Robot Wars: Afghanistan als Test Bed

Es war Dwight D. Eisenhower, US-General im Zweiten Weltkrieg und US-Präsident, der bereits vor den Folgen eines militärisch-industriellen Komplexes in den USA gewarnt hatte. Seine damaligen Befürchtungen sind heute Realität. Die US-Militärausgaben sind insbesondere seit Beginn des neuen Jahrtausends explodiert. Kriegseinsätze sind die Legitimation für diese massive Expansion der Rüstungsindustrie.

genrel.jpgEs war Dwight D. Eisenhower, US-General im Zweiten Weltkrieg und US-Präsident, der bereits vor den Folgen eines militärisch-industriellen Komplexes in den USA gewarnt hatte. Seine damaligen Befürchtungen sind heute Realität. Die US-Militärausgaben sind insbesondere seit Beginn des neuen Jahrtausends explodiert. Kriegseinsätze sind die Legitimation für diese massive Expansion der Rüstungsindustrie. Derzeit läuft der Aufbau der militärischen Infrastruktur für das Predator and Reaper Unmanned Aerial System der USA, das sind die Dronen, die ferngesteuert von Stützpunkten aus den USA den Luftkrieg gegen die Taliban führen. Allein im laufenden Haushaltsjahr stiegen die Ausgaben hierfür um 57,8% auf 1,9 Mrd. US-Dollar (siehe hierzu Fussnote).

Die neue Form globaler Hegemonie

Dieser neue Rüstungswettlauf droht am Ende die Sicherheit der Zivilbevölkerung weltweit vor solchen Angriffen drastisch zu gefährden. Wenn 9/11 noch Todespiloten erforderte, dürfte die Zukunft diese überflüssig machen. Es sind ja nicht nur die USA, die diese Entwicklung rapide voran treiben, überall in der Welt wird an der Entwicklung einer solchen ferngesteuerten Militärtechnologie gearbeitet. Die Logik der blutigen Kriege soll durch einen Krieg der Roboter ersetzt werden. Mithin sollen Materialschlachten in Zukunft den Krieg durch Menschen insbesondere Mann gegen Mann ersetzen. Allerdings ist diese Logik fehlerhaft. Wenn der Gegner über eine vergleichbare Technologie verfügt, dann setzt er sie eben auch gegen die zivilen oder militärischen Ziele ebenso ein, wie derzeit die USA in Afghanistan. Es gibt ja auf Dauer kein Monopol über diese Technologie.

Wie die in Wikileaks veröffentlichten Dokumente zum Afghanistan-Krieg belegen, ist die Technik noch störanfällig. Das hat zur Folge, dass die Predator-Dronen in die Hände der Taliban fallen. Mit diesem Know-how lässt sich weltweit gut Handel betreiben. Die Folge: Der technologische Vorsprung der USA schmilzt. Der Afghanistan-Krieg ist auch eine gute Gelegenheit, die finanziellen Mittel für dieses Programm in den Kriegsausgaben für Afghanistan zu verstecken.

Ebenso wie beim Rüstungswettlauf um die Atom- und Wasserstoffbombe hat der Rüstungswettlauf zu einem Patt geführt. Diese Einsicht hat jedoch die Menschheit Billionen von US-Dollar gekostet. Jetzt stehen wir erneut an der Schwelle eines sinnlosen Rüstungswettlaufs. Es wäre dringend geboten dies zu verhindern. Ebenso wie das Star Wars-Programm am Ende durch eine Demilitarisierung des Weltraums durch SDI zumindest teilweise verhinderte und verzögerte, ist es heute an der Zeit, dass der Aufbau einer weltweiten militärischen Infrastruktur zur Kriegsführung mittels Predator-Dronen Gegenstand einer öffentlichen Debatte und diese Entwicklung gestoppt wird. Es ist fünf Minuten vor zwölf.