Während die US-Bundesregierung Milliarde um Milliarde neue Staatschulden auftürmt, sind die einzelnen US-Bundesstaaten zu drastischen Kürzen ihrer Haushalte gezwungen. Seit 2008 sind Kürzungen in den gesamten US-Bundesstaaten in Höhe von 74 Milliarden US-Dollar vorgenommen worden. Jedoch wurden dadurch nur Haushaltlöcher gestopft und nicht Schulden abgebaut. Diese werden weiter dramatisch ansteigen. Illinois lässt derzeit einfach fünf Milliarden Schulden unbezahlt.
Kalifornien senkt Löhne von 200.000 Staatsbediensteten auf das Mindestlohnniveau
Wie dramatisch die Lage dort ist, war schon lange bekannt. Um den vollständigen Finanzkollaps aufzuhalten wird zu immer drastischeren Maßnahmen gegriffen. Die Kürzung der Löhne und Gehälter von 200.000 Staatsbediensteten auf das Mindestlohnniveau ist ein schlagendes Beispiel dafür. Um den Zahlungsverzug auf die Staatsschuldpapiere der einzelnen Bundesstaaten zu vermeiden, wird jetzt das Tafelsilber verkauft. So verkaufte Arizona bereits das Repräsentantenhaus und das Senatsgebäude, um Geld für die Zinszahlungen zu gewinnen. Dabei sind die kurzfristigen Zinsen weiterhin aufgrund der Geldpolitik der Fed auf historischem Tiefststand. Trotzdem fehlt das notwendige Geld um die regelmäßigen Zinszahlungen aus laufenden Steuereinnahmen und Abgaben zu finanzieren. Sollte es zu Illiquidität einzelner Bundesstaaten kommen, könnte es durchaus eine Vertrauenskrise à la Griechenland in den USA geben.
Die Rating-Agenturen scheinen derzeit noch die Augen vor dem Finanzdesaster zu schließen und ihre Ratings nicht abzusenken. Es steht uns nach dem tropisch heißen Sommer auch ein wirtschaftlich heißer Herbst ins Haus.
Pingback: Readers Edition » Nicht Double Dip, sondern Stagflation!