Für ihn ist das Zeichnen Lebenselixier. Wenn Herbert Nauderer Bachs Goldberg-Variationen auflegt, bestimmt der Rhythmus der Musik seinen Malrhythmus und Stil.
Mal kräftig, mal fein setzt er den Graphitstift auf seinen 21 mal 15 Zentimeter großen Papiermalgrund und lässt seinem Innersten freie Hand. Da tritt zu Tage, was ihn auf seinem Lebensweg bislang begleitet und geleitet hat, was seine Emotionen bewegt und was ihn erregt hat. In zehn Jahren sind bislang 800 Zeichnungen zusammengekommen, die Herbert Nauderer unter dem Titel “Rembrandt-Ballett” noch bis zum 16. Januar in der Schweinfurter Kunsthalle erstmals in der Geschlossenheit zur Schau stellt.
Der Mix aus zeichnerischem Tagebuch, Phantasie und Nonsense, wie der Künstler selbst zugibt, zieht sich wie ein breites Band über vier Wände im Untergeschoss des Hauses. Ihnen gegenübergestellt sind vier Original Rembrandt-Selbstporträts, die Nauderer zu dem Zyklus als Selbstschau inspiriert haben, denn in seinen Augen sei die Beschäftigung mit der Welt auch immer eine Beschäftigung mit sich selbst. Herbert Nauderer malt aber nicht nur, er macht auch Musik. Mit seiner Band purPERCUSSION ist er am 23. September im Rahmen des Schweinfurter Nachsommers um 19 Uhr in der Kunsthalle zu Gast und gibt eine musikalische Führung durch die Ausstellung. Diese ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstags bis 21 Uhr zu besichtigen.
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