Campact schlug heute bundesweit Atom-Alarm. Readers-Edition war in Dortmund dabei

Die sozial unausgewogene Politik der überdies chaotisch arbeitenden schwarz-gelben Bundesregierung stösst Bürgerinnen und Bürgern hierzulande verstärkt übel auf. Man muss sich dazu nur einmal die derzeitigen desaströsen Umfragewerte für die Koalition aus CDU/CSU und FDP anschauen. Immer mehr Leute sind zusätzlich der Meinung: Schwarz-gelbe Politik stellt eine ernstzunehmende Gefahr für

Campact_Atomalarm_Do_7_2010_Stille_4.jpgDie sozial unausgewogene Politik der überdies chaotisch arbeitenden schwarz-gelben Bundesregierung stösst Bürgerinnen und Bürgern hierzulande verstärkt übel auf. Man muss sich dazu nur einmal die derzeitigen desaströsen Umfragewerte für die Koalition aus CDU/CSU und FDP anschauen. Immer mehr Leute sind zusätzlich der Meinung: Schwarz-gelbe Politik stellt eine ernstzunehmende Gefahr für uns alle  dar. Jedenfalls dann, wenn ihre Pro-Atomkraft-Politik ganz im Sinne der großen Energiekonzerne (Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern) von Erfolg gekrönt sein sollte. Bekanntlich ist die überwiegende Mehrheit der Menschen hierzulande gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken und im Endeffekt für den völligen Ausstieg aus dieser kreuzgefährlichen Art der Gewinnung von Elektroenergie. Dessen ungeachtet hält die Bundesregierung an ihren Plänen fest.

Campact schlägt Atom-Alarm

Dagegen erhebt sich  nun zunehmend Protest. Heute sollte deutschlandweit zeitgleich an rund 60 Orten unüberhörbar Atom-Alarm geschlagen werden. Und zwar vor den Wahlkreisbüros von Bundestagsabgeordneten, deren Parteien den Willen der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in punkto Atomkraft arrogant ignorieren. Dazu aufgerufen hatte das Netzwerk Campact – Demokratie in Aktion. Die Alarm-Aktion soll die betreffenden Parlamentarier daran erinnern, dass die Menschen in ihrem Wahlkreis den Ausstieg aus der Atomkraft wünschen. Das Alarmschlagen möchte Campact als deutliches Signal verstanden wissen. Es soll dafür sorgen, so Campact, “dass die Bundeskanzlerin nach der Sommerpause von möglichst vielen Parlamentariern die Warnung erhält: ‘Längere Laufzeiten? Das machen die Menschen in meinem Wahlkreis nicht mit – das kann ich nicht mittragen!’”

In Dortmund: Michael Kauch, schalten Sie die Atomkraft ab!

Campact_Atomalarm_Do_7_2010_Stille_3.jpg In Dortmund hatte sich heute Mittag trotz des herrschenden Regens eine aufrechte Schar von engagierten Menschen eingefunden, um von dem FDP-Bundestagsabgeordneten Michael Kauch vor dessen Wahlkreisbüro auf der Hamburger Straße 130 zu fordern: “Schalten Sie die Atomkraft ab!” Die dort versammelten Bürgerinnen und Bürger verliehen ihrer Forderung mittels Trötengetute, Topfschlagens, Gerassel bzw. dem Einsatz von Kuhglocken lautstark Ausdruck.

Die Demonstranten ließ man im Regen stehen

Der angesprochene FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch indes zog es offenbar vor unsichtbar zu bleiben. Auch aus dessen Büro schien niemand bereit zu sein, sich den Bürgerinnen und Bürgern zu stellen. Gleichfalls konnten die Campact-Aktivisten die mitgebrachten Anti-Atomkraft-Unterschriften nicht übergeben. Von einer Diskussion mit den jüngeren und älteren – ob der gefährlichen Atompolitik der Bundesregierung besorgten – Menschen hielt man ganz offensichtlich ebenfalls nichts. Angeblich sei niemand da. Womöglich allein schon deshalb, weil man die protestierenden Mitbürgerinnen und Mitbürger von vornherein nicht zum potentiellen Wählerkreis der Klientelpartei FDP rechnet und deshalb meint, sie im Regen stehen lassen zu können?
Dabei hätte weder der Herr Abgeordnete Kauch, noch seine Mitarbeiter etwas Schlimmes von der friedlichen und überschaubaren Demonstrantenschar zu befürchten gehabt. Es sei denn, man hat bei der FDP Angst vor schlagenden Argumenten. Eigentlich war – betrachtete man die wacker gegen den Verkehrslärm anlärmenden Menschen mit ihren Plakaten – sogar die Präsenz der Dortmunder Polizei vor Ort völlig übertrieben. Die Freunde und Helfer waren gleich mit zwei Polizeiwagen – einem grünen und einem blauen – “angerückt”. Aber Vorschrift ist wohl nun einmal Vorschrift. Die Ordnungshüter hielten sich immerhin in dezenter Entfernung zum Campact-Protest.

Weitere Anti-Atom-Aktionen sind geplant

Campact_Atomalarm_Do_7_2010_Stille_1.jpg Die heute von Campact organisierten Atom-Alarm-Aktionen stellen laut Versicherung der Initiatoren nur einen Auftakt zu einer Reihe von weiteren Anti-Atomkraft-Aktionen in Deutschland dar. Auf diese Weise möchte man den Druck auf die schwarz-gelbe Bundesregierung erhöhen. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel soll angesichts einer Mehrheit in der deutschen Bevölkerung, die gegen die Laufzeitverlängerung von Alt-AKW’s ist, bzw. sich völlig gegen Energieerzeugung durch Atomkraft ausspricht, wohl so unüberhörbar beigebogen werden, was die studierte Physikerin im Grunde selber wissen müsste: Atomkraftwerke sind tickende Zeitbomben und gehören deshalb peu á peu abgeschaltet. Heute sind erst einmal die Ohren einiger womöglich lobbyhöriger Bundestagsabgeordneter gehörig zum Klingen gebracht worden. Initiiert übrigens von einer Lobbyorganisation der ganz anderen Art: Von Campact, der Lobby für Demokratie. Ob’s was genützt hat? Wir werden sehen…

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Sie irren sich Herr Stille, die Akzeptanz für Kernkraft steigt.

    Eigentlich schien alles klar, Kernkraft ist ein Auslaufmodell. Der grüne Zeitgeist hatte sich durchgesetzt und Befürworter der Kernkraft befanden sich in einer aussichtslosen Situation. Die öffentliche Diskussion wurde bestimmt durch Probleme bezüglich nicht geklärter Endlager, Unfälle wie in Tschernobyl oder Harrisburg.

    Nun zeigen Umfragen, dass Kernkraft durchaus wieder an Zustimmung gewinnt. Forsa-Chef Güllner spricht gar von einer “Entdämonisierung der Kernkraft”. Wobei diese Formulierung einen weiteren Aspekt aufzeigt, nämlich den, dass die Kernkraft dämonisiert wurden ist. Dies war nicht schwer, wie kann man einer Technologie vertrauen, die auch Atombomben hervorbringen kann. Der kalte Krieg tat ein übriges, eine atomare Kriegsführung schien im Bereich des Wahrscheinlichen.

    Realistische Einschätzungen welche Gefahren aus einer friedlichen Nutzung der Kernenergie erwachsen, wurden kaum wahr genommen. Die Ängste dominierten.

    Wie kommt es nun zu diesem Sinneswandel. Da ist zum einen die derzeitige Diskussion über den Klimawandel und das anthropogene CO2 zu nennen. Hier allerdings irren die meisten Kommentatoren, die meinen, die Akzeptanz für Kernenergie steigt, weil dadurch CO2 Emissionen vermieden werden. Dieses Argument, wenn auch richtig, ist zu schwach um entdämonisierend zu wirken.

    Anthropogenes CO2 hat aber dennoch einen wesentlichen Anteil daran, das Kernkraft nicht mehr als bedrohlich wahrgenommen wird. Es wurden neue Dämonen geschaffen, diesmal in Form des CO2. Und wenn selbst Vertreter des AGW nun einen Ausbau der Kernenergie fordern, dann fragt sich der einfache Bürger, warum auf einmal die AKWs nicht mehr gefährlich sein sollen. War das vielleicht alles ein wenig übertrieben, in der Vergangenheit?

    Da aber das Kohlendioxid nicht so recht als Dämon in den Köpfen einer breiten Bevölkerung Einzug halten will, relativieren sich die alte Dämonen und Ängste und machen somit Platz frei für eine realistische Einschätzung der Chancen und Risiken der Kernkraft.

    Quellen:
    Zustimmung zu Atomenergie wächst
    Hansen im Zeit-Interview
    Akzeptanz der Atomkraft gestiegen