Formel 1: Die Stallorder-Strafe für Ferrari geht nicht weit genug
Nach der Spionageaffäre 2007, sorgte am Sonntag beim Großen Preis von Deutschland, eine weitere strittige Aktion in der Formel 1 für Diskussionsstoff. 50 Runden waren auf dem Hockenheimring abgefahren. Ferrari-Pilot Felipe Massa lag in Führung, und alles sah nach einem Sieg des 29-Jährigen aus. Doch es kam alles anders. Die Ferrari-Teamleitung erklärte Massa per Funk: “Fernando ist schneller als du. Kannst du diese Nachricht bestätigen?” Mit einfachen Worten: Massa soll Teamkollege Fernando Alonso vorbeilassen, dass dieser sich den Grand-Prix-Sieg sichern kann. Gesagt getan. Der Spanier überholte und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg. Massa wurde Zweiter. Nun fragen sich die Motorsport-Fans: War der Sieg des zweifachen Weltmeisters verdient?Aus dem Grund, weil ein absichtlicher Platztausch verboten ist, wurde die Scuderia nach dem Rennen zu einer Geldstrafe von 100 000 Euro verurteilt. Vielen Rennsportexperten war diese Strafe zu mild. Zu Recht.
Es ist mehr als offensichtlich, dass Ferrari zugunsten von Alonso gehandelt hat – und auf Kosten von Massa. Renningenieur Rob Smedley funkte später nach: „Sorry, Felipe!“ Doch diese heuchlerische Entschuldigung dürfte den Brasilianer nicht glücklich gestimmt haben. Massa stand immerhin vor seinem ersten Saisonsieg und hätte auch seinen Status als etablierter Rennfahrer untermauern können. Die sieben Punkte, die er als Zweitplatzierter verloren hat, könnten ihm einen Podestplatz kosten.
Das derzeitige Reglement sieht leider keine schärferen Konsequenzen für den italienischen Rennstall vor.
Der Weltmotorsportrat wird den Vorfall noch einmal unter die Lupe nehmen und hoffentlich ein neues Konzept für härtere Sanktionen vorlegen, denn Massa ging nicht freiwillig vom Gas, sondern wurde gezwungen. Das ist regelrecht eine Ergebnismanipulation, die Ferrari da praktizierte. Bei Aktionen wie dieser sollte man Punkteabzüge bei der Konstrukteurswertung, aber auch ein höheres Bußgeld veranschlagen. Sonst häufen sich die Wiederholungen.
Massa war – selbstverständlich – sauer auf die Scuderia. Die Enttäuschung dürfte aber überwogen haben. Der 29-Jährige sitzt seit 2006 im Cockpit der Roten und hatte es mit Ex-Formel1-Fahrer Kimi Räikkönen nicht leicht. Doch die Situation mit Alonso ist und bleibt angespannter denn je. Durch das Überholmanöver und die Bevorzugung Alonsos – weil dieser mehr WM-Punkte hat – wird es in den nächsten Tagen und Wochen heiß hergehen. Das Vertrauen beim Rennstall aus Maranello ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Befürworter von Felipe Massa werden über den geschenkten Sieg von Alonso nicht zufrieden sein. Ferrari ist selbst dran schuld!
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Das Verbot der Stallregie ist leider völliger Unsinn. MacLaren hat in diesem Jahr bereits zwei Mal Jensen Button mit der Maßgabe eingebremst “Benzin zu sparen”. Red Bull hatte Webber angewiesen, “Benzin zu sparen”, damit Vettel vorbeikonnte (führte zu einem Fiasko). Man kann Ferrari höchstens vorwerfen, dass sie sich saublöd angestellt haben.
Schlechte Betrüger müssen bestraft werden. Wie schlechte Doper.