Kaum ein neues Gerät hat in den letzten Jahren soviel medialen Staub aufgewirbelt wie das iPad. Hoffnungsträger und Quell der Aufmerksamkeit für Konsumenten, Software Hersteller, Datendienst-Betreiber und vor allem auch Verlage und der gesamten Content-Industrie. Für den Hersteller Apple und für das iPad selbst gilt es jetzt diesen “Hype-Status” zu bestätigen beziehungsweise zu beweisen, dass es sich wirklich um eine den Markt verändernde Innovation handelt.
Ich habe das Geräte jetzt ausführlich und mehrere Wochen lang getestet und versucht alle möglichen Facetten zu betrachten. Die Verwendung als Kommunikations-Gerät, als eBook-Reader, als Internet-Browser, als Navigations-Gerät, als MP3-Player als Spiele-Plattform, etc. Natürlich hat es im Detail viele Stärken aber auch Schwächen, doch das Fazit konzentriert sich auf die Schnittstelle von Mensch zu Computer.
Seit der Erfindung der ersten Computer-Mouse und dessen Einsatz als zentrales Eingabegerät in Kombination mit einer Tastatur und einer graphischen Benutzeroberfläche sind mittlerweile 40 Jahre vergangen (anfang der 70iger Jahre im Xerox Labor) in denen sich die Technologie im Detail zwar stark verbessert hat, doch das Konzept ist im Großen und Ganzen gleich geblieben. Wir verwenden immer noch eine Tastatur, eine graphische Benutzeroberfläche und eine Mouse als zentrale Schnittstelle zu fast jedem Computer.
Und genau das hat das iPad verändert. Die eigene Hand, dessen Anwendung der Mensch sein ganzes Leben lang trainiert hat, ersetzt die Mouse und die Tastatur. Die Benutzeroberfläche verlässt die “Fenster”-Orientierung und wird intuitiver in der Anwendung. Diese Kombination führt dazu, dass ca. 70 bis 85 Prozent der privaten Aktivitäten, also jene, die auf einem PC durchgeführt werden (E-Mail, Facebook, Internet) mit dem iPad wesentlich schneller und bequemer bewältigt werden können. Wir könnten schneller das iPad einschalten auf neue E-Mails prüfen, die überschrift der aktuellen Nachrichten lesen und das iPad wieder ausschalten als der PC gebraucht hat um überhaupt zu starten.
Der Widerstand gegen den Wandel fällt, sobald seine Vorzüge ersichtlich sind.
Und für uns sind diese evident. Ob das iPad von Apple das “dominante” Gerät sein wird, oder ein auf Android basierendes oder ein bis dato unbekanntes Tablett wird sich zeigen und auch vom Geschick und Glück der Hersteller abhängen, doch die Veränderung in der Schnittstelle von Mensch zu Maschine ist gekommen um zu bleiben.
Eine Grundregel im Technologie-Management besagt, dass man nicht gegen Trends arbeiten und ankämpfen sollte, sondern vielmehr diese in die eigene Strategie integrieren muss. Für das iPad/Tablett ist jetzt wohl endlich die Zeit gekommen um als ernstzunehmender Akteur innerhalb einer IT-Strategie Berücksichtigung zu finden.
(Beitrag erstmals veröffentlicht unter: www.digispectrum.org)
Photo: Tom Raftery, via flickr.com
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