Der VfB und das kurze Strohfeuer – Ein Kommentar

Dass zu viel Lob schaden kann, ist seit Mittwochabend jedem Fußballfan bewusst. Der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart verlor in Nürnberg mit 1:2 – und das nach einem furiosen, ja nahezu unglaublichen 7:0-Schützenfest am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach. Vollen Lobes war die Presse nach dem historischen Vereinssieg der Schwaben. Viele Medien titelten

Dass zu viel Lob schaden kann, ist seit Mittwochabend jedem Fußballfan bewusst. Der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart verlor in Nürnberg mit 1:2 – und das nach einem furiosen, ja nahezu unglaublichen 7:0-Schützenfest am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach.

Vollen Lobes war die Presse nach dem historischen Vereinssieg der Schwaben. Viele Medien titelten “Aus der Krise geschossen”; doch das ist nach der Niederlage gegen die Franken kein Thema mehr. Der VfB wurde auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bei aller Liebe zur Unterhaltung: Ein zu hoher Sieg verzerrt die Realität, und zeigt auf, dass er nur ein ganz seltener Einzelfall ist. Auch die Gladbacher ereilte dieses Schicksal in dieser Saison: Die Mannschaft um Trainer Frontzeck gewann grandios mit 6:3 gegen Leverkusen, und musste anschließend einen herben Rückschlag einstecken.

VfB-Coach Christian Gross und der Vereinsmanager Fredi Bobic, schoben die 4. Saisonniederlage im 5. Bundesligaspiel auf den Unparteiischen Jochen Drees, der einen regulären Treffer von Pawel Pogrebnyak verweigerte. Die Kritik ist berechtigt, und menschlich, vor allem, wenn es um wichtige Punkte im Kampf um die begehrten Champions- und Europa-League-Plätze geht, die Mehreinnahmen mit sich bringen.

Dennoch ist eines Fakt: Das Spiel gegen Gladbach war nur ein kurzes Strohfeuer, und brachte letztendlich trotz der vielen Treffer nur drei Punkte ein. Im Fußball ist eines wichtig: akribisches Arbeiten, auch, und gerade nach solchen Erfolgen wie gegen die Borussia- denn überheblichkeit und Selbstüberschätzung resultieren daraus.

Manchmal sind Niederlagen im Anschluss an ein Perfektionsspiel besser, als Triumphe.

Sie zeigen auf, dass man bei jedem Fußballspiel wieder von null beginnt und sich alles von neu erarbeiten muss. Das schöne im Sport ist doch, dass alles möglich ist. Auch eine Niederlage im Anschluss an ein 7:0. Die Krise bei den Roten ist eben nicht vorbei. Und sie lässt sich sowieso nicht nach einem Sieg abschreiben. Dazu gehört es schon einer höheren Leistungs- und Punkte-Sammel-Steigerung.

Wie so oft kommt “Hochmut vor dem Fall”- dieses biblische Zitat passt derzeit zur Situation beim VfB Stuttgart wie die Faust aufs Auge.

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