Bloomberg und Probably

Seit einiger Zeit stolpere ich immer wieder bei Bloomberg-Meldungen über das kleine Wörtchen probably (villeicht). Man kann damit immer schön Nachrichten verbreiten, deren objektiver Nachrichtenwert höchst zweifelhaft ist. Nullinformation oder was? So lauteten eine Reihe von Meldungen bei Bloomberg: Durables Orders, Home Sales Probably Rose: U.S. Economy Preview Bloomberg: U.S.

Seit einiger Zeit stolpere ich immer wieder bei Bloomberg-Meldungen über das kleine Wörtchen probably (villeicht). Man kann damit immer schön Nachrichten verbreiten, deren objektiver Nachrichtenwert höchst zweifelhaft ist.

Nullinformation oder was?

So lauteten eine Reihe von Meldungen bei Bloomberg:

etc.

Dieses kleine Wörtchen “vielleicht” zieht sich so durch die Bloomberg-Nachrichten. Immer wenn zuvor eine schlechte Wirtschaftsnachricht verbreitet wurde, dann folgt kurz darauf eine, die vielleicht auch eine bessere Entwicklung der US-Wirtschaft verspricht. Allerdings eben nur vielleicht.

Es nervt mich jedenfalls, wenn mit Hilfe dieses kleinen Wörtchens Stimmung, d.h. Optimismus, gemacht werden soll. Vielleicht (probably) geht es ja auch anders bei Nachrichten.

Wie heißt es doch so schön: Fakten, Fakten, Fakten und nicht probably, probably, probably. Vielleicht kann man das ja mal bei Bloomberg ändern. Probably.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Manchmal denkt man, schlimmer kann es nicht mehr kommen, aber es kommt doch. Vielleicht gibt es aber noch ein bisschen Hoffnung…
    Auch Sie wissen, Herr Georg Erber, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist, weil sie sich noch nicht ausreichend realisiert hat. Sie hat sich noch nicht vollständig realisiert, weil sie teilweise ausgebremst wurde. Die Krise zu beseitigen, erfordert tiefgreifende Reformen im Finanzsystem, die wahrscheinlich erst dann machbar sein werden, wenn sich die Krise ausgetobt hat.

    Erstens: Die Inflation bedroht vor allem die Reichen und das Finanzsystem. Deswegen tun beide alles dafür, um die Inflation zu bremsen. Das ist auch möglich, solange es noch genug Geld bei den Verbrauchern gibt. Absurd, aber wahr! So lange das Geld der Verbraucher die Wirtschaft aufrecht hält, erfüllt es seinen Sinn. Inflation entsteht erst dann, wenn das Geld seinen Sinn verliert. Dazu noch weiter…(Investition spielen hier keine Rolle, weil sie nur mit Aussicht auf Profit getätigt werden. Haben die Verbraucher kein Geld, gibt es kein Profit, also auch keine Investitionen.)

    Zweitens: Die Staaten bezahlen zur Zeit so viele Arbeitskräfte, wie nie zuvor. Daher strömt das Geld immer noch genügend zu den Verbrauchern. Je mehr die Staaten sparen müssen, desto weniger strömt das Geld zu den Verbrauchern. Das bedeutet weniger Verbrauch und mehr Firmenpleiten. (Beispiel: Seit der Immobilienkrise hat das Baugewerbe weniger zu tun. Staatsaufträge bremsen die Krise nur aus, das Geld ist geliehen, es wird also in der nahen Zukunft noch mehr fehlen, weil es zurückbezahlt werden muss, also die Krise kann sich nur verschärfen. Dank den Krediten))

    Drittens: Mit den Firmenpleiten steigt die Arbeitslosigkeit, die Verbraucher haben deswegen immer weniger Geld. Es folgen weitere Firmenpleiten. Durch die Firmenpleite entstehen natürliche Monopole der verbliebenen Firmen (“natürliche” Auslese) Die Monopolisten können die Preise bestimmen, sie müssen sich dem Konkurrenzdruck nicht mehr anpassen. Weil immer weniger Kunden Geld haben, müssen die Preise steigen, damit sich das Dasein der verbliebenen Firmen lohnt.

    Viertens: Besonders wichtig ist die Landwirtschaft! Wenn Bauernhöfe mangels “Nachfrage” (Kaufkraft) zu Grunde gehen, können die Preise für Nahrungsmittel wieder steigen. Doch auf die Nahrungsmittel können die Verbraucher nicht verzichten, sie müssen auch zu hohe Preise akzeptieren, oder hungern. Die Inflation wird vor allem durch Anstieg der Nahrungsmittelpreise ausgelöst. Menschen ohne Geld bezahlen mit Ihren Laptops, Musikinstrumenten, Waschmaschinen und anderen Gegenständen. Der Wert der Gegenstände sinkt damit gewaltig, nach dem Krieg tauschte man ein Piano gegen ein Sack Kartoffeln. Der gegenständliche Tauschhandel zur Besorgung von Nahrungsmittel entwertet immer mehr Gegenstände und treibt damit die Inflation in die Höhe. (Auch wenn wie beim fallenden Wert der Gegenstände von Deflation sprechen, verliert das Geld immer mehr an Bedeutung, wenn es von immer kleinerem Teil der Gesellschaft als Tauschmittel benutzt werden kann. Inflation spiegelt im Prinzip die steigende Bedeutungslosigkeit des Geldes wieder in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozessen.)

    Die Inflation kommt also erst zum Tragen, nach dem die Wirtschaft beachtlich und in weiten Teilen zusammen gebrochen ist, weil das rar gewordene Geld der Verbraucher die Wirtschaft nicht mehr stützen konnte.

    Im Vergleich zu früheren Krisen können wir aus vielen Gründen nicht so schnelle Entwicklung erwarten. Entscheidend ist die Geldmenge bei den Verbrauchern. Die Reichen Verbraucher spielen hier keine große, weil sie beim besten Willen den Verbrauch den Armen nicht ersetzen können. Sie können z.B. nicht zehnmal so viel essen, um allein die Landwirtschaft aufrecht zu erhalten.
    Die verschiedenen Sozialsysteme in den Industrieländern, welche die armen Menschen nicht so einfach verhungern lassen, verhindern wirkungsvoll die Entwicklung der Krisen.

    Also müssen wir uns auf eine sehr langsame Fortsetzung der Krise einstellen, die bei den Industriestaaten vor allem durch den Zwang zum Sparen beschleunigt werden kann. Erste erfolgreiche Vertiefung der Krise ist in Griechenland zu beobachten, und wird auch weiterhin zu beobachten sein. Auch wird der Krisenverlauf bei den verschiedenen Staaten nicht im Gleichklang ablaufen. Doch die sich verstärkende Krise in den ärmeren Ländern wird auch die Reicheren immer mehr in die Knie zwingen, da Export in die arme Länder unmöglich sein wird – Firmenpleiten.

    Zu der Staatsverschuldung wird die Privatverschuldung immer mehr an Bedeutung gewinnen, weil sich die verarmten Verbraucher durch Kredite werden helfen wollen. Die steigende Nachfrage nach Krediten ist im Prinzip ein Zeichen dafür, dass das Geld FEHLT, es stellt sich nur noch die Frage, woher das Geld herkommen soll???

    Schließlich berichteten Sie auch darüber, dass die fallende “Nachfrage” (also vor allem KAUFKRAFT) in den USA unsere Exporteure zu schaffen macht.

    Die Welt ist dank der Globalisierung groß geworden, also werden die kommenden Geschehnisse auch deutlich größer sein, als die vergangenen Krisen. Es bietet sich aber auch die Möglichkeit, dass es dank dem langsamen Krisenablauf in Sachen der Geldsysteme irgendwann zum Umdenken kommt.