City Slang ist bekanntlich der Fat Boy Slim unter den Indielabels. Irgendwie immer da, und nach all den Jahren auch nicht mehr weg zu denken. Da ist es nur logisch, dass sie jetzt beide auf dem BERLIN FESTIVAL um Aufmerksamkeit heischen. Der eine hat seine besten Remixe und Jahre längst hinter sich, der andere, eigentlich eine alte Dame, hat dennoch seine (ihre) besten Jahre erst noch vor sich. Der eine hat von Brighton aus die Welt erobert, was normal ist, weil nah an London und bekanntlich Sandkasten für Rocker, Mods und Tories. Der (die, verdammt nochmal) andere hat von Berlin aus die Welt erobert, was total ungewöhnlich ist, weil alle, die das in der Vergangenheit schonmal versucht haben damit glücklicherweise auf die Schnauze gefallen sind oder sich zumindest nicht besonders lange halten konnten.Jenseits von Hype und Hipster läuft die junge Dame City Slang also seit gut zwanzig Jahren jeden Morgen die gleiche Joggingstrecke und pflückt am Wegesrand junge Blumen, die sie dann mit nach Hause nimmt und hegt und pflegt, bis sie verwelkt sind. Manchmal will sie das einfach nicht wahr haben, dann gießt sie immer noch frisches Wasser auf die alten, braunen, stinkenden Stengel, aber das ist eine andere Geschichte…
Auf dem Berlin Festival nun, da stellt sie ein aktuelles Stillleben aus, praktisch, quasi eine Momentaufnahme der Blumenwiese: Es wird dort eine ganz eigene City Slang Bühne geben. Sie ist wieder in einem Airport Hangar und uns ist hoch und heilig versprochen worden, dass es ein gänzlich anderes Hörerlebnis sein wird als im letzten Jahr. Technisch sorgen dafür die guten Menschen vom Berlin Festival und musikalisch haben wir die Ehre:
Der heimliche Headliner an diesem Freitag Abend, dem 10. September in Berlin ist natürlich CARIBOU. Und das ist gut so. Sein Album SWIM ist schon jetzt ein moderner Klassiker. Eine Benchmark Platte. Ein Meisterwerk. Und dazu noch die eine, auf die sich alle einigen können. Live schon immer eine Macht hat dieses Album Dan Snaith und seine Band nochmals beflügelt. Es wird einfach mal das Konzert des Jahres vom Künstler des Jahres werden!
Davor spielen (nicht in dieser Reihenfolge):
NORMAN PALM – der aus dem Emsland kommt, trotzdem Kronprinz der finnischen Diaspora in Berlin ist. Hat sowohl sein 5tes Klassentreffen hinter sich, als auch den ersten Internet Hype und live ist er jetzt neu, mehr Rave als Folk..!
JUNIP – prägten diesen Frühsommer den Begriff COSMIC FOLK. Okay, das wissen sie nicht, aber wir werden ihnen das noch nahebringen; wird im Ausland gerne auf den Sänger JOSE GONZALEZ reduziert, was nachvollziehbar ist (kennt man ja), aber zu kurz greift. Eine schwedisch/argentinisch/äthiopische Interpretation von Krautrock mit sanfteren Mitteln. Ein Traum.
HERMAN DUNE – wenn Herman Dune über verpasste Chancen und verlorene Lieben Songs machen, hört sich das so an, als ob sie trotzdem auf dem Abschlussball spielen wollen. Die Mannen um YaYa David Ivar Herman Dune haben ein neues Album fast fertig und werden hoffentlich neue Lieder vorspielen.
ZOLA JESUS – wer ist das? Okay, sie ist gar nicht auf City Slang, sondern auf der kleinen zickigen Schwester, dem Label SOUTERRAIN TRANSMISSIONS, aber Familie bleibt Familie und Blut ist dicker als Wasser und Zola Jesus ist so irre, das musste einfach mal durchgesetzt werden. Eine 20-jährige Russin aus Madison, Wisconsin, die das Unwort “Goth” aus der Klischeeschleuder reißt und ihm eine geniale Frischzellenkur verpasst. Ihr Deutschland-Debüt auf unserer Bühne. Im Rest von Europa als handverlesener Support von Fever Ray unterwegs. Das ist richtig aufregend. Und leider muss sie schon sehr früh ran. Spätnachmittag und Untote – wie verträgt sich das?
Und last not least, nach CARIBOU in die Nacht begleiten wird uns BARBARA PANTHER, die an genau diesem Freitag aus dem Schatten ihrer Kollaborateure treten wird, um ihre Debüt-EP namens EMPIRE auf City Slang zu veröffentlichen. Barbara Panther? Aus Ruanda. Via Belgien. Elektronisch. Off The Wall. Riesig. Aber dazu mehr an anderer Stelle. Demnächst in diesem Theater. Und dann war da noch das mit der offiziellen Hymne. Seit der Fußballweltmeisterschaft muss alles eine Hymne haben. Die Länder. Die Mannschaften. Und auch die Feste. Das Melt. Der Sommer. Das Berlin Festival. Diese hier kommt von CARIBOU und heißt passenderweise SUN.
Caribou – Sun by cityslang
Official Berlin Festival Tune. Downloadbar. Hier: http://www.berlinfestival.de/
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