Rauschen wir ins Desaster?

Kriegen wir noch die Kurve? Oder hat diese, als das Abbild einer sich verschärfenden Krise, unser System bereits soweit fest im Griff, dass die Dinge ohnehin den Lauf im Begriff sind zu nehmen, den sie nun einmal nehmen müssen? Das Ende der DDR war abzusehen Dr. Matthias Artzt und Gerd

323359_R_K_by_Angela-Parszyk_pixelio.de.jpgKriegen wir noch die Kurve? Oder hat diese, als das Abbild einer sich verschärfenden Krise, unser System bereits soweit fest im Griff, dass die Dinge ohnehin den Lauf im Begriff sind zu nehmen, den sie nun einmal nehmen müssen?

Das Ende der DDR war abzusehen

Dr. Matthias Artzt und Gerd Gebhardt ahnten schon Jahre vor dem Zusammenbruch der DDR deren Ende voraus. Natürlich nicht auf den Punkt genau. Doch die Entwicklung, dass erbrachte ihre wissenschaftliche Arbeit, lief mehr und mehr auf ein Desaster zu. Eine Kurve verdeutlichte das unmissverständlich. Sie fiel auf dem Diagramm von Jahr zu Jahr mehr nach rechts unten hin ab. Daran gab es nichts zu beschönigen. Es war ein unumstösslicher Fakt. Als dann schließlich eingetreten war, was sie lange schon befürchtet hatten; machten sich  u. a. die Herren Artzt und Gebhardt vor nunmehr 20 Jahren daran, den Vorläufer der späteren Treuhandanstalt zu erdenken. Um zu retten, was zu retten ist. Dass die Sache später in eine andere Richtung lief, war nicht ihre Schuld. Auch nicht, dass die Geschichte einen Toten, nämlich den ersten Treuhandchef, Detlev Rohwedder, forderte…

Ende der Marktwirtschaft?

Was hat all das nun mit der heutigen schweren Krise zutun, in welcher wir uns gegenwärtig befinden? Womöglich einiges! Zumindest gewisse Ähnlichkeiten lassen sich nicht wegdiskutieren. Das meinen jedenfalls Matthias Artzt und Gerd Gebhardt. Die beiden Herren stecken auch heute noch tief in der Materie. Wieder beobachten sie – wie vor dem Ende der DDR – eine Kurve. Abermals fällt diese beängstigend nach rechts unten hin ab! Die beiden Herren leiten nicht weniger, aber auch nicht mehr von dieser erkennbaren Negativentwicklung ab, als das Ende der Marktwirtschaft. Eine aufschreckende Nachricht, nicht? Lesen Sie dazu einen Beitrag der NachDenkSeiten. Sie finden ihn hier unter Punkt 13.: “Eine Frage des Vermögens”.

Warum Köhler wirklich zurückgetreten sein könnte

Nebenbei bemerkt machen sich freilich auch Matthias Artzt und Gerd Gebhardt ihre Gedanken darüber, aus welchem Grund Bundespräsident Horst Köhler wohl wirklich zurückgetreten sein könnte. Gab vielleicht der Finanzfachmann in Köhler den wahren Ausschlag für dessen Rücktrittsentscheidung?

Man möchte keine Verschwörungstheorien ingangsetzen. Immerhin scheint doch einiges dafür zu sprechen, dass derartige Vermutungen zumindest nicht völlig von der Hand gewiesen werden können. In der letzten Sendung von “quer” (eine TV-Sendung des Bayerischen Rundfunks – immer Donnerstags 20.15 Uhr (kann ich sehr empfehlen) -  machte sich in einem Interview mit Christoph Süß z. B. der bayerische Querdenker Peter Gauweiler (CSU) ebenfalls seine Gedanken zum Köhler-Rücktritt. Gauweiler hat ja bekanntlich gegen den eilends durch Bundestag und Bundesrat gepeitschten Euro-Rettungsschirm geklagt. Seine Einwurf: “Der Euro sollte so stabil werden wie die D-Mark.” Die derzeitige Entwicklung spricht seiner Meinung nach aber vollkommen gegen dieses einstige Versprechen. Peter Gauweiler sagte in dem Interview, er habe gehört, Bundespräsident Horst Köhler habe noch in der Nacht nach seiner Rückkunft aus Afghanistan das Gesetz zum Euro-Rettungsschirm unterfertigt. Wurder Köhler also unter Druck gesetzt? Darüber kann man nur mutmaßen. Trat er deshalb zurück? Und, weil er eben als ausgewiesener Finanzexperte, schwerwiegende Folgen für uns alle voraussah? Vielleicht werden wir das nie erfahren. Aber, ich finde, es lohnt sich einmal auch diese Aspekte, neben anderen möglichen, zumindest mit zu bedenken.

Ein Desaster, welches das der DDR um den Faktor 1000 übertrifft?

Um dann doch noch einmal auf die Doktoren Artzt und Gebhardt zurückzukommen: Sie sind der Meinung, wir laufen auf ein Desaster zu, welches das der DDR um den Faktor 1000 übertreffen dürfte. Das Schlimme daran ist, dass im Gegensatz zum “Fall DDR” nun nichts und niemand da ist, der/das uns auffängt. Und wenn hier von “uns” die Rede ist, wird damit die gesamte EU gemeint. Ein Brüsseler Finanzexperte, der schon die vorangegangene Griechenland- und Eurokrise anhand seiner Beobachtungen und gewonnener Informationen treffend vorausgesagt hatte, sagte kürzlich im ZIB2-Interview (ORF), dass jetzt auch für Spanien ähnliche Rettungsmaßnahmen wie sie zuvor schon für Griechenland (erst geleugnet) nötig geworden waren, bald zur Notwendigkeit werden würden.

Nimmt das Desaster also weiter seinen Lauf?

Photo/Quelle: Angela Parszyk via Pixelio

Kommentare

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  1. Lieber Claus Dieter Stille,

    bereits in einer der letzten Maischberger Sendung, äusserte zunächst die gute Lisa Fitz bestimmte Fakten in Sachen Euro + Köhler, die wurden dann von meinem zweitbesten Freund, von Olaf Henkelboy gestützt.

    Auch ich möchte auf gar keinen Fall eine neue Verschwörungstheorie in die Welt setzen, muss aber einen weiteren Fakt in Erinnerung rufen. – Herr Köhler war unter dem Finanzminister Waigel der Macher der Umtauschaktion Aluchips gegen harte DM.

    Fakt ist, dass unter merkwürdigen Umständen westdeutsche Banken (übernahme aller ostdeutschen Banken nebst mobiler und immobiler Habe) einen Vermögenszuwachs von mindestens 250 Milliarden DM notgedrungen in Kauf nehmen mussten.

    Mrkwürdig ist auch, dass in der aller-allerletzten Sitzung, des einzigen frei gewählten DDR Parlaments, in aller-allerletzter Sekunde ein Gesetz abgesegnet wurde, die den Zinssatz für Kredite (des Zentralkomites und untergeordneter Organe ohne jeden realen Hintergrund) von 1,5 % auf 9,5 % angehoben wurde.
    Diese Zinslast tragen wir, die Steuerzahler von Anfang an über den Erblastentilgungsfond genau wie die Tilgungsraten für nicht existente und nie gewährte Kredite.

    Merkwürdig ist auch, das ein einziger ostdeutscher Banker der gute Herr Most zum Boss der Deutschen Bank Ost aufsteigen durfte bzw. konnte.

    Leider sind ja immer noch alle Akten einschließlich der Birgit Breuel (Bankertochter) Treuhandakten unter Verschluss. – Mich tröstet nicht, dass eines Tages die Bombe hochgehen wird, – denn dann bin ich wohl entweder auf Wolke 917 und muss neben dem “Aloisius” – Hallluja plärren und Mana saufen, oder ich muss an Ofenklappe 10.117 Kohle schippen.

    Auf jeden Fall aber ein dickes “MERCI” – für den Artikel, für den Finger auch in dieser Wunde.

    Lieben Gruß
    O. W. H

    übrigens bin ich ein absoluter “QUER” Fan!!!