Dass die deutsche Pharmaindustrie jedes Jahr ungeheure Gewinne macht, ist an deren Bilanzen abzulesen, obwohl sie immer wieder versuchen, diese Gewinne mit enormen Forschungsausgaben zu entschuldigen.Jeder Urlauber, der im fremden Urlaubslande beim dortigen Arzt war und ein Medikament verschrieben erhielt, stellte beim Kauf in der dortigen Apotheke fest, dass er dafür nur einen Bruchteil des heimischen Preises zahlen musste.
Nun reicht auch diese Gewinnspanne den meisten Pharmaunternehmen nicht mehr und so haben sie sich auf den Verkauf lukrativer Toilettenartikel und freiverkäuflicher Medikamente konzentriert. So wurde beispielsweise, die einfache Zahnbürste zum teuren Marken-Kunstobjekt! Dabei hebt sich besonders ein Unternehmen hervor, das den deutschen Steuerzahler, aufgrund einer künstlich erzeugten Hysterie zur, allerdings vertraglich abgesicherten, Abnahme eines nicht mehr benötigten Medikamentes gezwungen hatte. Die minimalen Abstriche von diesem Vertrag hatten wahrscheinlich andere Gründe, als die gespielte Zuvorkommenheit.
Nun weiß auch jedermann, dass unsere Gesundheit nach der Verordnung von Medikamenten in den Händen solcher Gesellschaften liegt und wir darauf voll vertrauen müssen, dass die Produkte einwandfrei sind und durch qualifizierte Mitarbeiter von der Forschung bis in den Verkauf gelangen. Dass dabei auch auf an Dritte vergebene Arbeiten geachtet werden muss, ist wohl eine Selbstverständlichkeit.
Dem scheint aber nicht so zu sein, wenn man die folgende Anweisung aus der Werbung buchstabengetreu auslegt.
Dosierungsanleitung für:
Abtei Femin Kürbiskern Kapseln der Firma GlaxoSmithKline
Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene und Heranwachsende über 12 Jahre 3mal täglich 1 Kapsel mit etwas Flüssigkeit.
Eine Frau, die dieses nun beherzigt, hat nach 12.360 Kapseln nicht nur den Chefwagen und Chauffeur des Herstellers bezahlt, sondern hat selber ein seltsames Aussehen bekommen. Soja-, Kokos- und Butterfett haben den Körper aufgeschwemmt. Das zur Stabilisierung enthaltene Wachs hat der Haut ein gelbliches Aussehen gegeben und die viele Gelatine nähert die Körperform einem Gummibärchen an. Auch eine Lactose-Allergie ist nicht ausgeschlossen.
So etwas kann jedoch auch seine guten Seiten haben. Das enthaltene Lecithin hat natürlich enorm die Denkfähigkeit erhöht und erkannt, dass wegen der weiteren Inhaltsstoffe, wie Oxide und Silikate eine testamentarisch bestimmte Einäscherung nach dem Tode nicht nur sehr preiswert sein, sondern möglicherweise auch noch zu einem Gewinn für die Nachkommen führen könnte; denn durch die Hitze bei der Verbrennung würde, nach entsprechender Luftregulierung ein bräunlich blauer Stein entstehen. Dieser könnte, je nach Qualität und Schleiffähigkeit, entweder als platzsparender Urnenersatz, oder wenn es ein besonders schönes Stück war, über eine Auktion verkauft werden. Das würde möglicherweise einen Teil der Bestattungskosten wettmachen.
Notabene: Von der Pressesprecherin der Firma Abtei hatte ich, nach der übermittlung des letzteren Teil dieser Glosse ein empörtes Schreiben erhalten, das aber nur aus Beteuerungen über die erstklassige Qualität der Inhaltsstoffe und deren Verarbeitung bestand! Kein Wort über die angepriesene Wirksamkeit dieses “Medikamentes?”
Bei Pharmazie bekomme ich derzeit Pickel und Hörner vor lauter Lobbykraten.