Die Sommerausgabe des Umweltmagazins zeo2 analysiert die Konsequenzen aus Finanz-, Rohstoff- und Wachstumskrise – Klimawissenschaftler diskutieren u.a. über Kopenhagen und “Climategate”.
zeo2 titelt im aktuellen Heft: Der zeo2-Klimagipfel: “Pachauri soll den Hut nehmen”. Wo steht die Klimaforschung nach “Climategate”?
Die drei führenden Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf (Leitautor im letzten IPCC-Bericht), Guy Brasseur und Martin Claußen diskutieren die Folgen des Desasters von Kopenhagen. Das Ziel, die Erwärmung des Globus unter zwei Grad zu halten, wird mit dem drohenden Scheitern einer globalen Klimapolitik immer unwahrscheinlicher. Wegen der Managementfehler nach den Angriffen auf den Weltklimarat (IPCC) und die Klimawissenschaft insgesamt fordern Rahmstorf und Claussen den Rücktritt des Vorsitzenden des Weltklimarates Rajendra Pachauri.
Stefan Rahmstorf äußert sich dazu in seinem Blog “KlimaLounge” wie folgt:
“Ich fordere dort nicht die Ablösung. Ich kann mir aber sehr wohl einen besseren Vorsitzenden vorstellen, u.a. weil er aus meiner Sicht sehr unglücklich agiert hat im Zusammenhang mit den Medienangriffen auf das IPCC. Die Rolle des Vorsitzenden ist ja nicht, die wissenschaftlichen Inhalte der Berichte zu bestimmen (da hat er sich in unsere Arbeit gar nicht eingemischt) sondern das IPCC gut nach außen zu vertreten.”
Die Forderung nach einen Rücktritt Pachauris ist nicht neu. Bereits im Februar sagte der emeritierte Direktor des Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, Prof. Hartmut Graßl, im Gespräch mit der “Frankfurter Rundschau”, Pachauri solle “reinen Tisch machen” und die Leitung des wichtigen Gremiums in andere Hände geben.
Der Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS- Forschungszentrum in Geesthacht, Hans von Storch, nannte den IPCC-Chef eine Belastung für den Klimarat, da er offenbar “Schlampereien” bei den Kontrollen des UN-Klimaberichts von 2007 zugelassen habe.
Der Konflikt im und um den IPCC und seinem Vorsitzenden wird inzwischen öffentlich ausgetragen. Eine selbstreinigende Auflösung, bzw. Neugestaltung des IPCC könnte eine logische Konsequenz sein, um wieder an Vertrauenswürdigkeit zu gewinnen.
Auf der IPCC-Titanic fressen sich die Ratten gegenseitg, bevor dann die überlebenden das sinkende Schiff verlassen.