Schon am Anfang der ersten CD fällt auf, dass die Kafkas keine reine Punkband sind, sondern, wie sie selbst sagen, „eine emanzipierte Punkband ohne Nietenlederjacken“. Soll heißen, die Jungs sind sehr kreativ und abwechslungsreich und alles andere als “0815-Deutschpunk”. So hört man auf ihrem bisweilen fünften Studioalbum einen Mix aus Punk, Elektro und Indie. Wenn man schon seit insgesamt 15 Jahren Musik macht, ist es nur zu verständlich, dass man mit der Zeit experimentierfreudiger wird. Und wie man in einigen anderen Reviews liest, geht genau dieses Konzept sehr gut auf ….. aber nicht mit mir!
Trotz ihrer vielschichtigen Einflüsse hört sich für mich alles ziemlich ähnlich an. In einem Lied treffen sie es ganz gut: “Nur noch 90 Minuten, dann ist es vorbei.” Die Cd dauert zwar (zum Glück) keine 90 Minuten, ich kann das Ende aber trotzdem kaum abwarten.
Soziales Engagement vs. nervige Liebeslieder
Punkte, die für die Band sprechen sind eindeutig die Tatsachen, dass sie a) ein eigenes Tierasyl-Projekt leiten und b) den DIY-Gedanken leben. Jedoch finden sich auf diesem Album fast überwiegend nervige Liebeslieder, wie man sie mittlerweile auch von „Punkgrößen“ wie NOHRMAL kennt. Nur dass diese moderner klingen. Wirklich kritische Aussagen kommen mir allerdings nicht zu Ohren. Außer vielleicht folgende Stelle: „Das hier ist ein Liebeslied, aber antikapitalistisch – ist doch klar!“ …. dürftig!
Ende gut – alles gut
Der Allgemeinheit scheinen die Kafkas trotz allem gut zu gefallen. So durften sie beispielsweise schon mit BELA B., JAN DELAY oder MADSEN die Bühne teilen. Musik ist bekanntlich ja doch Geschmackssache! Wer also auf Bands wie MONTREAL steht, ist hiermit sehr gut bedient. Kreativer Poppunk mit Elektro- und Indie-Einflüssen.
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