Lebensart genießen in und um Bamberg
Auf sieben Hügeln erbaut, gilt die rund 70.000 Einwohner zählende Stadt Bamberg in Oberfranken schon von eh und je her als das fränkische Rom. Jeder Stein in dieser Stadt, ähnlich wie bei der großen Schwester im Geiste, erzählt Geschichten, vor allem, wenn man über die Obere oder Unterer Brücke in die Altstadt von Bamberg eintaucht. Besonders aber steht Bamberg in punkto Lebensart seinem italienischen Pendant in nichts nach.
Die meisten Gäste machen beim Besuch der Altstadt zunächst beim Schlenkerla (Brauereigasstätte) Halt, um sich für die Kulturtour mit dem Bamberger Exportschlager Nummero eins, dem Schlenkerla Rauchbier, zu stärken. Darüber hinaus hat die Gärtnerstadt in punkto Essen & Trinken aber noch viel mehr zu bieten. Beispielsweise die 2008 ausgezeichnete Knolle, die es nach wie vor pfundweise bei den Marktfrauen am Grünen Markt zu kaufen gibt, die Bamberger Hörnla. Um Missverständnissen vorzubeugen – in Bamberg heißen sowohl die etwas ulkig ausschauenden Kartoffeln als auch das Hefe-Butterteig-Gebäck Hörnla (Hörnchen).
Apropos Doppelgänger – das war das große Thema von E.T.A. Hoffmann, nach dem auch das Bamberger Theater benannt wurde. Er hinterließ seinem ungeliebten Bamberg, in dem er einige Jahre im Anwesen Schillerplatz 26 verweilte, das “Apfelweibla”. Der Türknauf des Nachbaranwesens Eisgrube 14 inspirierte ihn zu seinem bösen Apfelweib in der Erzählung “Der Goldene Topf”. Er hätte es mit einem Schmunzeln wahrgenommen, wenn er sähe, was aus seiner Vorlage heute geworden ist. “Apfelweibla”-Formen für Kuchen, das “Apfelweibla” als Ring, als Anhänger, als Praline der Confiserie Storath oder als Seife Voilá so viele Doppelgängerinnen der einstig bösen Frau!
Neugierig geworden?
Es gibt unzählige Geschichten rund um Bamberg, die kürzlich von Oliver van Essenberg in seinem Band “Lebensart genießen in und um Bamberg” auf rund 220 Seiten herausgegeben wurden. Das Werk erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, was bei der Fülle des Angebotes in und um Bamberg auch ein unmögliches Unterfangen gewesen wäre. Jedoch hat er mit Beiträgen namhafter Autoren und Bambergkenner die wichtigsten Adressen für Kunst, Kultur und Lebensartfreunde zusammengetragen und Portraits von Locations immer mit Geschichte und Geschichten, Lebensart und Leidenschaften sowie Menschen in Bamberg verbunden. Der Ton der Artikel verführt zum Weiterlesen, macht Hunger auf mehr und am Ende des Werkes ist man noch lange nicht satt. Einen Nachschlag verspricht der Herausgeber des ansprechend, interessant und informativ gemachten Lebensartbuches über Bamberg auf dem neu eingerichteten Portal www.lebensart-bamberg.de.
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