Wüste
In der Wüste, heißer als hier,
Der Sand als Naturereignis.
Vergiss, was du weißt über:
Weihnacht` im Schnee beim Bier!
Am Strand vor Haifa spielende Jugend,
Verzückt in die Tage.
Die Nächte sind, ohne Frage, wartend auf den Befehl.
Gib du den Befehl zum Frieden!
Klaus Grunenberg
Kritik
Warum der Titel „Wüste“ und warum sollen wir hier („beim Bier“) auf Weihnachten nicht achten, verzichten womöglich? Ist doch gerade dieses Fest das Fest der Kindesliebe, entstanden auf jüdischem Boden sozusagen.
Und dann der Sprung in der zweiten Strophe nach Haifa, also nach Israel? Wurde denn nicht erst kürzlich der Strand in der Nähe dort Zeuge einer Auseinandersetzung geradezu komischer Ereignisse?
Nein, dies ist eine Aufforderung, nicht letztmalig, doch dies bestimmt auch gerne dafür, dass die Jugend sich wehrte, wenn der Befehl zum Angriff kommen sollte. Verteidigung ist immer angesagt, Mut und Wagemut zum Frieden, beides sind in Lyrik, in Liedern erzeugbar.
Ed Moercke
Kurze lyrische Momente des Einhaltens, so deutlich wie möglich und so undeutlich wie immer.
Mark Beil -Ritzi
Photo Quelle/Copyright: Jenzig71, via pixelio.de
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