Unter diesem Motto findet am 10. Oktober 2010 in Oldenburg eine Demonstration gegen Sozialabbau statt.
Die Ewerbslosen wollen nicht jammern und nicht betteln! Sie wollen Krach schlagen – mit Töpfen und Kochlöffeln, Spaß und Selbstbewusstsein. Sie wollen demonstrieren, daß Erwerbslose sich nicht beschimpfen und verhöhnen lassen.
Noch in diesem Jahr muss die Bundesregierung die Hartz-IV-Sätze neu berechnen. Noch in diesem Jahr muss es genug Geld geben für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung. Für Ernährung gibt’s heute für Erwachsene nur 118 Euro monatlich, pro Tag 3,94 Euro, für ein 13-jähriges Kind gar nur 2,76 Euro. Das ist ein gesellschaftlicher Skandal. Mindestens 80 Euro mehr im Monat sind für eine ausreichende und einigermaßen ausgewogene Ernährung notwendig!
Denn zu wenig Hartz IV ist schlecht für alle. Wer nur wenig Geld für eine ausgewogene Ernährung zur Verfügung hat, ist gezwungen bei Aldi und Lidl einzukaufen und unterstützt somit gezwungenermaßen den Preiskrieg der Discounter, welcher die Existenz kleiner Lebensmittelproduzenten gefährdet. Die Discounter sind verantwortlich für unmenschliche Löhne und Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt und zerstören mit immer weiteren Transportwegen die Umwelt.
Viele haben die Berichte über “KiK” im Fernsehen gesehen. Unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter teilweise arbeiten müssen. Aber wer nicht genügend Geld hat, ist gezwungen bei solchen Ausbeuterfirmen einzukaufen und unterstützt somit unbewusst die katastrophalen Zustände in diesen Unternehmen. Auch im Lebensmittelsektor gibt es Zustände, welche eher an Sklavenhaltergesellschaft erinnern als an eine moderne zivilisierte Gesellschaft. Da arbeiten über Leihfirmen angeheuerte Beschäftigte im Lager und werden irrsinnig niedrig entlohnt. So erhalten sie z.B. pro bewegte Verpackungseinheit 73 Cent und dabei ist es egal ob das ein großer oder kleiner Artikel ist. Wer also eine riesige Palette bewegt, auf welcher zwei große Kühlschränke stehen (ja bei Aldi gibt es derzeit sowas zu kaufen), erhält dann dafür 1,46 Euro. Es gibt Anwesenheitsprämien und wer auch nur einen Tag wegen Krankheit fehlt, bekommt keine Anwesenheitsprämie für den ganzen Monat. (Report Mainz vom 20.9.2010)
Solche Zustände konnten in unserer Gesellschaft deshalb Einzug halten, weil den Menschen das Nötigste zum Leben fehlt. Weil immer mehr Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben. Das gilt nicht nur für ALG-II-Bezieher, sondern auch für Menschen, die gezwungen sind, im Niedriglohnsektor ihr Dasein zu fristen. Wer mit wenig Geld auskommen muss, kann eben nicht die Discounter mit ihren unmenschlichen Arbeitsbedingungen boykottieren.
Deshalb muss für JEDEN in unserer Gesellschaft ein menschenwürdiges Dasein erkämpft werden. Wenn wir weiterhin wegschauen und nur ans eigene Wohl denken, werden sich derartige Zustände verschlimmern und manifestieren. Hartz IV, Niedriglohn, Leiharbeit kann jeden treffen und dem muss Einhalt geboten werden.
Es ist daher nicht nur wichtig, sondern unser aller Pflicht, dass wir uns mit den Armen in unserer Gesellschaft solidarisieren und ihnen unsere volle Unterstützung zukommen lassen müssen.
Fahrt am 10. Oktober 2010 nach Oldenburg und macht mit beim Töpfeschlagen. Oder organisiert selbst solche Demos. Durch das ganze Land muss der Krach schlagen wie ein Donnerhall. Stellt Euch vor, im ganzen Land rasseln täglich Millionen von Töpfen und Pfannen. Immer wieder jeden Tag. Das kann keiner mehr überhören.
Unterstützt die Leute. Zeigt, daß Ihr Menschen seid und kein Arbeits- und Konsumvieh.
(K. Fischer ist Mit-Betreiber von www.schnakenhascher.de)
Ein bemerkenswerter Beitrag! Wenn wir uns weiter den Sozialabbau gefallen lassen, der ja ungebrems von Schwarz/Gelb fortgesetzt wird, bricht unserer Gesellschaft auseienander. Vielleicht ist genau das auch gewollt. Die Kritik an den Discountern
geht ein wenig weit. Ohne deren scharfe Preiskämpfe wäre die relative Armut großer Teile der Bevölkerung noch gravierender. Aldi & Co. verkaufen ja auch reguläre und selbst fair gehandelte Produkte.