Öffentliche Trauer und Beileidsbekundungen am Tunnel sind nur noch bis 4. September möglich – Gedenkveranstaltung am 4. September
Die Stadt Duisburg erlaubt den Trauernden in der Stadt nach der Katastrophe bei der Loveparade in deren Folge nach einer Massenpanik 21 Menschen getötet und mehr als 500 zum Teil schwer verletzt wurden eine Trauer und Beileidsbekundungen in der Karl-Lehr-Straße am Tunnel, an dem das Unglück geschehen ist, nur noch bis 4. September 2010. Nach sechs Wochen soll dann, so die Planer der Stadt, Schluss mit der Trauer am Ort des Unglücks sein.
Gesundheitsexperten und Psychologen wissen aus Erfahrung im Umgang mit Trauernden, dass insbesondere nach schweren traumatischen Belastungen der Psyche und der Seele die Zeit der Trauer nicht mittels Verordnung zeitlich gesteuert werden kann. Die Trauer, insbesondere vondenjenigen, deren Angehörige getötet wurden, kann Wochen bis Monate, meist sogar Jahre andauern. Das betrifft auch die zum Teil hoch traumatisierten Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden oder ein Beinahe-Todes-Erlebnis hatten. Menschen, die an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erkranken brauchen oft Jahre zur Bewältigung einer oder mehrerer traumatischen Krisensituationen im Leben oder können lebenslang nicht mehr geheilt werden.
Dennoch will die Stadt Duisburg den Tunnel nach sechs Wochen wieder für den Verkehr freigeben. Zur Zeit ist der Karl-Lehr-Tunnel noch für den Verkehr gesperrt.
Das Meer von Nachrichten, Bilder, Blumen, Engelsfiguren, Kerzen und sonstiger Trauergaben spricht eine deutliche Sprache. Viele Menschen brauchen einen Ort, an den diese gehen können und gemeinsam auch mit anderen trauern können, auch öffentlich am Tunnel.
Das wissen auch die Planer der Stadt Duisburg und so wird es künftig eine alternative Stätte der möglichen gemeinsam Trauer und Begegnung für die Betroffenen, Geschädigten und Traumatisierten in Duisburg geben. In einem Glas-Kubus, der die Größe eines Containers hat, sollen die Trauergaben der Trauernden gesammelt werden. Der Trauer-Gaben-Kubus soll, so die Planungen, im Duisburger Innenhafen neben dem Kultur- und Stadthistorischen Museum aufgestellt werden. Dazu hat sich der “Bürgerkreis Gedenken” entschlossen. Für den Verkehr wird der Tunnel am 4. September wieder freigegeben. Die offizielle Trauerzeit von sechs Wochen wird dann beendet sein.
Suche nach einem Ort für eine Gedenk-Stätte
Der Sprecher der der Stadt Duisburg, Frank Kopatscheck informierte darüber, dass der Trauer-Gaben-Kubus transparente Acryl-Wände habe mit einer Länge von ungefähr 6,50 und einer Höhe und Breite von jeweils rund 2,50 Meter.
Am 4. September wird es eine weitere Gedenkveranstaltung geben. Nach dieser Veranstaltung werden die Menschen gebeten, Kerzen, Engelsfiguren, Plüschtiere, Briefe, Trauerschleifen und sonstige Trauergaben selbst in den Glas-Kubus zu stellen. Unklar ist allerdings heute die Dauer, wie lange der Kubus neben dem Museum zu finden sein wird. Die Suche nach einer geeigneten Gedenkstätte für die 21 getöteten Menschen und mehr als 500 verletzten dauert noch an.
Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade
Nach der Gedenkveranstaltung am 4. September wird im Karl-Lehr-Tunnel eine Gedenktafel installiert. Die Größe der Tafel sei mindestens 70 mal 100 Zentimeter, sagte der Stadtsprecher dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). Der Text für die Inschrift lautet: “Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade”.
An der Einrichtung der geplanten Gedenkstätte sollen Künstler aus Duisburg beteiligt werden. Spätestens ein Jahr nach der Katastrophe am 24. Juli 2010 solle die Gedenkstätte eröffnet werden können. Um einen geeigneten Ort zu finden, plant die Initiative Spenden-Trauermarsch einen öffentlichen Wettbewerb auszuschreiben.
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.