Geschädigte können Hilfen bei der Landesregierung beantragen – Bistum und DRK richten Spendenkonten für die Loveparade-Opfer ein – Zwei Sofort-Hilfe-Fonds leisten erste Hilfe
Neun Tage nach der Katastrophe bei der Loveparade in deren Folge 21 Menschen getötet und mehr als 500, zum Teil schwer verletzt wurden, stellt jetzt auch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen eine Million Euro als erste Soforthilfe für die Opfer der Loveparade bereit, so berichtet unter anderem das Nachrichten-Portal “Der Westen“. Mit dem Geld aus dem Soforthilfe-Fond solle den am schwersten betroffenen, geschädigten und verletzten Menschen geholfen werden.
Beim Gedenk- und Trauergottesdienst am Samstag sagte die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (49, SPD): “angesichts des Todes ist es schwer Worte zu finden”. Das Leben junger Menschen sei grausam und jäh beendet worden. Sie seien aus ihren “Hoffnungen und Träumen, aus ihren Zukunftsplänen, Familien und Freundeskreisen gerissen worden. Sie hatten ihre ganze Zukunft noch vor sich”. Viele überlebende empfänden jetzt noch die Ohnmacht, “weil sie nicht haben helfen können”. Viele seien im Angesicht der schrecklichen Erinnerungen traumatisiert. Erschüttert seien auch Millionen, die über die Medien Zeugen der Katastrophe geworden seien. “Ihnen allen und nicht zuletzt uns selbst sind wir es schuldig, das Geschehene und Unfassbare lückenlos aufzuklären. Der Mensch, sein Wohlergehen und seine Sicherheit müssen wieder wichtigste Leitlinie unseres Handelns sein, vor allen anderen Motiven”, ergänzte Hannelore Kraft. Die Ministerpräsidentin dankte den Einsatzkräften und all jenen Menschen, die selbstlos “stille Hilfe” geleistet hätten. Hannelore Kraft versprach den Angehörigen und Verletzten auch: “Sie sind nicht alleine!” und sicherte eine schnelle, unbürokratische und menschliche Hilfe zu.
Verwandte und Angehörige der 21 Getöteten und Verletzten können finanzielle Soforthilfe aus dem Landeshaushalt beantragen.
Der Antrag für eine Hilfe kann formlos an die Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen, (Dezernat 6, Sankt Franziskus Str. 146, 40470 Düsseldorf) gesendet werden. Die Staatskanzlei informierte darüber, dass über die Anträge umgehend Entscheidungen getroffen werden.
Wolfgang Riotte will als Ombudsmann bei den Behörden vermitteln
Der ehemalige Staatssekretär im Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Riotte will den Opfern bei der Vermittlung helfen. Er will den Geschädigten und Verletzten außerdem im Umgang mit den deutschen Behörden, Versicherungen und weiteren Stellen helfend zur Seite stehen.
Psychologische Hilfe des Landes
Menschen, die psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wollen können jetzt auch eine Sonderrufnummer bei nrw direkt, Telefon 0211 837 1848 anrufen, um Hilfe zu erhalten.
Hilfe für Opfer vom AXA Versicherungskonzern
Der AXA Versicherungskonzern und der Veranstalter, die Lopavent GmbH und deren Geschäftsführer, Rainer Schaller, haben bereits am 30. Juli 2010 (wir berichteten) einen Soforthilfe-Fond mit einer Million Euro für Geschädigte und Verletzte eingerichtet. Der AXA Versicherungskonzern bittet Angehörige und verletzte einen Schaden jetzt zu melden. Die Anschrift der Versicherung lautet: AXA Versicherung AG, Hauptverwaltung, Bereich Haftpflicht-Schaden, Stichwort “Soforthilfe Loveparade”, 51171 Köln.
Weitere Informationen sind auch bei der freien Arbeitsgemeinschaft für Medien- und Hilfs-Projekte Regionalhilfe.de zu finden.
Spendenkonten für Loveparade-Opfer
Inzwischen gibt es zwei eingerichtete Spendenkonten für die finanzielle Unterstützung der Geschädigten:
DRK-Konto 200 – 204204
Sparkasse Duisburg
Bankleitzahl: 350 500 00
Kenntwort: Loveparade
Bank im Bistum ESSEN
Konto 14 400
Bankleitzahl 360 602 95
Kenntwort: Opfer Loveparade
Die Spenden kommen unmittelbar den Opfern der Loveparade-Katastrophe zugute.
Internationale Mission plant Charity-CD
Die internationale Jüdisch-Christliche John Baptist Mission of Togo (Johannes der Täufer Mission von Togo), Vertretung für Deutschland und Vertretung für Großbritannien will den Opfern mit der Produktion einer Charity-Musik-CD als Wohltätigkeits- und Benefiz-Aktion helfen und bittet alle Sänger, Sängerinnen, Musiker, Musikerinnen, Chöre, Gospel-Chöre, Musik-Gruppen und Musik-Verlage um freundliche Unterstützung bei dem nicht kommerziellen Projekt mit dem den Geschädigten geholfen werden soll. Mit dem Projekt, so ein Sprecher der Mission in London, könnten auch traumatisierte Menschen vielleicht einen aktiven Dienst für die Opfer der Loveparade in Duisburg leisten, was auch eine Hilfe zur Bewältigung der empfundenen Hilflosigkeit und Ohnmacht für Traumatisierte sein könnte.
Die Kontakt-Aufnahme zur John Baptist Mission of Togo ist mittels Email cvd@ibstelevision.org (John Baptist Mission of Togo, Postfach 11 13, D 67137 Neuhofen, Deutschland, Telefon 06236 416 802, Mobil-Telefon 0178 817 2114) möglich. Geplant ist auch eine Dokumentation im Fernsehen zum Projekt einer Charity-Musik-CD mit “Musik helfen für Menschen in Not.”
Informationen zum geplanten Hilfe-Projekt sind auch im Internet zu lesen bei www.johnbaptistmission.wordpress.com und www.regionalhilfe.de.
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.