Abschied nach über 7500 Konzerten

Der Bad Kissinger Kapellmeister Dr. Jaroslav Drasil zieht am heutigen 31. Mai seinen Hut Mehr als 170 Jahre reicht die Tradition der Kurmusik im beschaulichen Bad Kissingen zurück. Seit jeher prägen Musikanten das Bild des unterfränkischen Städtchens, die den Gästen zum Bade aufspielen. Weit über die Grenzen des Landkreises hinaus

drasil.jpgDer Bad Kissinger Kapellmeister Dr. Jaroslav Drasil zieht am heutigen 31. Mai seinen Hut

Mehr als 170 Jahre reicht die Tradition der Kurmusik im beschaulichen Bad Kissingen zurück. Seit jeher prägen Musikanten das Bild des unterfränkischen Städtchens, die den Gästen zum Bade aufspielen. Weit über die Grenzen des Landkreises hinaus hat sich die außergewöhnliche Qualität des 13-köpfigen Ensembles herumgesprochen. Einer, der sich der Kurmusik ganz besonders verschrieben hat, ist Dr. Jaroslav Drasil. 1995 nach Bad Kissingen gekommen, leitete er seit 2000 als Kapellmeister die Geschicke des Kurorchesters, das mit über 600 Stücken im Repertoire und gut 700 Auftritten pro Jahr ein wahres Marathon-Programm absolviert. Zum 31. Mai hat er sich nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

über 7500 Kurkonzerte und etliche Sonderkonzerte gehen auf sein Konto. Mit Leidenschaft und viel Engagement trug er zum anhaltenden Erfolg des Kurorchesters, das von vielen Stammgästen vor allem wegen seines reichhaltigen Repertoires von der Klassik bis hin zur Tanzmusik geschätzt wird, bei. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hat sich der Musikpädagoge und Konzergeiger ganz der Musik verschrieben. Nach einem Studium am Prager Konservatorium verschlug es ihn, neben seiner Tätigkeit als Musikprofessor, saisonweise in verschiedene Kurorte wie Sylt, Wyk auf Föhr, oder Norderney. Eigentlich wollte er nur zwei Jahre bei der Kurmusik bleiben, blickt Drasil heute zurück, letztendlich wurden daraus fast 20.

Nach dem Erfolgsrezept des Kurorchesters gefragt, macht er in erster Linie deren hohe Besetzungsvielfalt dafür verantwortlich. “Ob Big Band, Jazz-Quintett oder Dixieland-Formation, die Kurkonzerte waren abwechslungsreich und vielfältig.” Die Wünsche aus dem Publikum konnten stets berücksichtigt werden. Und so bleibt bei aller Freude auch die Wehmut über den wohlverdienten Ruhestand, der ihn jetzt erst einmal zurück in seine Heimat Tschechien führt, nicht aus. Ab ersten Juni wird nun Elena Iossifova das Kurorchester leiten. Die Wahl der 30-jährigen Bulgarin ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Ensembles.

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