Ungeachtet der aktuellen Hitzewelle erlebte Deutschland gerade die kälteste erste Jahreshälfte seit 15 Jahren. Die Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland gibt die monatlichen Mittelwerte der bodennahen Lufttemperatur in Deutschland wieder. Die Messwerte umfassen den Zeitraum von 1761 bis heute. Demnach waren die ersten sechs Monate des Jahres (Januar bis Juni) mit einer Durchschnittstemperatur von 5,9 °C so kalt, wie seit 1996 nicht mehr. Dieser Wert liegt knapp ein halbes Grad unter den langjährigen Referenzmittelwert von 1961-1990 (6,4 °C).
Insbesondere der zu kalte Winter (Januar, Februar) und der zu kalte Mai haben für die unterdurchschnittlichen Temperaturen in der ersten Jahreshälfte gesorgt. Sollte die zweite Jahreshälfte nicht deutlich zu warm ausfallen, so wird auch der Jahresmittelwert 2010 hinter dem langjährigen Referenzmittelwert des DWD und der WMO zurückbleiben.
Warum ist es bei uns derzeit so warm. Wie ist der Ausblick für den Sommer?
Eine schöne Erklärung findet sich im weatherlog von Frank Abel. Er schreibt:
“(…) die Kombination für Hitze ist perfekt: Draußen auf dem nördlichen Ostatlantik zwischen Irland und Island liegt ein mächtiges Orkantief, und das pumpt auf der Vorderseite die heiße Luft aus Afrika zu uns. Außerdem stützt diese Warmluftzufuhr das Hochdruckgebiet, das sich gerade über uns aufbaut. Ergebnis sind viel Sonnenschein und am Samstag Höchsttemperaturen bis 38°C, im Westen drückende Schwüle (…)”
Die nächste Woche beginnt dann mit einer Abkühlungsphase, am Mittwoch kehren wir voraussichtlich wieder zum Hochdruckeinfluss zurück. “Zwar wird es wohl nicht mehr ganz so heiß werden, aber doch hochsommerlich warm.”
“Woran liegt das? Grundsätzlich daran, dass der so genannte Trog, also quasi der “Sack kalter Polarluft” eben nicht bei uns bleibt, sondern sich wieder auf den Atlantik westwärts zurückverlagert. Damit kommen wir wieder auf die Vorderseite, was bedeutet, dass warme Subtropikluft von Südwesten herangepumpt wird. Und damit hat auch das Azorenhoch wieder die Chance, sich bis zu uns auszubreiten.”
“Ansonsten kann man sagen, dass wir mit den Temperaturen weiter auf hohem Niveau bleiben und sehr wahrscheinlich damit der Juli zu warm werden wird.”
Ähnliches sagt übrigens auch die NOAA – die National Oceanic and Atmospheric Administration/ Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten – voraus. Einem zu warmen Juli schließt sich, deren Vorhersage nach, eine moderate zweite Jahreshälfte an.

Da die Unsicherheiten mit dem Vorhersagezeitraum stark zunehmen, ist der Ausblick bis zum Jahresende sehr ungewiss. Am Ende des Jahres wird sich das Jahr 2010 in Deutschland vermutlich eher in die durchschnittlichen Jahre, als in die überdurchschnittlichen Jahre einordnen. Die Temperatur verharrt somit weiter auf “hohem Niveau”. Ein sich beschleunigenden Temperaturanstieg, bzw. Klimawandel ist nicht in Sicht. Und was lernen wir daraus? Ein warmer Sommeranfang macht noch keinen Klimawandel.
Ihr Krüger,
wo bleibt eigentlich Ihr Artikel zu dem Thema:
“Wenn der Krüger kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.”
Ihr neuester Erguss hat wieder einmal den Informationswert Null.
Ob Sie einen Artikel schreiben oder ob in Afrika eine Schaufel umfällt dürfte wohl schwerlich einen Unterschied machen.
Fazit Ihres Artikels: Im Sommer könnte es bisweilen zu höheren Temperaturen kommen, während es zum Herbst hin wieder kühler werden könnte.
Fürwahr, eine Bahn brechende Erkenntnis.