Es hat lange gedauert bis endlich die erste Strafe für eines der grausamsten Massaker der jüngeren Geschichte verhängt worden ist. Am 26. Juli wurde einer der Anführer der Roten Khmer, Kaing Guek Eav, genannt “Duch”, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 35 Jahren Haft verurteilt. Über 30 Jahre sind vergangen seit das Regime der Roten Khmer in Kambodscha gestürzt wurde. Ein Sondertribunal hat nun das erste Urteil gesprochen.
Sie wurden von der Bevölkerung bejubelt als sie die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh eroberten und die Unruhen, verursacht durch den ins Land geholten Krieg der Amerikaner gegen die Vietnamesen, beendeten. Doch mit Pol Pot änderte sich alles. Unter ihm begann das Terrorregime. Pol Pot war schon als Jugendlicher in die Kommunistische Partei Kambodschas eingetreten und lernte beim Studium in Frankreich die dortige Kommunistische Partei kennen. Um die Armut im Land zu bekämpfen müsse die Landbevölkerung gestärkt und die Stadtbevölkerung geschwächt werden. Durch Deportationen aufs Land wurden die Städte beinahe völlig geleert. Auf den Märschen starben viele Tausend Menschen, die Überlebenden wurden zu Bauern auf den Reisfeldern. Um den Agrarkommunismus durchzusetzen ließ das Pol-Pot-Regime beinahe die gesamte Elite des Landes, Lehrer, Händler und Intellektuelle systematisch ermorden.
Am Ende der Schreckensherrschaft war eine Zahl von ca. 1,7 Millionen Menschenleben zu beklagen.
In weniger als vier Jahren wurde fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung getötet. Eine Hälfte durch Exekutionen, die andere durch Hunger und Krankheiten in den “Killing Fields”, den Arbeitslagern.
Nach dem Sturz des Regimes kam es aber nicht zu einer geordneten Aufarbeitung der Geschehnisse. Der gestürzte Pol Pot lebte bis zu seinem Tod 1998 in Freiheit. Zwar wurden er und sein Vize bereits 1979 von einem Volkstribunal in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Es wurde jedoch nie ausgeführt. Im Juli 2007 nahm dann das Rote-Khmer-Tribunal, eine Art Internationaler Strafgerichtshof, seine Arbeit auf. Die Verurteilung des Gefängnisdirektors “Duch” ist sein erstes Resultat.
Wie sich doch die Dinge gleichen . . oder sollte man sagen: “tout comme chez nous”
Nur dass bei uns die Dinge schon viel weiter zurückliegen.