Sie haben jemanden, der ihre Reden schreibt, einen Angestellten, der sich um ihre Post kümmert und Hilfe bei der Koordination ihrer Termine. Jetzt soll den Regierungsmitgliedern in Washington D.C. Unterstützung völlig anderer Natur angediehen werden. Ein neues Büro in der Haupstadt soll künftig mit einem Lobbyisten besetzt werden, der den Vielbeschäftigten beibringt, wie sie den für einige immer noch undurchsichtigen Microblogging-Dienst für ihre Ziele einsetzen können.
Dies geht aus einer entsprechenden Stellenanzeige der Plattform hervor, die den ersten Mann oder Frau mit dieser Aufgabe in Washington sucht. Dort heißt es: “Sie werden Politiker bei der Nutzung von Twitter unterstützen, ihnen bei der Kommunikation behilflich sein und mit deren Wählerschaft interagieren. Sie werden mit nahezu jedem Bereich und jeder Ebene des Unternehmens zusammenarbeiten, um Ihre Vision, wie Twitter sein sollte, zu verfolgen. (…) Wenn Sie erfolgreich sind, wird die Welt ein besserer Ort werden. Denn Politiker werden dann engere Verbindungen zu ihren Wählern haben und mehr Informationen mit ihnen austauschen.”
Twitter-Interessen vor Ort vertreten
Für Leena Rao von techcrunch.com ist es unterdessen nicht erstaunlich, dass das 2006 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco nun in den Dunstkreis der Haupstadt vorstoßen will. “Da mehr und mehr Politiker in das Microblogging-Netzwerk strömen, um sich mit den Bürgern auseinanderzusetzen, macht es natürlich auch für das Unternehmen Sinn, einen begeisterten Verfechter der eigenen Sache vor Ort zu haben, um bei diesem Prozess behilflich zu sein und ihn zu unterstüzten. Und es schadet natürlich auch nicht, einen Repräsentanten zu haben, der die Interessen von Twitter dort vertritt.”
Nicht nur der ein oder andere Kommentator auf techcrunch.com, auch auf dem deutschen Blog lummaland.de zeigt man sich skeptisch. Dort ist zu lesen: “Die Geeks sind in Washington, D.C. angekommen und sorgen nun dafür, daß der Marsch durch die Institutionen vollzogen wird. Natürlich will Twitter, daß möglichst alle Mitglieder des Kongresses Twitter nutzen, daher bietet es sich an, direkt vor Ort dafür zu werben. Interessant dabei ist vor allem, ob und wie dann Twitter auch als Rückkanal genutzt wird, oder ob es primär darum geht, wie Politiker effizienter ihre Wähler erreichen können.”
Derzeit twittern mehr als 60 Mitglieder des Kongresses. Ob der Kandidat allerdings diesen Herren noch etwas beibringen kann ist fraglich: Hier sind die 10 einflussreichsten D.C.-Twitterer.
Photo Quelle/Copyright: Tonyhall, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.