Event-Tipp: Die andere Seite deutscher Geistesgeschichte

Diskussionsveranstaltung an der HU Berlin – Der Judenhass und die “großen Deutschen” Am Mittwoch, den 9. Juni findet in der Humboldt-Universität zu Berlin eine Diskussionsveranstaltung unter dem Titel “Der Judenhass und die ‘großen Deutschen’” statt. Diese Veranstaltung des Antifa/Antira-Referats des AStA der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Jugendantifa Berlin

Diskussionsveranstaltung an der HU Berlin – Der Judenhass und die “großen Deutschen”

Am Mittwoch, den 9. Juni findet in der Humboldt-Universität zu Berlin eine Diskussionsveranstaltung unter dem Titel “Der Judenhass und die ‘großen Deutschen’” statt. Diese Veranstaltung des Antifa/Antira-Referats des AStA der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Jugendantifa Berlin beschäftigt sich mit der Tradition des Antisemitismus in der deutschen Geistesgeschichte. Es ist die Abschlussveranstaltung der Reihe “Nazifaschismus – Verfolgte – Widerstand” der Jugendantifa Berlin.

Als Referent wird unter anderem Benjamin Ortmeyer von der Goethe-Universität Frankfurt am Main auftreten, der momentan mit seiner Habilitationsschrift “Mythos und Pathos statt Logos und Ethos”, zu führenden Erziehungswissenschaftlern in der NS-Zeit, für einiges Aufsehen und Diskussionen um die Umbenennung von Schulen, Plätzen und Straßen gesorgt hat.

An Universitäten, im Feuilleton und darüber hinaus beziehen sich heute noch viele auf “große Deutsche” wie Luther, Kant, Fichte, Hegel, Wagner und andere. Die antisemitischen Passagen oder Denkfiguren in deren Werken werden dabei oft verschwiegen, relativiert oder geleugnet. Auch an der heutigen Humboldt-Universität, die gerade ihr 200-jähriges Jubiläum feiert und deren erster gewählter Rektor Johann Gottlieb Fichte war, findet keine systematische Aufarbeitung dieses konstituierenden Kapitels der Universitätsgeschichte statt. Dabei war gerade auch der Antisemitismus der deutschen Intellektuellen vor dem 20. Jahrhundert Bestandteil des geistigen Nährbodens der Nazi-Ideologie, die sich im Mai 1933 bei der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz so symbolträchtig äußerte.

“Wir reden über ihren Antisemitismus.”

Nico Nussinger, Pressesprecher der Jugendantifa Berlin: “Wir wollen mit unserer Veranstaltung der oft einseitigen Traditionspflege der deutschen Geistesgeschichte auf den Zahn fühlen. Alle reden von den großen Leistungen der “großen Deutschen”, wie Luther oder Kant. Wir reden über ihren Antisemitismus. Dass ihr Antisemitismus nicht das Einzige ist, was sie ausmacht, wissen wir auch. Aber niemand wird aus unserer Veranstaltung gehen, ohne zu wissen, dass diese Männer große Vorurteile gegen Juden hatten, oftmals von einem regelrechten Judenhass getrieben wurden. Aber auch heute ist der Antisemitismus natürlich nicht verschwunden. Wir machen unsere Veranstaltung also nicht aus akademischem Spaß, sondern um in der Lage zu sein, aktuelle nationalistische und antisemitische Argumentationen durchschauen und bekämpfen zu können.”

9. Juni 2010 – 19 Uhr – HU Berlin – Unter den Linden 6 – Westflügel – Raum 1070 – U/S Friedrichstraße

Text: Jugendantifa Berlin (JAB)
www.jab.antifa.de
jab@riseup.net

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