Bildung ist nicht weit von Einbildung entfernt

So, zumindest “nach Bernward Hoffmann wird Bildung als die Entfaltung und Entwicklung der geistig-seelischen Werte und Anlagen eines Menschen durch Formung und Erziehung verstanden. Der Begriff ist abgeleitet vom ‘Bild’, einer Sache Gestalt und Wesen zu geben. Das Wort Bildung ist heruntergekommen zur Bezeichnung bloßen Formalwissens. Bildung ist dann nicht

So, zumindest “nach Bernward Hoffmann wird Bildung als die Entfaltung und Entwicklung der geistig-seelischen Werte und Anlagen eines Menschen durch Formung und Erziehung verstanden. Der Begriff ist abgeleitet vom ‘Bild’, einer Sache Gestalt und Wesen zu geben. Das Wort Bildung ist heruntergekommen zur Bezeichnung bloßen Formalwissens. Bildung ist dann nicht weit von Einbildung entfernt oder bezeichnet nur das, was gesellschaftliches Nützlichkeitsdenken der Herrschenden gerade für wichtig erachtet.” (Bernward Hoffmann: Medienpädagogik. Eine Einführung in Theorie und Praxis. Schöningh, Paderborn u. a. 2003, ISBN 3-506-99522-7, S. 127.)

Sich ein “Bild” zu machen ist mehr als Informationen “auswendig zu lernen

Bildung bedeutet Wissen, Intellektualität, Kultiviertheit und Reife. Auch die Meinung vieler Menschen trägt zu Bildung bei. “Nach Humbolds geprägten, humanistischen Verständnisses ist Schulbildung dabei eine Hilfe und kein Hindernis, aber es wäre fatal, Bildung einfach mit Schulerfahrung gleichzusetzen.” Wissen nur nach “Schulplan” auswendig zu lernen nennen einige Halbwissen. Menschen sind dann noch nicht in der Lage wertend und stellungnehmend ihr Wissen in Beziehung zu bringen. Das Wesentliche der Bildung sind nicht Aufnahme und Aneignung von Inhalten, sondern Formung, Entwicklung, Reifung von körperlichen, seelischen und geistigen Kräften.

Wie kann Bilung heute aussehen?

Heute muss Bildung mehr sein, als rechnen, lesen und schreiben zu lernen. Auch Lebensbewältigungsstrategien sollten im Lehrplan stehen um sich später dem schnellen Wandel der Lebensumstände anpassen zu können. In der heutigen Arbeitswelt werden Projektbezogene Arbeitsweisen verlangt. Zudem Teamfähigkeit und soziale Kompetenz erwartet. Um komplexe Probleme lösen zu können, benötigt es außerdem Kreativität und Entscheidungsfähigkeit. “Hartmut von Hentig (1925) bemängelt, dass Kinder und Jugendliche nur lernen, Antworten auf die Fragen anderer zu geben, die sich ihnen selbst nie stellen und deren Problematik sie folglich nicht interessiert. Sich Fähigkeiten für die Welt von morgen anzueignen fördert diese Art des Lernens kaum.”

Bildung, die keinem fehlen darf

Es gibt Allgemeinbildung die keinem fehlen darf. Besonders in der Arbeitswelt sich Fachwissen anzueignen um ein/e gute/r Handwerker/in, Kaufmann/Frau, Soldat(in) und Geschäftsmann/Frau zu sein scheint wichtig nach Humboldt. Trotzdem sollte Bildungspolitik einen Wechel vollziehen, weg von Lernvermittlungsanstalten hin zu Bildungseinrichtungen. Dies erfordert engagierte Lehrkräfte, AusbilderInnen, Dozentinnen die ihr Potenzial mehr entfalten können, weg vom sturen Lehrplan. Hierzu müssen engagierte Lehrkräfte etc. für gute Arbeit auch gut bezahlt werden. Gern wird hierfür das Geld eingespart. “Alle wollen eine hohe Qualität und verlangen dementsprechend eine hochwertige Schulbildung.” Dann müsse man die Lehrer aber auch gleich und besser bezahlen. Gerade mit Blick auf den wachsenden Lehrermangel ist “eine höhere Entlohnung notwendig.”

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. “Heute muss Bildung mehr sein, als rechnen, lesen und schreiben zu lernen.”

    Wieso heute, das war schon immer so!

    Allerdings ist die ” Grundbildung”, Rechnen , Lesen und Schreiben Vorraussetzung für alles andere.

    ” Heute” können AbsolventInnen meist weder richtig lesen, rechnen noch schreiben, sind aber bestens über ihre Rechte informiert.

    Charakterbildung, oder früher humanistische Werte, sollten auf dem Grundwissen aufbauen.

    Das Problem ist nur, wie auch aus diesem Artikel ersichtlich, LehrerInnen, Dozentinnen, Ausbilderinnen, sind oft unqualifiziert und stinkfaul!!!!!!!

    Ganz bestimmt geben wir nicht zuwenig Geld für Bildung aus, allerdings oft an der falschen Stelle. LehrerInnen werden im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland geradezu fürstlich bezahlt, die Gegenleistung der LehrerInnen ist dagegen eher mager.

    In einer Zeit in der fast alle den Gürtel enger schnallen müssen, noch mehr Geld für LehrerInnen, noch mehr Privilegien zu schaffen, ist für mich grotesk!!!!!!!

    Bescheidenheit und ideologische Entkernung des Bildungsbereiches ist dringend notwendig, effizienter und zielführender.

    Bildung, als ideologische Spielwiese für die ewig gestrigen Spät 68, ist ein zu wertvolles Gut um es LehrerInnen und Dozentinnen zu überlassen.

    Basta!