“Ich bin entsetzt und traurig” so äußerte sich die Kanzlerin am Sonntag über die Toten von Duisburg: “In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer.”
Die Lohengrin-Premiere am selben Sonntag auf den Wagner-Festspielen in Bayreuth wollte sie sich aber dann doch nicht entgehen lassen. Das schicke Outfit – der weiße Hosenanzug – geschneidert auf Staatskosten - blieb also nicht ungetragen im Schrank. Das wäre ja auch Vergeudung von Steuergeldern gewesen. So opferte sich Angela Merkel und ging tapfer zur Premerie, von Betroffenheit tief gezeichnet.
Immerhin das halbe Kabinett besuchte die Festspiele. “Die Promi- und Politiker-Parade war …größer denn je” erfahren wir von den Nürnberger Nachrichten. Zeitgleich mit Thomas Gottschalk und Karl Theodor zu Guttenberg zeigte Angela Merkel sich den rund 2000 Zaungästen und suchte das Bad in der Menge. Auch Guido Westerwelle scheute die staatsmännische Pflicht nicht und war mit seinem Lebensgefährten gekommen ebenso Horst Seehofer mit Gattin, Günther Beckstein, Edmund Stoiber und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
Als nächstes fährt die Kanzlerin zu den Salzburger Festspielen und dann in den verdienten Urlaub. Zur Beerdigung der Todesopfer von Duisburg will sie aber ihren Urlaub unterbrechen.
Als ich die Pressekonferenz sah und die abgegebenen Statements der Verantwortlichen hörte, kamen mir die Bilder von den Nürnberger Prozessen wieder in den Sinn.
Das gespielte Entsetzen in manchen Gesichtern und die Stereotypen von “nicht schuldig” ließ fatale Erinnerungen an jene Zeit hochkommen!
Aber selbst wenn ihnen jemals Schuld nachgewiesen würde, fänden wir sie an anderen Stellen der Regierungsarbeit wieder.