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Kultur

Einmischen oder das Land verlassen?

Sonntag, den 20. Juni 2010 um 15:21 Uhr von Michael Raschke

Wenn man sich die aktuelle politische Lage ansieht, gibt es eigentlich nur diese zwei Möglichkeiten. Da trifft eine konzeptions- und organisationslose Bundesregierung auf eine nicht minder unglaubwürdige Oppositiontruppe. Alle gemeinsam scheinen sich zum Ziel gemacht zu haben, was schert uns Griechenland, da fahren wir doch gleich das eigene Land vor die Wand.

Und das Volk? Das sieht dabei fern.

Was bleibt also?

Variante 1 wäre natürlich das Land zu verlassen, was sich bei näherer Betrachtung des Umfeldes als klassischer Bumerang erweisen würde, denn letztendlich klagen wir noch immer auf hohem Niveau, auch wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft. Der Mittelstand, der ja immerhin immer noch die meisten Arbeitsplätze in Deutschland stellt, bleibt auf der Strecke und wird immer mehr zerrieben von parteipolitischen “Spielchen”.

Variante 2 besteht darin, das Übel bei der Wurzel zu packen, sprich bereits bei der Jugend anzusetzen, um die inzwischen auch in Regierungskreisen angekommene “Verpisanerung” einzudämmen und die Qualität des Bildungslandes Deutschland wieder an die Spitze zu bringen, ehe es in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Einen guten Ansatz verfolgt zum Beispiel die Stiftung Lesen. Da wird das Buch und mithin das Lesen, an Bevölkerungsschichten herangeführt, die in ihrem Leben sonst vermutlich selten oder nie ein Buch in die Hand nehmen. Das Ziel kann also nur sein solche Einrichtungen zu fördern (sei es auf dem finanziellen oder auch ehrenamtlichen Weg), dass Gesamtbildungsniveau anzuheben und in der Folge eine neue Bildungselite zu schaffen, deren Wirken dann mittelfristig da ankommt, wo heute das Mittelmass die Regeln macht - in Berlin!

Fazit: Wendet Euch nicht ab von diesem Land, sondern mischt Euch ein auf einem Weg, der für JEDEN möglich ist.

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Eine Reaktion zu “Einmischen oder das Land verlassen?”

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  1. hma tornow

    am 21. Juni 2010 um 11:54 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ja , das ist richtig!
    Inzwischen sind wir schon soweit, dass ein Inhaber eines mittelständischen Unternehmens im öffentlichen Fernsehen fast betteln muss, die Leute mögen doch bitte seine Produkte kaufen. Er versichert glaubhaft, keine Entlassungen vorzunehmen und weil er die hiesige Infrastruktur nutzt, auch seine Produkte im Lande weiterhin zu fertigen und ebenfalls seine Steuern weiterhin hier zu zahlen.

    Wohin sind wir eigentlich gekommen, wenn ein Unternehmer vor der Öffentlichkeit niederknien muss, um das zu beweisen, was eigentlich eine Nation ausmacht.
    Damit meine ich die Solidarität eines Fabrikanten mit seinem Lande und seiner Bevölkerung! Dass er dabei sein eigenes Produkt benennt, kann man ihm, bei der Vielzahl der ausländischen Mitbewerberangebote, nicht verübeln

    Das Gedicht von Heine hat uns wieder eingeholt: “Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. . . . . .”

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