Es ist Urlaubszeit. Wie jedes Jahr im Sommer, habe ich auch diesmal der Ostseeinsel Fehmarn einen Besuch abgestattet. Ein Highlight war der Besuch des NSG Wallnau.
Das NABU Wasservogelreservat Wallnau ist eines der bedeutendsten Schutzgebiete für ziehende Vögel in Deutschland und das größte Naturschutzzentrum des NABU. Der NABU kaufte das Gebiet 1976. Schon 1977 wurde das Gebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das ehemalige Teichgut Wallnau liegt an der Westküste der Ostsee-Insel Fehmarn und umfasst ein im Kern knapp 300 Hektar großes Gebiet an Teichen, Schilfflächen, Wiesen, sowie einen Teil der Ostsee und des Strandsaumes. Das Naturschutzzentrum beherbergt eine Ausstellung zum Vogelzug, einen kleinen gastronomischen Betrieb, einen NABU-Shop und Seminarräume. Die Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter leisten die naturschutzfachliche Betreuungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Zentrum ist als Träger von Bildungsangeboten zur nachhaltigen Entwicklung zertifiziert.
Ziel des NABU-Wasserfolgereservates ist, ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge besonders am Beispiel von Vogelschutz und Vogelzug zu vermitteln. Das Naturschutzzentrum hat ganzjährig geöffnet. Täglich werden Führungen angeboten und ein Lehrpfad von einem Kilometer Länge und die Hides (Beobachtungsverstecke) sind frei zugänglich. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 6,50 EUR.
Wer das NSG Wallnau nicht aus Beobachtungsverstecken erleben und sich die 6,50 EUR Eintritt sparen möchte, dem sei der “Winterdeich” östlich des NSG empfohlen. Vom Landesschutzdeich aus, lässt sich das NSG in seiner vollen Länge frei überblicken und erleben und das ganz kostenlos.
Wandern und Radfahren ist auf dem Landesschutzdeich erlaubt und auch der Deichschäfer nutzt die Zufahrt zum Deich zum An- und Abtransport seiner Schafe. Vom Deich aus kann man das Besucherzentrum, die Hides und den Aussichtsturm im NSG gut erkennen. Das NSG selbst ist nur durch einen Weidezaun eingegrenzt. Natur pur, ohne Vermarktung und Lehrauftrag.
Der NABU-Wallnau und die Fehmarnbeltquerung
Ein weiteres Projekt, welches sich der NABU-Wallnau auf seine Fahne geschrieben hat, ist die Verhinderung der Fehmarnbeltquerung. Das Königreich Dänemark möchte ab 2012 eine nutzerfinanzierte feste Verbindung vom dänischen Rödby nach Puttgarden auf der Ostseeinsel Fehmarn bauen. Die 19 Kilometer sollen dabei entweder von einer Brücke (Schrägkabel- oder Hängebrücke) oder einem Absenktunnel gequert werden. Nach Auffassung des NABU sprechen zahlreiche ökologische und ökonomische Gründe gegen das Projekt. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei der Klimawandel.
Ein Auszug:
“4) Klimawandel: Durch zunehmende Stürme (Westwindlage) ist mit häufiger Sperrung der Beltquerung (Brückenvariante) zu rechnen. Bereits heute ist die kleine Fehmarnsundbrücke an ca. 60 Tagen für leere LKW und Wohnwagengespanne gesperrt, an ca. 20 Tagen für alle Fahrzeuge. über den Belt findet kein Verkehr statt, wenn die Sundbrücke gesperrt ist. In der Planung der Beltbrücke ist aus Kostengründen kein Windschutz vorgesehen. Für die Statik wäre ein Windschutz unter Umständen ohnehin problematisch und würde nach Schätzungen eines Gutachtens (Vieregg&Rössler, München 02/2008) ca. 70 Millionen Euro extra kosten.”
“6) Durch Erderwärmung Anstieg des Meeresspiegels: Bis zum Jahr 2100 soll bei gleichbleibenden Emissionen die nördliche Polkappe ganz abgeschmolzen sein. Der Anstieg des Meeresspiegels würde das auf 100 Jahre Laufzeit ausgelegte Projekt massiv behindern.”
Weitere Gründe, welche in Augen des NABU-Wallnau gegen eine Beltquerung durch eine Brücke sprechen, finden sich hier. Viele der vorgebrachten Gründe würden übrigens auch gegen die Errichtung von Offshore Windparks sprechen. Der Nysted Offshore-Windpark ist unweit des Belts gelegen.
Quellen
Tja herr T horsten Seifert was nu, ist nicht zugänglich, total gesperrt das ganze NSG Wallnau.
Aber das kennt man ja von Ihnen, ist Symptomatisch für Ihre Pathologie.
Karl Rannseyer