Walter Radermacher, der Präsident von Eurostat, beklagt eine fortdauernde Hinhaltetaktik der griechischen Behörden bei der Einsichtnahme in Unterlagen, die zur Aufklärung der Zusammenhänge um die Staatsverschuldung vor der Öffentlichkeit insbesondere auch Eurostat als europäischer Statistikbehörde beigetragen haben. Dies trägt zur Verunsicherung der Finanzmärkte bei.
Rettungspaket der EU-Mitgliedsländer keine langfristige Lösung
Das Rettungspaket der EU-Mitgliedsländer, das einen raschen Kollaps Griechenlands im Frühjahr verhindert hat, wird die Probleme des Landes nicht lösen. Solange es nicht bereit ist Transparenz bei den Staatsfinanzen herzustellen, wird es auch zu keiner nachhaltigen Vertrauensbildung über die Seriosität der griechischen Regierung kommen.
Das Vertrauensdefizit zeigt sich derzeit darin, dass das Vierfache des Zinssatzes für zehnjährige griechische Staatsanleihen gegenüber entsprechenden Bundesschatzbriefen verlangt wird. Nur durch die Finanzierung über die EU-Mitgliedsländer und des IWF für die Dauer von drei Jahren zu Sonderkonditionen, ist Griechenland derzeit noch in der Lage seinen Verpflichtungen nachzukommen. Damit wird vor allen Dingen verhindert, dass insbesondere auch ausländische Geschäftsbanken ihre Forderungen aus griechischen Staatsanleihen massiv wertberichtigen müssen. Mithin dienen die Finanzierungshilfen dazu das europäische Bankensystem zu stabilisieren.
Dies bleibt jedoch aufgrund der dort weiterhin ungelösten Probleme wohl auch nur ein frommer Wunsch. Der bisherige Stresstest war nur ein Muster ohne Wert.
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