Stellen Sie sich vor, Sie sprechen mit jemandem auf einem fernsehähnlichen Bildschirm, und derjenige kann Sie tatsächlich sehen und jedes Wort hören, das Sie sagen, und Sie können denjenigen auch sehen und hören…
Mit Telepräsenz müssen Sie sich das nicht mehr vorstellen, denn heute ist das eine virtuelle Realität. Sie ist die große Welle der Gegenwart, und es scheint so, als wäre sie auch die Welle der Zukunft – zumindest für den Augenblick.
Telepräsenz ist die Technologie, die dem Benutzer das Gefühl gibt, dass eine Person, mit der er spricht, tatsächlich anwesend ist. Auch wenn diese tatsächlich woanders ist. Das kann in der unmittelbaren Umgebung sein oder auch Tausende Kilometer entfernt.
Telepräsenz ist mehr zu einer Notwendigkeit geworden als zunächst gedacht, zumal in diesem Informationszeitalter, wo es den Anschein hat, dass Technologie immer innovativer und ausgefeilter wird.
Die Technologie ist nicht neu, tatsächlich geht sie zurück auf die Anfangstage des Fernsehens in den 50er Jahren, als sie auf experimenteller Basis verwendet wurde, besonders in den USA und in Großbritannien. Doch damals wurde das Ganze mehr als “Spielerei” betrachtet. Viele dachten damals, es hätte keine Zukunft. Doch in den letzten Jahrzehnten, und besonders in den letzten Jahren, wurden auf diesem Gebiet große Fortschritte gemacht, besonders in der Telekommunikation. Mit dem Riesenerfolg des Internets in den 90er Jahren hat Telekommunikation einen völlig neuen Stellenwert eingenommen.
Da die großen Kommunikationsfirmen miteinander in scharfem Wettbewerb stehen, wer das innovativste Kommunikationsmittel erfindet, das am meisten ins Auge springt, und die Herzen den Käufer erobert, ist es kein Wunder, dass Telepräsenz es ganz nach oben geschafft hat.
Wenn jemand heute mit einem Freund oder Verwandten sprechen will, muss er nur online gehen und ihn mittels Telepräsenz kontaktieren – ohne ihn tatsächlich besuchen zu müssen. Sie können ihn sehen, und er Sie, Auge in Auge, als ob Sie tatsächlich höchstpersönlich in den eigenen vier Wänden mit ihm sprechen würden.
Es hat den Anschein, als ob Telekommunikation immer einfacher zu nutzen wird.
Jetzt, da Menschen gemütlich zu Hause sitzen und mit ihren Lieben sprechen und sie sehen können, und diese ihnen antworten.
Das ist einfach fantastisch, oder? Wenn man einmal darüber nachdenkt, vor kaum hundert Jahren hatten die meisten Menschen noch nicht einmal Telefonzellen, und heute sprechen sie miteinander über einen Bildschirm!
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Das ist einfach fantastisch, oder? Das ist es wrklich! Ich bin da nicht so zurückhaltend wie der Autor. Es ist eine großartige neue Lebensqualität, optisch und visuell jede Entfernung auf der Erde überwinden zu können und vollwertig mit Menschen am anderen Ende kommunizieren zu können.
Große Firmen nutzen seit Jahren die Möglichkeit von Videokonferenzen. Das Fernsehen schaltet schon seit vielen Jahren per Bildschirm Gesprächsteilnehmer von weit weg hinzu. Wir stehen jetzt aber an der Schwelle, dass praktisch jeder
mitmachen kann und wohl auch wird. Die Industrie ist mit der Einführung passender Systeme mal wieder sehr langsam. Das kann aber auch ein Vorteil sein, weil man mit guter Vorbereitung die erkennbaren Nachteile der Telepräsenz gleichausblenden kann.
Ständige Telepräsenz kann nämlich mächtig nerven. Schon das Telefon kann einem
auf den Geist gehen, wenn clevere Teilnehmer sich gut vorbereiten und dann Gepräachsteilnehmer, die nicht vorbereitet sind, überfahren wollen. Es war ein beliebtes Spiel einiger Kollegen in der Zeit meiner Anwaltstätigkeit, kurz nach 15.00 Uhr, wenn fast jeder Anwalt in der Besprechung mit einem Mandanten gefangen ist, mit einem angeblich so eben aus dem Hut gezauberten tollen Vergleichsvorschlag in anderer Sache zu überfallen. Ich habe nach einigen überfällen dieser Art nur noch gefordert, so etwas schriftlich (E-Mail, Fax) vorzubereiten, damit ich Zeit zum Nachdenken bekam. Wenn – wie bei Skype – der Anrufer auch noch die Mimik im Sinne besserer überzeugung nutzen kann, erhöht das noch den Druck. Die Implementierung von Filtern vor der Annahme von Videogesprächen sollte dieses Problem bereits lösen.