Genuss ist eine Frage der Einstellung

Heublumensuppe, Latschenkiefer-Bonbons, Hibiskuslikör – Dicht umlagerte Stände, proppenvolle Hallen und gut besuchte Vorträge machten die mittlerweile vierte Slow Food Messe, die vom 15. bis 18. April in Stuttgart stattfand, zum Renner. Rund 400 Aussteller aus 13 Bundesländern sowie aus einigen europäischen Nachbarländern präsentierten sich und ihre unverwechselbaren Produkte mit vielen

seltre.jpgHeublumensuppe, Latschenkiefer-Bonbons, Hibiskuslikör – Dicht umlagerte Stände, proppenvolle Hallen und gut besuchte Vorträge machten die mittlerweile vierte Slow Food Messe, die vom 15. bis 18. April in Stuttgart stattfand, zum Renner. Rund 400 Aussteller aus 13 Bundesländern sowie aus einigen europäischen Nachbarländern präsentierten sich und ihre unverwechselbaren Produkte mit vielen Kostproben, bei denen das Geschmackserlebnis im Vordergrund stand.

“Wir haben gespürt, dass das Informationsbedürfnis über natürliche und damit wertvolle Lebensmittel noch einmal zugenommen hat”, freut sich Dr. Andreas Eichler, neuer Vorsitzender von Slow Food Deutschland, und blickt in die Zukunft: “Wir werden weiter das Bewusstsein in der Bevölkerung für qualitativ hochwertige, aber trotzdem für Jeden erschwingliche Ernährung stärken”. Dieses Bewusstsein müsse mit Genuss und Verantwortung verbunden werden. Genuss sei, so Eichler, keine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Einstellung. Und dafür stehe Slow Food. In der Zukunft sei es wichtig, vor allem “junge Menschen für den Geschmack am Essen zu gewinnen und ihr Interesse dafür zu wecken, wie, in welchem Umfang und welche Lebensmittel von wem produziert werden” macht Eichler im neuen Slow Food Magazin die Position seiner immer stärker wachsenden Vereinigung klar.

Hinzu trete der wichtige Aspekt der Verantwortung, um das Slow Food Leitmotto zu komplettieren: Lebensmittel sollten “gut”, “sauber” und “fair” produziert und gehandelt werden. So stand vor allem in den begleitenden Vorträgen der Fairness-Gedanke dieses Jahr im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund gibt Slow Food viele Impulse, sich als Mitglied oder Sympathisant über die Produktionswege und -arten der benötigten Lebensmittel Gedanken zu machen. Mehr denn je gefragt ist der bewusstere Verbraucher, der Wert legt auf kleine Kreisläufe und regionale Produkten, um die Vielfalt vor der Haustüre zu schützen. Welchen Einfl uss das eigene Konsumentenverhalten auf die Ernährungsindustrie hat, hat die Journalistin Tanja Busse in ihrem neuen Buch “Die Ernährungsdiktatur – Warum wir nicht länger essen dürfen, was uns die Industrie auftischt” (336 S., Karl Blessing Verlag, 19.95 Euro) aufrüttelnd zusammengetragen.

Foto: Slow Food Messe Stuttgart

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