HUNGER: 90 Minuten Schande

Allein 2009 sind rund zehn Millionen Menschen den Hungertod gestorben Doch was sind die Ursachen von Hunger und weshalb sind so viele Lösungsansätze zum Scheitern verurteilt? In dem 90-minütigen SWR-Dokumentarfilm “Hunger” gehen Marcus Vetter und Karin Steinberger diesen Fragen nach und untersuchen, wie Menschen, Gruppen und Organisationen darum ringen, eines

hunger_con01.jpgAllein 2009 sind rund zehn Millionen Menschen den Hungertod gestorben

Doch was sind die Ursachen von Hunger und weshalb sind so viele Lösungsansätze zum Scheitern verurteilt? In dem 90-minütigen SWR-Dokumentarfilm “Hunger” gehen Marcus Vetter und Karin Steinberger diesen Fragen nach und untersuchen, wie Menschen, Gruppen und Organisationen darum ringen, eines der dringendsten sozialen, politischen und ökonomischen Probleme unserer Tage zu lösen.

Der Film wird im Rahmen der ARD-Themenwoche “Essen ist Leben” am 25. Oktober um 22.45 Uhr im Ersten gezeigt. Die Themenwoche umfasst ein breites thematisches Spektrum, darunter gesunde Ernährung, übergewicht bei Kindern, fairer Handel, Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz.

Die Autoren sind für ihren Film nach Kenia, Indien, Mauretanien, nach Brasilien und zwei Mal nach Haiti – vor dem Erdbeben und ein halbes Jahr danach – gereist. So verschieden die Länder sind, so ist vielen dort lebenden Menschen eines gemein: Sie sind nicht von einer einmaligen Hungerkatastrophe betroffen, sondern ihr ganzes Leben ist vom Hunger und dem täglichen Kampf ums überleben geprägt.

Ihre Lebensgeschichten zeigen, warum bisher viele Konzepte der Entwicklungspolitik versagt haben.

Hintergrundwissen liefern Experten aus den betroffenen Ländern wie die indische Genforscherin Suman Sahai, die sich für den Erhalt traditioneller anstelle von genmanipulierten Reissorten und damit für die indischen Bauern einsetzt.

Marcus Vetter hat für seine Dokumentarfilme bereits zahlreiche Preise (u. a. Deutscher Filmpreis, Grimme-Preis) erhalten. Karin Steinberger (Autorin) arbeitet für die Süddeutsche Zeitung und wurde für ihre Reportagen mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Medienpreis für Menschenrechte.

HUNGER

ARD | 25.10.10 | 22:45 Uhr

PHOENIX | 26.10.10 | 20:45 Uhr

EinsPlus | 27.10.10 | 20:15 Uhr

Hunger

Es ist eine erschütternde Zahl: 2009 sind rund zehn Millionen Menschen den Hungertod gestorben. Hinter jeder einzelnen Ziffer verbirgt sich ein Schicksal. Dabei geht es keinesfalls nur um die unmittelbar von Dürre oder anderen Naturkatastrophen Betroffenen, nicht immer um die Menschen mit den hohlen Gesichtern und den aufgetriebenen Bäuchen. Oft sind es die Menschen, denen man den Hunger nicht ansieht, die nach einem anstrengenden Arbeitstag hungrig ins Bett gehen; diejenigen, die morgens nicht wissen, was sie ihren Kindern zu essen geben sollen und an Krankheiten und Deformationen aufgrund von Mangelernährung leiden.

Wer ahnt hierzulande schon, dass afrikanische Stämme kein Trinkwasser mehr haben, weil damit ganze Plantagen mit Rosen für den europäischen Markt bewässert werden? Oder dass die Meeresfrüchte auf unserem Teller mauretanischen Fischern weggefischt wurden und sie deshalb gezwungen sind, als Schlepper zu arbeiten? Dass große Konzerne in Indien Bauern erst teures Saatgut aufdrängen, das sich dann – trotz anderweitiger Versprechen – als nicht schädlingsresistent erweist und so ganze Landstriche in den Ruin treibt?

Es sind oft unscheinbare Geschichten, die am besten die großen Zusammenhänge aufzeigen; unspektakulär erscheinende Einzelfälle, hinter denen umstrittene globale Entwicklungen stehen. Dem SWR war das Thema “Hunger” so wichtig, dass er ihm einen 90-minütigen Dokumentarfilm gewidmet hat – unser Beitrag zur ARD-Themenwoche 2010 “Essen ist Leben”. Ich freue mich sehr, dass wir die renommierten Autoren Marcus Vetter und Karin Steinberger dafür gewinnen konnten.

Der Film bleibt nicht bei den schrecklichen Bildern hungernder Kinder stehen. Er beleuchtet die Ursachen des Hungers, wie er sich auswirkt, und wie jeder einzelne von uns mit seinem Konsumverhalten das Schicksal von Menschen auf anderen Erdteilen mit beeinflussen kann. “Hunger” zeigt auf, weshalb viele Konzepte der Entwicklungshilfe nicht funktionieren, aber er porträtiert auch Menschen, die jeden Tag an Lösungen arbeiten und sich den Problemen mutig stellen. Ich würde mich freuen, wenn “Hunger” zum Nachdenken anregt und in Zeiten von überfluss und Wellness neue Diskussionen entfacht. Vorwort von Bernhard Nellessen, SWR-Fernsehdirektor

……………………………………………………………………………………….

TASTE THE WASTE

Eine Dokumentation über die Vernichtung von Lebensmitteln: Jährlich werden 15 Millionen Tonnen Essen weggeworfen.

ARD | 20.10.10 | 23:30 Uhr

BRüTEN FüR DEN WELTMARKT – DAS HüHNERIMPERIUM AN DER NORDSEE

Dokumentation über die Lohmann Tierzucht GmbH in Cuxhaven. Weltmarktführer in Produktion und Vermarktung von Legehennen.

ARD | 24.10.10 | 13:15 Uhr

HUNGER

Filme wie Hunger prangern ein zentrales Weltproblem an.

ARD | 25.10.10 | 22:45 Uhr

PHOENIX | 26.10.10 | 20:45 Uhr

EinsPlus | 27.10.10 | 20:15 Uhr

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*