Die Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland gibt die monatlichen Mittelwerte der bodennahen Lufttemperatur in Deutschland wieder. Die Messwerte umfassen den Zeitraum von 1761 bis heute. Die Mittelwerte werden aus den jeweiligen Wetterstationen aus dem täglichen Mittelwert und der Gesamtzahl der Tage des jeweiligen Monats ermittelt. Abgesehen von den Anfangsjahren der Messreihe wurde die Temperatur einheitlich in zwei Meter Höhe über Grund in der Englischen Hütte gemessen. Die Englische Hütte ist ein weiß angestrichener, in Messhöhe angebrachter Kasten, der mit Schlitzen zur Luftzirkulation versehen ist.
Die Ermittlung der Tagesdurchschnittstemperatur war im Beobachtungszeitraum nicht immer einheitlich, basiert aber fast durchgängig auf der Berechnung mit den Mannheimer Stunden. Dazu wird zu den Beobachtungszeiten um 7, 14 und 21 Uhr Ortszeit die Temperatur ermittelt. Diese Messwerte werden addiert, wobei der 21-Uhr-Wert doppelt in die Berechnung eingeht, und durch vier geteilt. Seit dem 1. April 2001 wird die Tagesmitteltemperatur aus 24-Stunden-Sätzen ermittelt. Die Unterschiede in der Messmethodik wurden bei der Homogenisierung der Daten berücksichtigt.
Die folgende Abbildung zeigt die Temperaturentwicklung in Deutschland seit Mai 1990. Verzeichnet sind die Monatsmittelwerte (die graue Linie) und ein gleitender Jahresmittelewert (die rote Linie). Der gleitende Jahresmittelwert wird durch Mittelung von Zeitabschnitten aus 12 Monaten gebildet. Z.B. Mai 1990 bis einschließlich April 1991, oder Juni 1990 bis einschließlich Mai 1991, usw.

Der gleitende Jahresmittelwert pendelt über die Jahre hinweg zwischen der 7°C und 11°C-Linie, also um die 9°C. Ein kontinuierlicher Anstieg, bzw. Abfall, ist nicht zu erkennen. Seit 2007 ist der Jahresmittelwert der Temperatur von in etwa 11°C auf unter 9°C, also um über -2°C, abgefallen. Von einem beschleunigten Temperaturanstieg kann also keine Rede sein.
Der Trend seit 1990
Die Temperaturentwicklung ist ein nichtlineares System, wie der gleitende Jahresmittelwert der Temperatur, der letzten Jahre zeigt. Ein Auf und Ab. Eine lineare Abschätzung der Temperatur ist also immer mit Vorsicht zu genießen. Dennoch kann diese sinnvoll sein, um die Signifikanz (die Aussagekraft) einer Temperaturentwicklung abzuschätzen. Zu diesem Zweck habe ich die Monatsmittelwerte der Temperaturen in Deutschland von Mai 1990 bis (heute) Mai 2010 genommen und eine Trendanalyse durchgeführt. Wichtig dabei ist, dass man immer im gleichen Monat startet und endet um jahreszeitliche Differenzen zwischen Winter- und Sommermonaten im Start- und Endpunkt zu vermeiden. Startet man z.B. in einem Sommermonat und endet in einem Wintermonat, so nimmt die Steigung der Trendlinie ab. Starte ich hingegen in einem Wintermonat und ende in einem Sommermonat, so nimmt die Steigung der Trendlinie zu. Man sollte also identische Monate für den Start- und Endpunkt wählen.

Die Abbildung zeigt den Deutschlandtrend der Temperatur von Mai 1990 bis (heute) Mai 2010. Eingezeichnet ist der lineare Trend (die rote Linie) mit 95% Konfidenzintervall (Vertrauensbereich) (der schattierte Bereich). Was bedeutet das? Es ist kein signifikanter (eindeutiger) Anstieg, oder Abfall der Temperatur in Deutschland seit Mai 1990 (im Vertrauensbereich) zu erkennen. Daran ändert sich übrigens auch nichts, wenn man für den Start- und Endpunkt einen anderen Monat als Mai wählt.
Fazit: Ein beschleunigter Temperaturanstieg, wie er vielfach in der Fach-Presse propagiert wird, ist über die letzten beiden Jahrzehnte hinweg, in Deutschland nicht feststellbar. Ein signifikanter (eindeutiger) Trend ist auch nicht feststellbar, da der langfristige Temperatur-Anstieg, bzw. -Abfall, im Anbetracht der interdekadischen Variabilität zu gering ist, um auf einen Trend schließen zu können. Oder anders gesagt, die langfristige Temperaturveränderung ist gering gegenüber den kurzfristigen Schwankungen, so gering, dass man sie über zwei Jahrzehnte nicht fest machen kann. Solange sich das nicht ändert besteht auch kein Grund zur Sorge.
Daten-Quelle
Herr Krüger,
war das wirklich nötig, nachdem Sie schon bei den Posts auf die Unseriösität Ihrer “grafischen Auswertung” hingewiesen wurden, zur Dokumentation dieser daraus gar noch einen Artikel zu machen?
Wie einigermaßen seriöse Statistik aussieht, kann sich jedeR Interessierte unter http://www.dwd.de/klima+umwelt beim Deutschen Wetterdienst ansehen. Hier ist der aktuelle Klimareport 2009 zu finden. Dort ist auch zu sehen, dass die Temperaturentwicklung der letzten 20 Jahre über dem langjährigen Trend liegt.