den letzten Wochen gewesen zu sein. Datenschutz und Privatssphäre der Nutzer – das haben Gründer Mark Zuckerberg und sein Team offensichtlich auf die leichte Schulter genommen. Jetzt rudern sie zurück, wie der Chef nun persönlich in seinem Blogeintrag “Making Control Simple” und in einer Pressekonferenz am gestrigen Mittwochabend bekannt gibt.

Zu viele Optionen verderben den Brei

Nach einigen Ausschweifungen über die technische Entwicklung der Plattform von einer einfachen Idee hin zu einem ausgereiften Netzwerk mit einer Vielzahl von Optionen, kommt er auf den derzeitigen Kritikpunkt Nummer eins: Die Nutzer wollen zurück zu einer einfacheren Kontrolle ihrer Informationen. Denn auch im Netz gilt: Zu viele Optionen verderben den Brei. Kontrollverlust statt Sicherheit war die Folge. Nun soll es neue Optionen geben, die den Mitgliedern helfen, ihre Daten sinnvoll und vor allem einfach zu verwalten. Wichtigste Errungenschaft: Künftig soll ein Klick genügen, um Statusnachrichten und andere Aktivitäten wie Fotos, Links oder Videos ausschließlich für die eigenen Freunde zugänglich zu machen. In Zahlen bedeutet dieser Schritt einen Rückgang von 50 Einstellungen mit 170 Optionen auf nur noch vier Einstellung, die zur Wahl stehen.

Warum Facebook nun so schnell reagiert, wollen Andrea Rungg und Claus Hecking von der Financial Times Deutschland erkannt haben. Sie schreiben: “Erst am Montag hatte Zuckerberg angekündigt, dass Facebook in den kommenden Wochen Änderungen vornehmen wolle. Dass sie nun bereits so schnell umgesetzt werden, deutet darauf hin, dass das Netzwerk fürchtet, viele Nutzer verprellt zu haben. Für ein erfolgreiches Geschäftsmodell braucht Facebook eine steigende Nutzerzahl und aktive Mitglieder, die möglichst viel über die Website veröffentlichen.” Autor Ole Reißmann von Spiegel Online bemängelt jedoch: “Zwar soll vieles einfacher werden, eine Wende hin zum Datenschutz aber, wie er vor allem in Deutschland praktiziert und verstanden wird, wurde am Mittwochabend nicht verkündet. Datenschützer fordern, dass Facebook standardmäßig Informationen als privat behandeln müsse – daran ändern auch vereinfachte Optionen nichts.”

Kommentare

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  1. Durch das vorliegende Szenario haben sich die Betreiber der Seite möglicherweise den Einstieg zum Bezahldienst erst einmal verbaut.
    Das katapultiert sie erst einmal aus der Riege der Betreiber, die auf zahlungskräftige Investoren, oder Käufer warten.

  2. Pingback: Beate oppelt | Akabutch