Familie und Beruf – wirklich vereinbar?

Das typische Bild einer Familie, der Mann geht zur Arbeit, verdient das Geld und ernährt seine Familie – seine Frau und seine Kinder, die bis zum regulären Eintritt in den Kindergarten Zuhause ganz unter mütterlicher Obhut stehen. Aber ist dieses Bild einer Famile nicht längst überholt? Ist es überhaupt noch

Das typische Bild einer Familie, der Mann geht zur Arbeit, verdient das Geld und ernährt seine Familie – seine Frau und seine Kinder, die bis zum regulären Eintritt in den Kindergarten Zuhause ganz unter mütterlicher Obhut stehen. Aber ist dieses Bild einer Famile nicht längst überholt? Ist es überhaupt noch zeitgemäß?

Immer mehr Mütter wollen ihren Beruf schnellstmöglich nach der Geburt ihres Kindes wieder aufnehmen, ins Arbeitsleben zurückkehren und nicht den ganzen Tag bei Kind und Herd in den heimischen vier Wänden verbringen.

Glauben wir unserer Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, ist das alles auch viel einfacher, als wir uns vorstellen. Im Jahr 2013 soll das 35-Prozent-Ziel erreicht werden und so soll es dann möglich sein, dass einem Drittel der Einjährigen – und zwei Dritteln der Zweijährigen Kinder ein Betreuungsplatz zugesichert werden kann. Auch die Finanzierung ist schon gesichert. Der Bund stellt vier Milliarden Euro für den Ausbau zur Verfügung, doch auch Länder und Kommunen werden zur Kasse gebeten. Für Schröder ist dies normal, “diese Verlässlichkeit erwarten die Familien zu Recht”.

So gesehen scheint alles geregelt und schließlich bringt es für die Frauen viele Vorteile mit sich, wenn sie nach der Geburt eines Kindes nicht mehr so lange pausieren, wie bisher. Der Chef weiß, dass er nicht lange auf seine Mitarbeiterinnen verzichten muss und dass die Qualifizierung beim Wiedereinstieg in den Beruf noch gegeben ist.

Die Frau weiß, dass sie nach der Geburt eines Kindes schnell wieder in ihren Beruf zurückkehren kann und sich nicht zwischen Karriere und Familie entscheiden muss, gerade in unserer Zeit, in der immer mehr Frauen wichtige Postionen in führenden Unternehmen übernehmen, ist dieses Thema nicht unwichtig. Beruf und Familie lassen sich perfekt vereinbaren, auch als Mutter ist es kein Problem, zum Familienunterhalt beizutragen und seine Unabhängigkeit zu sichern.

Doch bringt dies alles wirklich nur Vorteile?

Mütter in Familien, in denen das Gehalt des Ehepartners nicht ausreicht, um einen gewissen Lebensstandard zu gewährleisten, haben vielleicht gar keine andere Wahl, als ihr Kind schon mit ein oder zwei Jahren in eine Kita zu geben, obwohl sie sich lieber selbst um den Nachwuchs kümmern würden.

Und eins ist allgegenwärtig: Die Kostenfrage. Vertrauen wir unserer Familienministerin ist das gar kein Thema, doch hat sie auch daran gedacht, was wirklich noch zu tun ist, wenn es bis zum Jahr 2013 für die Unter-Dreijährigen 750.000 Plätze geben soll? Der jetztige Betreuungsschlüssel ist zu gering und muss ausgebaut werden, neue Gruppenräume mit altersgerechten Spielsachen müssen zur Verfügung gestellt werden um eine gute Förderung gewährleisten zu können und das ist längst nicht alles.

Und trotz aller Schwierigkeiten scheint die Nachfrage da zu sein. In manchen Regionen werden berufstätige Mütter, die wieder voll ins Berufsleben einsteigen wollen und somit einen Betreuungsplatz für ihr kleines Kind benötigen, denen vorgezogen, die arbeitssuchend sind. Es sind schlichtweg nicht genug Plätze für alle Kinder vorhanden. Ihren Müttern bleibt die Chance, einen Job zu finden, oft verwehrt, weil viele Arbeitgeber die Bedingung stellen, dass die Betreuung des Nachwuchses sichergestellt sein muss. Doch auch für dieses Problem hat unser Familienministerium bereits eine Lösung parat. Es gibt verschiedene Programme zur “Föderung der familienbewussten Personalpolitik in Unternehmen”. So will man es den Unternehmen schmackhaft machen, dass sie durchaus davon profitieren können, wenn sie Betreuungsplätze für die Kinder ihrer Mitarbeiter unterstützen. Familienfreundlichkeit soll das Steckenpferd der deutschen Wirtschaft werden. Ob dies gelingen kann ist fraglich, es wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. Fakt ist, dass der Steuerzahler wieder mal zur Kasse gebeten wird und zahlen muss und eine Frage bleibt völlig außen vor:

Ist es in unserer schnellebigen Gesellschaft wirklich gut für unsere Kinder, wenn wir sie so früh aus den Händen geben und die Bindung zur Mutter vielleicht nicht mehr so intensiv wird, wie sie früher war?  Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung der Familienpolitik sollten wir eins nicht außer Acht lassen: Unsere Kinder brauchen uns, ihre Mütter, die sie lieben und sich Zeit für sie nehmen und keine “Powerfrau”, die am späten Nachmittag, völlig erschöpft von der Arbeit, ihren zweijährigen Sohn abholt um dann Zuhause noch die Akten durchzuarbeiten, die dringend bis zum folgenden Tag fertig sein müssen. Ist das wirklich familienfreundliche Politik?

Quelle: www.bmfsfj.de

Kommentare

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  1. Und was bitte schön ist eine Familie ?

    Besteht diese nicht nur noch, wie uns die Werbung vorgaukelt, aus Mutter und maximal einer Tochter?

    Ist der dämliche ” Erzeuger” nicht nur noch für die Alimenten Zahlungen und die Finanzierung sorgenfreier Tage der ” Ex” zuständig? Sind die Familien die noch aus Vater und Mutter und mehren Kindern bestehen nicht längst Relikte aus vergangenen Zeiten?
    Warum entstehen auf der anderen Seite immer mehr Patch Work Lebensgemeinschaften, die eigentlich auch nichts anderes als Familien sind?

    Warum bestimmen in der Familienpolitik in diesem Lande Lesben und Schwule wo es langgeht. Hat der sog Mainstream keine Stimme?

    In dem Artikel werden, ich glaube ohne es zu wollen, sehr viele grundsätzliche Punkte angeschnitten:

    Mit der einsetzenden Industrialisierung in Europa wurden sehr viele gesellschaftliche Prozesse in Gang gesetzt. Das war auch gut so.

    Die sog. Emanzipation der Frauen ist aber dabei nur einer unter vielen. Im Gegensatz zu den anderen gesellschaftlichen Veränderungen gab es jedoch im Vorfeld keinerlei gesellschaftliche Diskussion oder Konsens. Die Emanzipation wurde und wird gesteuert von den Marketingabteilungen der grossen Industrieunternehmen und den Medien. Die Politik ist nur Erfüllungsgehilfin.

    Diese Leute haben die ” positiv” Diskriminierung in der Bildung erfunden, Frauen Quoten, Frauen Parkplätze, manipulieren die Medien, Abiturzeugnisse, d.h. den Frauen Bonus, die Liste ist endlos.

    Sind diese Leute selbstlos? Natürlich nicht!

    Dahinter stecken rein wirtschaftliche überlegungen, d.h. auch Alice Schwarzer wird letztlich nur benutzt. Es geht ausschließlich um Umsatz und Konsum.

    Denn Frauen und Männer die zuhause Kinder und ihre Familien betreuen konsumieren nicht, und wenn Männer und Frauen arbeiten steigt die Produktivität, nicht etwa das Einkommen, nein pro Kopf sinkt es sogar.

    Im Grunde werden die Menschen also nur verschaukelt, die angebliche Karriere und berufliche Erfüllung ist doch oft nur eine Fata Morgana.

    Ein sehr hoher Preis für alle Beteiligten!