Bevor die ersten Bäume im Stuttgarter Schlossgarten fielen, gab es nicht nur eine polizeitaktische Schlägerei. Es gab wohl schon lange Zeit davor beachtenswerte finanziellen Ausgaben, deren Nutzen nicht absehbar ist. Stefan Mappus, Ministerpräsident Baden-Württembergs weist darauf in einem Interview des ZDFs eindringlich hin:
“Und da kann man nicht, selbst wenn es einige Umfragen gäbe, die mehrheitlich dagegen sein sollten, nicht einfach sagen, wir kippen jetzt die über fünfzehn Jahre hinweg demokratisch legitimierte Entscheidungen, 470 Millionen Planungskosten und anderes mehr…”
Diese Aussage macht Stefan Mappus am Anfang der zweiten Hälfte des Interviews.
Und wir stehen vor der unfassbaren Tatsache, dass allein für die Planung des neuen Bahnhofs bereist 470 Millionen Euro ausgegeben wurden. Da machen ein paar Schläge oder die Verblendung mit Pfeffergas wohl nicht viel mehr aus. Es wäre dringend notwendig, nun mal in Ruhe und ohne Polizeigewalt zu untersuchen, wie diese Ausgaben für “Planungskosten” zustande kamen.
470 Millionen Euro sind wahrlich kein Pappenstiel und auch keine Pusteblume. Da hat der Ministerpräsident Stefan Mappus recht. Wohin ist das Geld geflossen???
Kein Grund für Verschwörungstheorien….
Planungskosten für Bauvorhaben bewegen sich meist zwischen 16 und 8 Prozent der gesamten Bausumme.
Je größer die Bausumme (Degression) oder je weniger kompliziert die Baumaßnahme, desto geringer der Prozentsatz. Bei sehr komplizierten Umbauten im Bestand mit hohem Technisierungsgrad und Baukosten bis 500 TEURO können Planungs- und Bauüberwachungskosten sogar gern mal über 16 Prozent steigen.
Jeder, der sich schon mal ein Haus von einem Architekten hat planen lassen, weiss um die Anteile der Planung an den Baukosten.
Daran ist nichts Ehrenrühriges. Die Kosten von 470 Mio Euro im Vorfeld gliedern sich wahrscheinlich ungefähr so auf:
10 bis 15% Umweltverträglichkeitsprüfung, Fledermäuse zählen, Schnecken sammeln, Ausgleichsmaßnahmen ermitteln und der restliche Umwelt-Klimbim
5 bis 8% Gelogische Gutachten und Erkundungen
10 bis 20 % Statische Berechnungen
30 -40% Planungen des Ingenieurbaus (Schienen, Tunnel, Strassen sonstige unterirdische und oberirdische Bauten)
30 – 40 % Planungen sämtlicher technischer Anlagen (Elektrik, Steuerungstechnik, Lüftung, Brandschutz, Sanitär, Heizung etc.)
Ach ja, der Projektsteuerer bekommt auch noch so ca. 5% der Summe.
Die Anwaltskosten zählen dabei nicht zu den Planungskosten, weshalb ich sie mal weggelassen habe.
Ich hoffe, dass damit etwas vom “Hochgekochten” wieder abkühlt.
So long denn.